Lope de Vega: Leben, Werk und Lateinische Topoi

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Topoi der Lateinischen Literatur

Die folgenden lateinischen Themen (Topoi) sind zentrale Motive in der europäischen Literatur:

Definitionen der wichtigsten Themen

  • Beatus ille: Bezieht sich auf das Lob des Landlebens im Vergleich zum städtischen Leben.
  • Locus amoenus: Beschreibt die Idealisierung eines paradiesischen, idealen Ortes, an dem der Mensch in Einklang mit den Elementen der Natur lebt.
  • Carpe Diem: Wörtlich: „Nutze den Tag“. Fordert dazu auf, den Augenblick zu ergreifen. Dieser Topos wurde vor allem in der Renaissance häufig verwendet, um darauf hinzuweisen, dass wir jeden Moment des Lebens nutzen sollen.
  • Collige, virgo, rosas (Sammle, Jungfrau, die Rosen): Ein Motiv, das die Wiederherstellung von Jugend und Schönheit thematisiert. Es ist eine Einladung, die Liebe zu genießen (symbolisiert durch die Rose), bevor die Zeit unsere besten Jahre stiehlt.
  • Tempus fugit: Die Zeit ist immateriell und kann weder aufgehalten noch zurückgenommen werden. Die Formulierung fordert dazu auf, die Zeit sinnvoll zu nutzen.
  • Ubi sunt?: Es ist die Klage, die rhetorische Frage nach den Augenblicken, Orten oder Menschen, die durch den Lauf der Zeit verschwunden sind und von denen uns nur Erinnerungen bleiben.

Lope de Vega (1562–1635): Leben und Werk

Biografie und turbulentes Liebesleben

Félix Lope de Vega Carpio (1562–1635) bediente sich fast aller literarischen Gattungen seiner Zeit, vom Epos bis zum Briefgenre. In allen war er außergewöhnlich, profilierte sich jedoch besonders im Drama. Er wurde in einer armen Familie geboren, und sein turbulentes Liebesleben spiegelt sich in seinen Gedichten wider, die den Frauen in seinem Leben gewidmet sind.

Im Jahre 1614 wurde er, nach einer persönlichen Krise, zum Priester geweiht. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, ab 1616 mit einer jungen Frau, Marta Nevares, zusammenzuleben, mit der er eine Tochter hatte. In seinen späteren Jahren erlitt er eine wirtschaftliche Verschlechterung, und sein Einfluss am Hof schwand. Er starb 1635, drei Jahre nach seiner letzten Geliebten.

Lyrisches Werk

Seine Romane, meist autobiografisch, wurden gesungen oder in Anthologien gesammelt. Er komponierte viele Liebesgedichte, heilige oder burleske Verse, die er in Büchern wie Rimas, Rimas Sacras und Rimas Humanas y Divinas zusammenfasste.

Seine hohe Qualität ermöglichte es seinem poetischen Drama, einen seltenen lyrischen Höhepunkt zu erreichen. Seine Stücke enthalten Romanzen, die viele der alten Balladen imitieren. Diese Anziehungskraft auf populäre Genres zeigt sich in der häufigen Verwendung traditioneller Liedchen.

Erzählerisches Werk

Episch-Lyrische Werke

Die wichtigsten epischen Werke sind:

  • Die Schönheit der Angelica (La hermosura de Angélica)
  • La Dragontea
  • El Isidro
  • Das eroberte Jerusalem (La Jerusalén conquistada)
  • Die Gatomaquia

Erzählende Prosa

Erfolgreiche Prosawerke sind:

  • Die Arcadia (La Arcadia)
  • Der Pilger in seiner Heimat (El peregrino en su patria)
  • Hirten von Bethlehem (Pastores de Belén)
  • Novelas a Marcia Leonarda (Romane für Marcia Leonarda)

Dramatisches Werk

Es sind etwa 1500 Stücke von Lope bekannt, von denen wir hier einige herausragende vorstellen. Liebe und Ehre sind die zentralen Motive der Handlung. Herausragend sind La dama boba (Die dumme Dame), Die Tapferkeit Belisas (La valentía de Belisa) und Der Hund in der Krippe (El perro del hortelano).

Wichtige Dramen

  • Fuente Ovejuna: Basierend auf einem historischen Ereignis: Aufgrund des Missbrauchs durch den Komtur Fernán Gómez erhebt sich das gesamte Volk von Fuente Ovejuna gegen ihn und tötet ihn auf schreckliche Weise. Bei der gerichtlichen Vernehmung bekennen sich die Dorfbewohner kollektiv zur Urheberschaft der Tat.
  • Der Ritter von Olmedo (El Caballero de Olmedo): Konzentriert sich auf die Liebe zwischen Doña Inés, einer Dame aus Medina, und Don Alonso, einem Ritter aus Olmedo. Das Stück, das in einer Atmosphäre der Vorahnung spielt, endet tragisch mit dem Mord an Don Alonso, der von einem Rivalen in der Liebe getötet wird.

Stil und Poetische Angemessenheit

Lope de Vega strebte stets nach einer literarischen Sprache, die zu den Themen, Genres und Charakteren passte. So erklärt er, bezogen auf das Theater, in den Versen seiner Abhandlung Arte nuevo de hacer comedias (Neue Kunst, Komödien zu verfassen), was als poetische Angemessenheit zu bezeichnen ist.

In seiner Polemik mit dem Culteranismo (Gongorismus) griff er die Dunkelheit an, die durch die Anhäufung von Metaphern, Sektierertum und latinisierten Konstruktionen verursacht wurde und die in einer Ästhetik der Renaissance verwurzelt war. Lope verteidigte die Übersichtlichkeit, die jedoch kultivierte Wurzeln sowohl in der Sprache als auch im subtilen Einsatz von „Konzepten“ hatte.

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