Machiavelli: Die Renaissance der Politikwissenschaft

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Sozio-historischer Hintergrund

Machiavelli lebte vom 15. bis zum 16. Jahrhundert während der Renaissance, einer Zeit des Humanismus, die von der Mentalität geprägt war, dass das Neue Fortschritt bringt.

Republik oder Monarchie?

Machiavellis idealer Staat ist eine gut organisierte Republik. Er stellt jedoch fest, dass selbst das perfekteste politische System korrumpieren kann. Wenn dies geschieht, muss ein Prinz oder ein absoluter Monarch die Macht übernehmen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Eine neue Disziplin: Politikwissenschaft

Machiavelli gilt aus zwei wesentlichen Gründen als Schöpfer der Politikwissenschaft:

  1. Er greift auf politische Erfahrungen (die politischen Ereignisse seiner Zeit) zurück.
  2. Er nutzt solide theoretische Grundlagen, um diese politischen Ereignisse zu erklären und zu verstehen.

Daraus ergeben sich zwei Entwicklungen:

  • Der Herrscher muss ein amoralisches Verhalten an den Tag legen, um den Staat und das Volk effektiv zu führen. Es zählt nur das, was tatsächlich geschieht, nicht das, was man tun sollte, um an der Macht zu bleiben.
  • Er lehnt jegliche Utopien und ideale Gesellschaftsentwürfe ab, da es schwierig ist, das eigentliche Ziel der Politik zu erreichen: die Ausübung und den Erhalt der Macht. Die Macht wird zum Selbstzweck, für den jedes Mittel recht ist („Der Zweck heiligt die Mittel“).

Rationale Perspektive: Theoretische Grundlagen

  • Unveränderlichkeit der menschlichen Natur: Die Natur des Menschen ändert sich weder durch Ort noch Zeit, da der Mensch stets von denselben Leidenschaften und Wünschen beherrscht wird. Wer die Vergangenheit sorgfältig prüft, kann leicht allgemeine Regeln (Induktion) finden, die zukünftige Ereignisse regeln.
  • Die Bosheit der Menschen: In der Politik muss davon ausgegangen werden, dass alle Menschen schlecht sind und ihre Bosheit umsetzen, sobald sie die Gelegenheit dazu haben. Das Urteil kennt keine Illusionen über die menschliche Güte; der Mensch ist nur aus Notwendigkeit gut.

Politik und Staatsräson

Für Machiavelli ist Politik die Kunst der Herstellung, Erweiterung und Erhaltung eines Staates. Diese Aufgabe gilt gleichermaßen für den Staat und den Fürsten: Ziel der Politik = Ziel des Staates = Ziel des Fürsten = Machterhalt.

Er schlug als Erster die Regel der Staatsräson vor: Ein Herrscher handelt im Interesse, zur Verteidigung oder zum Wohle des Staates, unabhängig von der Moral. Daher heiligt der Zweck die Mittel; der Erfolg rechtfertigt die Maßnahmen.

Die zwei Faktoren, die den politischen Erfolg eines Herrschers beeinflussen, sind:

  • Die doppelte Tugend (Virtù): Die List, um die besten Mittel zum Ziel zu finden, und die Vitalität, um dieses Ziel zu erreichen.
  • Fortuna (Schicksal): Ein Faktor, der außerhalb der eigenen Kontrolle liegt, den man aber vorausahnen oder spüren kann.

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