Linguistische Grundbegriffe: Semantik & Wortbeziehungen
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Linguistische Grundbegriffe
Zweisprachigkeit und Diglossie
Zweisprachigkeit bezeichnet die routinemäßige Verwendung von zwei Sprachen in derselben Region oder durch dieselbe Person.
Diglossie ist eine Art der Zweisprachigkeit, bei der die beiden Sprachen in einer ungleichen sozialen Prestigesituation verwendet werden.
Wortbedeutung: Denotation und Konnotation
Bezeichnung oder denotative Bedeutung ist die Menge grundlegender semantischer Merkmale eines Wortes, seine Kernbedeutung.
Konnotation oder konnotative Bedeutung ist die Menge der zusätzlichen Werte oder Assoziationen, die im Diskurs zur Bezeichnung eines Begriffs hinzukommen.
Lexikalische Beziehungen
Wortfamilie
Eine Wortfamilie (früher: Familie Lexika) ist eine Gruppe von Wörtern, die durch ihre Bedeutung miteinander in Beziehung stehen und ein gemeinsames Lexem (Wortstamm) teilen.
Semantisches Feld
Ein semantisches Feld ist eine Gruppe von Wörtern, die durch ihre Bedeutung zu einem bestimmten Themenbereich gehören und miteinander in Beziehung stehen.
Synonymie: Ähnliche Bedeutungen
Synonymie ist die Beziehung zwischen zwei Wörtern, die unterschiedliche Signifikanten (Formen), aber die gleiche oder eine sehr ähnliche Bedeutung haben.
Arten der Synonymie
- Absolute Synonymie: Tritt auf, wenn zwei Wörter in allen Kontexten austauschbar sind und exakt die gleiche Bedeutung haben (sehr selten). Beispiel: Samstag / Sonnabend (regional unterschiedlich).
- Konzeptionelle / Kognitive Synonymie: Die Beziehung zwischen Wörtern, die sich auf dieselbe Realität beziehen, aber leichte Unterschiede in Stil oder Konnotation aufweisen können. Beispiel: Bauch / Wanst.
- Denotative Synonymie: Tritt auf, wenn zwei Wörter die gleiche Denotation (Kernbedeutung), aber unterschiedliche konnotative Werte (Assoziationen) haben.
- Kontextuelle Synonymie: Tritt auf, wenn zwei Wörter nur in einem bestimmten Kontext austauschbar sind. Beispiel: Cervantes / der Einhändige von Lepanto.
- Partielle Synonymie (früher: falsche Synonymie): Tritt zwischen Wörtern auf, deren Denotate eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, aber nicht identisch sind. Beispiel: Nebel / Dunst.
Antonymie: Gegensätzliche Bedeutungen
Antonymie ist eine lexikalische Opposition, eine Beziehung zwischen zwei Wörtern mit gegensätzlichen Bedeutungen.
Arten der Antonymie
- Komplementarität: Die Behauptung des einen Begriffs schließt den anderen aus (keine Zwischenstufen). Die Negation des einen impliziert die Behauptung des anderen. Beispiel: tot / lebendig.
- Graduelle Antonymie: Zwischen den beiden gegensätzlichen Konzepten gibt es Abstufungen oder Grade. Beispiel: heiß / kalt (dazwischen: warm, lau, kühl).
- Konverse Antonymie / Reversivität: Tritt auf, wenn zwei Wörter dieselbe Situation aus entgegengesetzten Perspektiven beschreiben. Das eine impliziert das andere. Beispiel: kaufen / verkaufen, geben / nehmen.
Mehrdeutigkeit: Polysemie und Homonymie
Polysemie ist die Eigenschaft eines Wortes, mehrere verschiedene, aber miteinander (oft historisch oder metaphorisch) verwandte Bedeutungen zu haben. Beispiel: Läufer (Sportler, Teppich, Schachfigur).
Homonymie ist die Beziehung zwischen zwei oder mehr Wörtern, die gleich lauten (Homophone, z.B. Lerche / Lärche) oder gleich geschrieben werden (Homographe, z.B. modern [verfaulen] / modern [zeitgemäß]), aber unterschiedliche, nicht verwandte Bedeutungen haben.
Inklusionsbeziehungen: Hyperonymie und Hyponymie
Hyperonymie ist die Beziehung eines Oberbegriffs (Hyperonym) zu seinen Unterbegriffen (Hyponyme). Beispiel: Blume ist ein Hyperonym zu Rose.
Hyponymie ist die Beziehung eines Unterbegriffs (Hyponym) zu seinem Oberbegriff (Hyperonym). Beispiel: Rose ist ein Hyponym zu Blume.