Lyrische Stilmittel und Gedichtformen: Definitionen & Beispiele
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Rhetorische Figuren und Stilmittel
Figuren der Wiederholung und Betonung
Tautologie: Verwendung unnötiger Worte, die jedoch einen expressiven Wert haben. Beispiel: „Ich sah es mit meinen eigenen Augen.“
Beiname (Epiteton): Ein unnötiges Adjektiv, das zur Betonung oder Charakterisierung dient (implizit). Beispiel: „tannengrün“
Anapher: Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Anfang aufeinanderfolgender Verse oder Sätze. Beispiel: „musste viel Zeit damit verbringen, hatte die Zeit zu vertreiben den langsamen ...“
Alliteration (Stabreim): Wiederholung des Anfangslauts benachbarter Wörter, oft zur Erzeugung von Rhythmus oder Betonung. Beispiel: „In der Stille hörte nur ein Flüstern, das Bienen klang.“
Figuren der Ersetzung und Umschreibung
Metapher: Benennung einer Realität mit dem Namen einer anderen, die Ähnlichkeiten aufweist (bildlicher Vergleich ohne „wie“). Beispiel: „Erdbeergesicht.“
Vergleich: Gegenüberstellung ähnlicher Begriffe, verbunden durch Vergleichswörter wie wie oder als. Beispiel: „Vergessen wie ein Hund...“
Synekdoche: Ein Teil steht für das Ganze oder umgekehrt (Ersetzung eines Begriffs durch einen engeren oder weiteren). Beispiel: „Verfügt über 20 Quellen.“
Periphrase (Umschreibung): Beschreibung einer Person oder Sache durch eine Umschreibung oder eine Reihe von Worten. Beispiel: „war die Blütezeit des Jahres.“
Figuren der Kontraste und Übertreibung
Hyperbel (Übertreibung): Übertreibung der Wirklichkeit zur Verstärkung oder Verminderung. Beispiel: „Ein Mann, der die Nase in alles steckt.“
Antithese: Gegenüberstellung von Wörtern oder Sätzen mit entgegengesetzter Bedeutung (Gegensatz). Beispiel: „Ich sterbe nicht durch Sterben.“ (Dieses Beispiel ist ein Paradoxon.)
Ironie: Aussage, die das Gegenteil von dem meint oder suggeriert, was tatsächlich gesagt wird. Beispiel: „Eine Mahlzeit ewig, ohne Anfang und Ende.“
Figuren der Klang- und Sinneswahrnehmung
Lautmalerei (Onomatopoesie): Nachahmung eines natürlichen Klangs oder Geräuschs. Beispiel: „Tick-Tack, doodle.“
Synästhesie: Zuweisung einer Empfindung zu einem Sinn, dem sie nicht entspricht (Vermischung von Sinneswahrnehmungen). Beispiel: „Der Klang des Sonnengottes.“
Personifikation: Zuschreibung menschlicher Eigenschaften zu Leblosem oder Abstraktem. Beispiel: „Der Nebel streckt plötzlich seine Finger aus.“
Figuren der Satzstruktur
Hyperbaton: Umkehrung der üblichen Wortreihenfolge im Satz. Beispiel: „Den Raum, in den dunklen Winkel.“
Lyrische Elemente und Sprechhaltungen
Lyrisches Ich (Sprecher): Die Stimme, die im Gedicht spricht.
Lyrisches Subjekt (Gegenstand): Das, was dem lyrischen Sprecher dazu dient, sein Innenleben auszudrücken.
Grundlegende Lyrische Themen: Liebe, Heimat, Freude über die Haltung, das Wesen, die Angst vor dem Vergehen des Lebens.
Der Geist des lyrischen Sprechers: Der innere Zustand des Sprechers. Beispiel: „Trauer, Trauer.“
Sprechhaltungen im Gedicht
Deklarative Haltung (Erzählhaltung): Der Sprecher erzählt eine Geschichte oder beschreibt Ereignisse. Beispiel: „Schön trägt Margarita, das Meer und der Wind einen feinen Duft des Orangenblüten-Atems.“
Apostrophe: Direkte Anrede eines Objekts oder einer Person („Sie“), die der Sprecher in seinem Gesang anspricht oder befragt. Beispiel: „Ruft Herr, wie Sie wissen, mit Bravour auf, durch die seltsamen Wesen Ihnen mein Wort.“
Expressive Haltung: Der lyrische Sprecher bezieht sich vorzugsweise auf seine eigene Innerlichkeit und Gefühle. Beispiel: „Die Erde ist süß für menschliche Lippen, so wie sie süß war, als ich sie hatte.“
Wichtige Gedichtformen
Sonett: Besteht aus zwei Quartetten (Vierzeilern) und zwei Terzetten (Dreizeilern). Oftmals behandelt es das Thema Liebe.
Romanze: Gedichtform mit unregelmäßiger Zeilenanzahl, meist in achtsilbigen Versen, wobei die geraden Verse Assonanzreime aufweisen.
Ode: Feierliches Gedicht, das Lob und Anerkennung für eine Person, einen Gegenstand oder eine Wirklichkeit ausdrückt.
Ballade: Erzählgedicht, oft mit sentimentalem und melancholischem Ton.
Décima (Zehnzeiler): Strophe von zehn achtsilbigen Zeilen mit einem spezifischen Reimschema.