Literarische Strömungen: Moratíns 'El sí de las niñas' und der Realismus

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"El sí de las niñas" von Moratín: Analyse

Das Stück "El sí de las niñas" (Die Mädchen selbst) wurde im späten 18. Jahrhundert geschrieben, jedoch erst 1806 uraufgeführt. Es gibt keine Aufzeichnungen darüber, dass Moratín es seinen Freunden im Jahr 1801 vorgelesen hätte. Das Stück war ein voller Erfolg.

Es ist ein repräsentatives Werk des klassizistischen Theaters, das ideologisch gegen Irrtümer und Laster kämpft und Tugend sowie Vernunft verteidigt.

Obwohl eine kritische Entwicklung des Werkes noch nicht abgeschlossen ist, erkennen wir ein durchgängiges Gefühl, das dem Anstand des Werkes dient und ein Gleichgewicht schafft, das weder rein rationale noch subjektivistische Positionen übertreibt. Dies bedeutet, dass das grundlegende Merkmal des Werkes Harmonie ist.

Diese Harmonie und dieses Gleichgewicht sind auch in den formalen Aspekten spürbar, d.h. die Einhaltung der Regel der drei Einheiten ist perfekt:

  • Eine Aktion: perfekt kombiniert mit dem Schauplatz eines Ortes, der zwar verbunden, aber ebenfalls begrenzt und vorübergehend ist.
  • Zeitliche Stärke: Die Handlung entwickelt sich in einer Nacht, die Dunkelheit darstellt (gleichbedeutend mit der Irrationalität der Liebe, die uneinheitlich auftrat).
  • Handlungsabschluss: Die Handlung ist in einer Zeit abgeschlossen, die uns die Morgendämmerung und damit das Licht zeigt (als Symbole der Rationalität, die Mängel der Falle aufdeckt).

Kritiker vermuten, dass das Werk autobiografische Züge haben könnte (Liebe zu Sabina Conti, Francisca Muñoz...), dies ist jedoch nicht schlüssig, da es eine literarische Tradition in diesen Bereichen gibt. Heute können wir feststellen, dass beide Aspekte dem Geist Moratíns entsprechen. Aus der Tradition stammen zwei literarische Quellen, die Moratín inspirierten:

  • Rojas Zorrilla"Entre bobos anda el juego"
  • Marivaux"L'École des mères" (Schule der Mütter)

Man kann sagen, dass es sogar harmonische Einflüsse gibt. Die Harmonie des Stücks rührt natürlich vom Gedanken her, denn in diesem Werk werden Intelligenz und Gefühl, logische Vernunft mit emotionaler Vernunft und ein kritischer, aber freundlicher Blick mit einer Vision kombiniert. Dies zeigt uns, dass die Handlung dieses Werkes harmonisch auf der Unechtheit der Tatsachen basiert und ein Gleichgewicht herstellt, um die Authentizität bis zum Ende des Werkes zu bringen: Sie beginnt mit einem Konflikt, der die ungleiche Liebe zwischen Don Diego und Doña Paquita betrifft, die unecht ist. Und der Grund, den wir durch Reflexion erhalten, ist die Echtheit der Natur, die die Wahrheit ist, die der Mensch und eine tugendhafte Gesellschaft suchen müssen.

Aus all diesen Gründen ist "El sí de las niñas" ein Werk, das in seiner Art Perfektion erreicht hat und weder postbarocke Ausdrücke noch den kurzen, radikalen Ausdruck der Romantik aufweist.

Realismus in der Literatur

Der Realismus ist eine literarische Strömung, die sich gegen die Auswüchse der romantischen Fantasie richtet und die erfreulichsten, aber auch die rohen Aspekte der aktuellen Gesellschaft aufzeigt. Viele der Protagonisten dieser Romane sind Bürger, ebenso wie ihre Gesellschaft. Statt lyrischer Gedichte sind es belletristische Werke mit einem praktischen und positiven Geist.

Die am häufigsten gepflegten literarischen Gattungen sind Romane und Erzählungen, deren Merkmale sind:

  • Verschiedene Themen, vorzugsweise bezogen auf die Belange des Augenblicks.
  • Demonstration der Ideologie des Schriftstellers.
  • Wahrscheinlichkeit in der Erzählung und genaue Beschreibungen.
  • Einfache Sprache, d.h. Alltagssprache.

Bekannte Vertreter des Realismus

  • Juan Valera: Pepita Jiménez, Juanita la Larga, Doña Luz.
  • Pedro Antonio de Alarcón: Der Dreispitz, El Capitán Veneno.
  • José María de Pereda: Sotileza, Peñas Arriba.
  • Benito Pérez Galdós: Doña Perfecta, La desheredada, Fortunata y Jacinta.

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