Liebe in Zeiten der Cholera: Analyse & Themen
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Romananalyse: Liebe & Tod im Fokus
Eros und Thanatos: Untrennbare Konzepte
Dieser Roman kann als eine Liebesgeschichte und zugleich als eine Erzählung über den Tod beschrieben werden. Besonders hervorzuheben ist, dass der Roman mit einem Selbstmord beginnt und mit einem weiteren endet. Dies spiegelt den Titel wider, der Liebe und Tod, Eros und Thanatos, als untrennbare Konzepte vereint.
Der dramatische Romanbeginn
Der erste Satz, der mit dem Wort „unvermeidlich…“ beginnt, erregt dramatisch Aufmerksamkeit. Die Erwähnung von „Mandeln“ und „Liebe“ schafft eine kontextuelle Spannung, da „Mandeln“ oft eine negative Konnotation trägt, während „Liebe“ positiv besetzt ist, was eine Liste von Antonymen bildet.
Drei Formen der Liebe im Roman
Drei Arten von Liebe prägen den gesamten Inhalt des Romans: die platonische Liebe, die lüsterne Liebe und die konventionelle Liebe.
Florentinos platonische Liebe
Die platonische Liebe wird als die unerreichbare Liebe Florentinos zu Fermina definiert. Diese Liebe ist hyperbolisch, übertrieben und fast obsessiv, da sie über 50 Jahre andauert. Die Liebe zwischen den beiden begann in ihrer Jugend, doch auf der „Reise des Vergessens“ verliert Fermina alle Hoffnung.
Triumph der Liebe im Alter
Der Triumph der Liebe stellt sich erst im hohen Alter ein, in der Dämmerung des Lebens der Charaktere.
Florentinos Idealisierung Ferminas
Florentino idealisiert seine Geliebte zunächst als unerreichbare Göttin. Später, in einer gekrönten Idealisierung, die an Don Quijote erinnert, drückt er seine Liebe durch Musik und Nachrichten aus. Florentinos physischer Zustand, seine falsche Wut und sein Schmerz sind vergleichbar mit den Qualen Callistos.
Symbole von Liebe und Tod
In diesem Roman existiert eine Welt voller Merkmale und Symbole von Liebe und Tod, die sich in den Charakteren widerspiegeln.
Das Boot als Mikrokosmos
So symbolisiert das Boot als Mikrokosmos die Geburt dieser neuen Liebe. Die Namen „Fer“ (Fermina) und „Flo“ (Florentino) stehen für „Neue Treue“ (New Fidelity) und sind eng mit der Geschichte verbunden.
Der Fluss als Lebenssymbol
Der Fluss symbolisiert das Leben, ein „Perpetuum Mobile“.
Florentinos „Ars Amandi“
Die Kunst der Verführung
Ferminas endgültige Ablehnung öffnet Florentino für eine neue, diesmal sexuelle Art der Liebe. „Ars Amandi“, die Kunst der Liebe, ist Florentinos Hauptmerkmal; er wird zu einem Liebhaber von 622 Frauen. Er besitzt die Fähigkeit, Frauen, insbesondere Witwen, für sich zu gewinnen.
Seine zahlreichen Liebhaberinnen
Unter seinen Liebhaberinnen sind hervorzuheben:
- Rosalia, seine erste Beziehung;
- die Witwe von Nazareth;
- Leona Cassiani;
- Olimpia Zuleta, die von ihrem Mann getötet wird;
- und América Vicuña, ein junges Mädchen, das Selbstmord begeht, weil Florentino sie verlassen hat.
Juvenal Urbino: Konventionelle Liebe
Die Fassade der Ehe
Solche Untreue verletzt die eheliche Beziehung und erzeugt Misstrauen sowie Schuldgefühle. Die konventionelle Liebe zwischen Fermina und Juvenal Urbino bleibt letztlich eine Fassade, die durch soziale und religiöse Verpflichtungen aufrechterhalten wird. Fermina wählt Juvenal, weil er Arzt und eine wichtige Persönlichkeit im Dorf ist; er erfüllt all ihre Wünsche und Bedürfnisse. Florentino hingegen ist nicht in der Lage, ihr all das zu geben. Juvenal seinerseits besaß bereits Prestige, Geld und Bildung; ihm fehlte lediglich eine passende Frau. Im Laufe der Zeit verlieren die Ehepartner die Illusion der Liebe, sodass Juvenal untreu wird. Die Ehe der beiden war im Grunde eine Frage des äußeren Scheins.
Juvenals außereheliche Affären
Auch Juvenal unterhält außereheliche Beziehungen, beispielsweise mit Barbara Lynch.
Cholera und der allgegenwärtige Tod
Cholera und Tod gehen im Roman Hand in Hand. Der Tod tritt bereits zu Beginn des Romans auf, verursacht durch den Selbstmord Jeremias, der aus Angst vor der Zeit geschieht. Die Figur, die zweifellos stets mit dem Tod assoziiert wird, ist der Arzt Juvenal, der sich ständig mit der Cholera auseinandersetzt. Auch an den Orten, die er besucht, sind Tod und Seuchen allgegenwärtig.
Tod in vielfältigen Formen
Der Tod manifestiert sich im Werk auf vielfältige Weise:
- nicht nur durch Krankheit,
- sondern auch durch den Selbstmord Jeremias,
- den Tod der jungen América, die von Florentino verlassen wird,
- und den gewaltsamen Tod Olympias, die von ihrem Ehemann wegen Untreue enthauptet wird.
Florentinos Geduld und Hoffnung
Im Verlauf der Ereignisse wartet Florentino darauf, dass seine Rivalen sterben, um Fermina zurückzugewinnen. Nach Jahren des Wartens sind beide Charaktere unwiderruflich gealtert. Doch die einzige Person, die keine Angst vor Alter und Tod hat, ist Florentino, da er sein ganzes Leben lang auf Fermina gewartet hat.
Américas tragischer Selbstmord
Américas Selbstmord ist ein Schlüsselmoment im Roman, da eine gemeinsame Liebe zwischen Fermina und América nicht möglich war.
Das ewige Ende der Liebe
Schließlich endet der Roman damit, dass die Cholera-Flagge auf dem Schiff „Neue Treue“ gehisst wird, um nicht an Land gehen zu müssen und ihre Liebe für immer bestehen zu lassen.