Das Lied von El Cid: Analyse, Struktur und Stil
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Das Lied von El Cid
Das Werk verherrlicht den Helden als ein Vorbild von Werten. Es erzählt die Heldentaten von Rodrigo Díaz de Vivar, bekannt als El Cid, in einem historischen Gesang. Die Hauptfigur wird dargestellt, wie König Alfons VI. ihn seines Besitzes beraubt und aus Kastilien verbannt. Dank seiner Taten gewinnt er seine verlorene Ehre zurück.
In der komplexen Persönlichkeit von Rodrigo hebt der Autor einige Aspekte hervor:
- Königstreue: El Cid bleibt dem König treu und ergeben, selbst als dieser die Verleumdungen von Rodrigos Feinden ignoriert.
- Ehre: Rodrigo erlangt die königliche Vergebung und seine Töchter heiraten schließlich in königliche Linien ein, nämlich die Infanten von Navarra und Aragón.
- Persönlicher Einsatz und Glaube: Er ist ein gläubiger Christ, bemüht sich, ein guter Vater zu sein und sorgt für Gerechtigkeit unter seinen Untertanen.
- Besonnenheit (Mesura): In all seinen Handlungen zeigt sich El Cid stets besonnen und vorsichtig.
Autorschaft und Datierung
Hinsichtlich der Urheberschaft gibt es zwei Hypothesen: San Esteban de Gormaz oder Medinaceli. Aktuell neigt die Kritik eher dazu, die Entstehung des Werkes auf den Anfang des 12. Jahrhunderts zu datieren.
Struktur des Werkes
Das Lied besteht aus 3730 Versen, die in Strophen mit assonierenden Monoreimen (Tiraden) gruppiert sind. Die Verse haben keine feste Silbenzahl und sind zweigliedrig (bestehen aus zwei Halbversen, die durch eine Zäsur getrennt sind).
Es ist in drei Gesänge (Cantares) gegliedert:
- Gesang des Exils (Cantar del destierro): El Cid wird von König Alfons VI. aus Kastilien verbannt. Er lässt seine Familie im Kloster San Pedro de Cardeña zurück und begibt sich ins Exil. Um Vergebung zu erlangen, sendet er dem König Geschenke als Zeichen seiner Unterwerfung.
- Gesang der Hochzeit (Cantar de las bodas): Erzählt von der Eroberung Valencias, woraufhin El Cid öffentlich begnadigt wird. Der Gesang endet mit der Heirat seiner Töchter mit den Infanten von Carrión.
- Gesang der Schande von Corpes (Cantar de la afrenta de Corpes): Die Infanten von Carrión zeigen bald ihre Feigheit. Sie bitten El Cid, ihre Frauen mit in ihre Ländereien nehmen zu dürfen, doch im Eichenwald von Corpes misshandeln und verlassen sie diese. El Cid fordert Gerechtigkeit vom König, der die Cortes in Toledo einberuft. Die Infanten werden in einem Duell besiegt. Das Lied endet mit dem Heiratsantrag der Infanten von Navarra und Aragón für Doña Elvira und Doña Sol.
Stilistische Merkmale
- Epitheta (Beinamen): Charakterisierende Adjektive, die verwendet werden, um die Eigenschaften des Helden hervorzuheben.
- Pleonasmen: Werden zur Steigerung der Ausdruckskraft eingesetzt, auch wenn sie logisch redundant sind.
- Appelle an das Publikum: Mit diesen wird versucht, den Leser oder Zuhörer direkt anzusprechen.
- Häufige Auslassung von Verben: Das Weglassen von Verben macht das Gedicht schneller und dynamischer.
- Rhetorische Wiederholungen: Wiederholung desselben Konzepts mit unterschiedlichen Worten.
Die spanischen Romanzen
Die Romanze ist ein Gedicht von variabler Länge, das in achtsilbigen Versen verfasst ist. Die geraden Verse weisen eine Assonanz auf, während die ungeraden Verse reimlos bleiben. Die Romanzen sind thematisch sehr vielfältig.
Klassifizierung der Romanzen
- Historische Romanzen: Ihre Handlung basiert auf politischen Ereignissen in der Geschichte der christlichen Königreiche der Iberischen Halbinsel. Sie können sich auf eine bestimmte Figur konzentrieren oder wichtige Nachrichten verbreiten.
- Grenzromanzen (Romances fronterizos): Erzählten von Ereignissen an der Grenze während der Reconquista und berichteten über den Kriegsverlauf (z. B. „Abenámar y el rey don Juan“).
- Maurische Romanzen (Romances moriscos): Stellten die Sichtweise der besiegten Mauren mit großer Dramatik und Sensibilität dar.