Literatur und Kultur des spanischen Barock

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Der spanische Barock

Der Barock markiert das endgültige Ende der Renaissance-Ideen sowie den Verlust des rationalistischen Optimismus und des Vertrauens in Mensch und Natur. Die Gesellschaft ist geprägt von politischem, sozialem und künstlerischem Misstrauen, begleitet von einem Klima des Pessimismus und der Desillusionierung. In Spanien fällt der Barock mit dem politischen Niedergang und der Gegenreformation zusammen.

Themen und Lyrik

Die Themen des Barock drücken Enttäuschung und Ernüchterung aus, neben der Entwicklung von ernsthaften Überlegungen, Satire und Burleske – ein Zeitraum der Kontraste. Die Lyrik erreicht eine hohe Qualität mit starken Gegensätzen in Themen, Tönen und Formen. Herausragende Vertreter sind Luis de Góngora und Francisco de Quevedo. Sie perfektionierten das Sonett, die Romanze, die Décima und die Redondilla.

Luis de Góngora (1561–1627)

Aus einer Adelsfamilie stammend, schlug er eine kirchliche Laufbahn ein. Bekannt für seine Feindschaft mit Quevedo, zeichnet sich seine glänzende poetische Sprache durch eine elitäre Ästhetik aus. Man unterscheidet zwei Arten seiner Poesie:

  • Traditionell: Populäre Balladen und Letrillas.
  • Kultiviert (Culteranismo): Liederbücher, Sonette und drei große Gedichte: Fabel von Polyphem und Galatea, Einsamkeiten und die Panegyrik auf den Herzog von Lerma.

Francisco de Quevedo (1580–1645)

Er studierte Geisteswissenschaften und Theologie und nahm aktiv am höfischen Leben teil. Als Vertrauter des Herzogs von Osuna kombinierte er politische Aktivität mit beißender Satire. Intrigen führten zu seiner Verbannung und einer dreijährigen Haftstrafe. Seine Werke, die oft erst nach seinem Tod verbreitet wurden, spiegeln die barocken Kontraste wider: Liebe, Verfall und die Vergänglichkeit des Lebens treffen auf triviale Fragen und geistreiche Anekdoten. Sein bekanntestes Werk ist El Buscón.

Das Theater im Barock

Das Theater gliederte sich in religiöse Stücke (Autos sacramentales) und höfische bzw. populäre Stücke. Letztere zeichneten sich durch eine freie Handhabung von Raum und Zeit, tragikomische Elemente, metrische Vielfalt sowie eine lebendige Charakterzeichnung aus.

Lope de Vega (1562–1635)

Er führte ein abenteuerliches Leben, studierte in Alcalá und Salamanca und wurde später Priester. Er revolutionierte das Theater mit seinem Werk Arte nuevo de hacer comedias, das einen einfachen und natürlichen Stil propagierte. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen Fuenteovejuna, Der Ritter von Olmedo und La Dorotea.

Calderón de la Barca (1600–1681)

Als Schüler von Lope de Vega studierte er ebenfalls in Alcalá und Salamanca. 1651 wurde er zum Priester geweiht und später von Philipp IV. zum Kaplan ernannt. Zu seinen berühmtesten Komödien und Dramen gehören Der Bürgermeister von Zalamea, La Dama Duende und sein Meisterwerk Das Leben ist ein Traum.

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