Literatur und Gesellschaft im 15. Jahrhundert

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Historischer Kontext: Soziale und kulturelle Aspekte

Die Gesellschaft des 15. Jahrhunderts war von Konflikten geprägt. Die Beziehungen zwischen den Mitgliedern der drei ethnisch-religiösen Gemeinschaften, die bis dahin in einem Klima gegenseitiger Toleranz gelebt hatten, verschlechterten sich schrittweise.

Die politische Krise vertiefte sich im 15. Jahrhundert, und Kastilien erlebte ein Gefühl der Gesetzlosigkeit, das sich in der Literatur widerspiegelte. Gegen Ende des Jahrhunderts unterwarfen die Katholischen Könige den Adel, konzentrierten die Macht in ihren Händen und gründeten eine autoritäre Monarchie.

Die klassische Antike wurde durch italienische Humanisten wie Dante, Petrarca und Boccaccio wiederentdeckt.

Literarische Gattungen

Im 15. Jahrhundert verschwanden Epen und die Gedichte des Mester de Clerecía; an ihre Stelle traten die alten Balladen (Romanzen). Am Hof entwickelte sich die kultivierte Lyrik, und das Interesse an Volksliedern (Weihnachtsliedern) erwachte. Zudem erschien eine starke theatralische Aktivität, die Pflege der historischen und didaktischen Prosa wurde gefördert und neue kulturelle Trends aus Italien wurden akklimatisiert.

Volksdichtung und traditionelle Erzählweise: Die alten Balladen

Die Romanzen sind kurze, lyrisch-epische Kompositionen, die aus der Zersplitterung alter Epen entstanden sind.

1. Entwicklung und Transfer

Die Romanzen wurden während des 15. Jahrhunderts mündlich übertragen. Im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sammelten Autoren diese in Liederbüchern (Cancioneros) und Romanceros. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und während des 17. Jahrhunderts schufen Dichter wie Cervantes, Góngora, Quevedo und Lope de Vega die sogenannten „neuen Romanzen“.

2. Themen

  • Historisch-bürgerlich: Sie stammen aus den alten kastilischen Epen und verherrlichen deren Helden (z. B. El Cid).
  • Romantisch und lyrisch: Entstanden aus der populären Fantasie.
  • Grenz- und maurische Themen: Erzählen von militärischen Episoden an der Grenze zwischen Mauren und Christen im 14. und 15. Jahrhundert.
  • Karolinger: Fokus auf die Figur Karls des Großen sowie damit verbundene Charaktere und Ereignisse.
  • Bretonisch: Inspiriert durch die Legende von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde.

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