Linux Grundlagen: Geräte, Befehle und Dateisysteme
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Character Devices und Block-Geräte
Character Devices sind Geräte, die Daten als Byte-Strom lesen und schreiben. Beispiele für Character Devices sind Drucker und Tastaturen, die jeweils nur ein Byte gleichzeitig verarbeiten können.
Block Devices sind Geräte, die Informationen in Fragmenten ("Blöcken") lesen und schreiben. Beispiele hierfür sind Festplatten, Disketten und CD/ROM-Laufwerke.
Der locate-Befehl
Der locate-Befehl gibt die Namen der Dateien und Verzeichnisse aus, die einem bestimmten Muster entsprechen. Er ist der schnellste der beiden Suchbefehle (im Vergleich zu find), da er auf einer Datenbank basiert (die standardmäßig täglich aktualisiert wird) anstatt in Echtzeit zu suchen.
Achtung: Er zeigt möglicherweise Dateien an, die seit dem letzten Update der Datenbank gelöscht wurden, findet aber keine neu erstellten Dateien.
Eigenschaften des bzip2-Befehls
Der bzip2-Befehl erzeugt tendenziell kompaktere, gepackte Dateien, ist aber CPU-intensiver. Mit bzip2 komprimierte Dateien werden mit bunzip2 dekomprimiert.
Der bzip2-Befehl unterstützt unter anderem folgende Optionen:
-C: Leitet die Ausgabe auf stdout (Standardausgabe).-D: Dekomprimiert die Datei anstatt sie zu komprimieren.
bzip2: Kompressionsrate und Anwendung
Die Option -9 legt die Kompressionsrate fest. Je höher die Zahl, desto besser die Komprimierung, was aber auch mehr Rechenzeit bedeutet.
Beispiel:
bzip2 -9 *.txt
(Komprimiert alle Dateien mit der Endung .txt im aktuellen Verzeichnis mit maximaler Kompressionsrate.)
Komprimierung und Dekomprimierung
Der bzip2-Befehl dient primär der Komprimierung. Zur Dekomprimierung wird der Befehl bunzip2 verwendet.
Beispiele:
bzip2 dokument_a_komprimierenbzip2 -d dokument_a_dekomprimieren.bz2bunzip2 dokument_a_dekomprimieren.bz2INode (Index Node)
Die INode ist eine Datenstruktur, die Metainformationen zu jeder Datei speichert. Dazu gehören:
- Zeiger auf die physische Datei (Datenblöcke)
- Dateiname (wird oft im Verzeichniseintrag gespeichert, aber hier gelistet)
- Eigentümer- und Gruppen-IDs
- Zugriffsrechte (Permissions)
- Größe
- Datum des letzten Zugriffs
- Anzahl der Hard-Links auf die Datei
Der stat-Befehl zeigt die Informationen über die Inode an.
Hard Links und Soft Links (Symbolische Links)
Hard Links
- Erstellt einen neuen Zeiger (Eintrag) auf dieselbe Inode.
- Alle Attribute der Links sind gleich.
- Die Datei wird erst gelöscht, wenn der letzte Hard Link entfernt wurde.
- Der Befehl
ls -lzeigt die Anzahl der Hard Links auf die Datei an.
Soft Links (Symbolische Links)
- Zeigen lediglich auf eine vorhandene Datei (Pfad).
- Ermöglichen das Verlinken von Verzeichnissen.
- Ermöglichen das Verlinken von nicht existierenden Dateien.
- Ermöglichen das Verlinken von Dateien auf anderen Dateisystemen.
- Wird die ursprüngliche Datei gelöscht, funktioniert der Soft Link nicht mehr (er zeigt ins Leere).
Praxis: Dateien suchen und sichern mit find
Der folgende Befehl sucht alle Dateien mit der Endung .html im aktuellen Verzeichnis und hängt deren Inhalt an die Datei Backups an.
find . -name '*.html' -exec cat {} >> Backups \;
Hinweis: Dieser Befehl erstellt keine Kopie der Dateien in einem Ordner, sondern fasst den Inhalt aller gefundenen Dateien in der Datei Backups zusammen.
Einbinden einer Windows-Partition (Mounten)
- Öffnen Sie zunächst eine Konsole als Root (oder verwenden Sie
sudovor allen Befehlen unter Ubuntu). - Erstellen Sie das Verzeichnis, in das die Windows-Partition eingehängt werden soll:
mkdir /mnt/windows - Suchen Sie nach der NTFS-Partition, um deren Gerätenamen zu ermitteln:
fdisk -l | grep NTFS - Hängen Sie die Partition ein (ersetzen Sie
/dev/hdaXdurch den ermittelten Gerätenamen):mount -t ntfs /dev/hdaX /mnt/windows Um die Partition dauerhaft einzubinden, sodass sie bei jedem Systemstart automatisch gemountet wird, bearbeiten Sie die Datei
/etc/fstab:nano /etc/fstabFügen Sie die entsprechende Zeile ein (z. B. unter Verwendung von
ntfs-3g, falls verfügbar).