Lorca und Hernández: Meister der spanischen Literatur
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Lorca und die Gesamtleistung des poetischen Dramas
Federico García Lorca schuf das echte poetische Drama. In seinem Werk wurden neben dem Wort Musik, Tanz und Kunst immer wichtiger, wodurch die Inszenierungen zu einem Gesamtspektakel geworden sind. Die dramatische Produktion von Lorca bekundet seine tiefen Möglichkeiten, die Probleme des Lebens und der Geschichte durch eine mit Bedeutung aufgeladene Sprache darzustellen.
Frühe Dramen und Possen
Seine ersten Stücke stehen im Zusammenhang mit dem modernen Theater. Der Fluch des Schmetterlings steht im Einklang mit den Konventionen und Mängeln des Versdramas und führt das Thema des Ideals der Vollkommenheit ein. Mariana Pineda knüpft an das historische Drama in Versen an; es ist idealistisch und stellt das melodramatische Leben der Heldin aus Granada dar, die hingerichtet wurde, weil sie eine liberale Flagge bestickt hatte.
Die vier Possen von García Lorca entwickeln den Konflikt aus der Vernunftehe zwischen alten und jungen Menschen. Der Dramatiker verwendet populäre Formen des Puppentheaters in seinen Farcen für Marionetten: Tragikomödie des Don Cristóbal und der Doña Rosita sowie Retablillo de Don Cristóbal, beeinflusst von Valle-Inclán.
Zu den Farcen für Menschen zählen Die wundersame Schusterfrau sowie In seinem Garten liebt Don Perlimplín Belisa.
Unmögliche Komödien
Unter der Überschrift „Unmögliche Komödien“ (Comedias imposibles) finden sich drei Werke: Sobald fünf Jahre vergehen, Das Publikum und Komödie ohne Titel. Sie zeigen den deutlichen Einfluss des Surrealismus. Lorcas Theater bricht hier mit der logischen Aufteilung von Raum und Zeit, thematisiert die gespaltene Persönlichkeit und lässt mehrere Interpretationen zu.
Tragödien und ländliche Dramen
Lorca plante, eine „dramatische Trilogie der spanischen Erde“ zu schreiben, zu der wir Bluthochzeit, Yerma und Bernarda Albas Haus zählen. Diese Lorquianischen Tragödien finden in einer ländlichen Umgebung statt, in der natürliche Kräfte zum tragischen Schicksal werden. In diesen Dramen ist die Handlung oft von geringerer Bedeutung; es gibt nur wenige Hauptfiguren, die teilweise von Chören begleitet werden.
Miguel Hernández: Poesie zwischen Tradition und Moderne
Die Poesie von Miguel Hernández entstand im Prozess des Übergangs von modernistischen Innovationen hin zur Rehumanisierung. Sein Werk ist von intensiven Emotionen und einem tiefen menschlichen Inhalt geprägt, gerahmt in Verse von großer formaler Perfektion.
Themen und dichterische Entwicklung
Seine zentralen Themen sind:
- Die Liebe: Zuerst als Erotik und ungestilltes Verlangen, später als Fülle, Schmerz und Tod.
- Das Leben und Leid: Soziale Erfahrungen und persönliches Leid, deren höchster Ausdruck der Tod ist.
- Der Krieg: Er verschärft den Schmerz durch Hunger, Gefängnis und die Abwesenheit von geliebten Menschen.
Seine Haltung reflektiert einen tiefen Vitalismus, der Liebe und Solidarität vereint, woraus Hoffnung für die Zukunft erwächst.
Dichterische Laufbahn
In seiner Entwicklung integrierte er diverse Einflüsse, sowohl klassische (Góngora, Garcilaso) als auch zeitgenössische (Aleixandre und Neruda). Seine Flugbahn ist durch eine ideologische Entwicklung markiert.
Erste Phase (1933–1936)
Dies war die Suche nach einer eigenen poetischen Sprache. In Experte in Monden (Perito en lunas) zeigen sich Einflüsse von Góngoras 40 Oktaven und der Avantgarde, charakterisiert durch Hermetik und eine Art Rätselhaftigkeit. In Der Blitz, der nicht aufhört (El rayo que no cesa) ist das Hauptthema die Fülle der unmöglichen Liebe, die an moralischen Mustern scheitert. Dieses Buch besticht durch die Perfektion seiner Sonette.
Zweite Phase (1937–1938)
Diese Phase ist stark von Pablo Neruda beeinflusst. Hernández vertritt nun eine „unreine Poesie“, die sich engagiert mit der Realität auseinandersetzt. Klassische Strophen wechseln sich mit freien Versen ab. In dieser Zeit entstanden zwei wichtige Bücher:
- Wind des Volkes (Viento del pueblo): Das Bedürfnis, die Gefühle des Volkes durch Verse über Angst, Liebe und Protest auszudrücken. Es befasst sich mit den arbeitenden Menschen und dem Land.
- Der Mensch lauert (El hombre acecha): Hier entdeckt er den Hunger und die blutige Natur des Krieges, die den Menschen animalisiert.
Das Spätwerk
Seine letzten Gedichte sind im Liederbuch und Romanzen der Abwesenheiten (Cancionero y romancero de ausencias) gesammelt. Es dreht sich um das Gefühl des Verlusts: der Tod des ersten Sohnes, die Abwesenheit der Ehefrau und der Verlust der Freiheit. Dennoch erhebt der Dichter die Fahne der Liebe und Hoffnung: Die Liebe zum zweiten Sohn bedeutet Zukunft, und die Liebe zur Ehefrau erreicht eine affektive und erotische Fülle.