Lernen: Klassische und Operante Konditionierung

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Definition des Lernens

Relativ permanenter Wandel von Wissen und Verhalten, verursacht durch Erfahrung. Lernen ist die Beschaffung von Informationen und Wissen, Fertigkeiten, Gewohnheiten, Einstellungen und Überzeugungen.

Verhaltensansatz (Behaviorismus)

Der Behaviorismus ist die Theorie, dass Verhalten durch beobachtbare Erfahrungen erklärt werden muss, nicht durch mentale Prozesse.

Klassische Konditionierung

1. Definition

Klassische Konditionierung ist eine Art des Lernens, bei der ein Organismus lernt, eine natürliche Reaktion, die ursprünglich auf einen Reiz gerichtet war, auf einen zuvor neutralen Reiz zu übertragen.

2. Anforderungen

  1. a) Reihenfolge der Präsentation der Reize: Der konditionierte Reiz (KR) sollte kurz vor dem unkonditionierten Reiz (UR) präsentiert werden, damit die Konditionierung erfolgt.
  2. b) Zeitliche Nähe: Es müssen nur wenige Sekunden zwischen KR und UR liegen.
  3. c) Wiederholung: Die Sequenz muss mehrmals wiederholt werden, um die Kopplung der Reize herzustellen.

3. Verstärkung, Aussterben und spontane Erholung

Verstärkung ist die Kopplung von konditioniertem und unkonditioniertem Reiz. Wenn der unkonditionierte Reiz ausbleibt, werden die konditionierten Reaktionen geschwächt; man spricht vom Aussterben. Manchmal kehrt die Antwort jedoch überraschend zurück; diese Wiederkehr wird als spontane Erholung bezeichnet.

4. Generalisierung und Diskriminierung

Der Prozess, in gleicher Weise auf ähnliche Reize zu reagieren, wird als Generalisierung bezeichnet. Der Prozess, unterschiedlich auf ähnliche Reize zu reagieren, wird als Diskriminierung bezeichnet.

5. Merkmale der klassischen Konditionierung

  1. Angenehme Empfindungen sind nicht ausreichend, aber oft notwendig für angenehme Lernerfahrungen.
  2. Es ist ein Lernprozess, der ohne bewusstes Erleben stattfinden kann; dabei hat man möglicherweise keine Kontrolle über die Reize.
  3. Der Lehrer ist eine wichtige Figur und sollte darauf achten, unangenehme Reize zu vermeiden und angenehme Reize zu fördern.

Anwendungen der klassischen Konditionierung im Unterricht

  1. Prävention: Verhinderung der Entwicklung negativer emotionaler Reaktionen. Man sollte den Schüler mit positiven Impulsen an positive Klassenzimmersituationen assoziieren.
  2. Abhilfe: Wenn bereits eine negative emotionale Reaktion vorhanden ist, kann man folgendermaßen vorgehen:
    • a) Anwendung des Prinzips des Aussterbens: Den Schüler der Situation aussetzen, während sichergestellt wird, dass das erwartete negative Ereignis nicht eintritt.
    • b) Schrittweises Vorgehen (systematische Desensibilisierung): Kleine Schritte zur Erreichung des Ziels.
    • c) Gegenlernen oder Dekonditionierung: Den angstauslösenden Reiz mit angenehmen Reizen koppeln.

Operante Konditionierung

Operantes Lernen ist der Verhaltens-Lernprozess, der die Beziehung zwischen Verhalten und den darauf folgenden Konsequenzen beschreibt.

Definition und Individualität

Operante Konditionierung beschreibt die Beziehung zwischen Verhalten und Konsequenzen. Was wir tun, was wir sagen, mit wem wir sprechen, wie wir uns bewegen — all dies hängt vom Verhalten ab und davon, ob es wiederholt wird oder nicht.

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