Der Magische Realismus: Definition, Merkmale und Schlüsselwerke

Eingeordnet in Sprache und Philologie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,27 KB

Der Magische Realismus ist ein metasprachliches und literarisches Genre, das Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts entstand. Der Begriff wurde erstmals von dem Kunstkritiker Franz Roh verwendet, um die deutsche Malerei zu beschreiben, welche eine veränderte Realität zeigte. Später wurde er von bestimmten lateinamerikanischen Schriftstellern übernommen. Der Roman Doña Bárbara von Rómulo Gallegos gilt als Initiator dieser literarischen Tendenz.

Der Magische Realismus ist definiert durch stilistische Anliegen und das Interesse, das Unwirkliche oder Fremde als alltäglich und häufig darzustellen. Es ist ein magischer literarischer Ausdruck, dessen Zweck nicht darin besteht, Emotionen zu wecken und auszudrücken, sondern vor allem eine Haltung gegenüber der Realität darstellt. Eines der repräsentativsten Werke dieses Stils ist Hundert Jahre Einsamkeit (One Hundred Years of Solitude) von Gabriel García Márquez.

Der Magische Realismus teilt gewisse Eigenschaften mit dem Epischen Realismus, wie die Forderung nach Glaubwürdigkeit der inneren Fantasie und des Irrealen, im Gegensatz zur nihilistischen Haltung, die ursprünglich von der Avantgarde und dem Surrealismus angenommen wurde.

Merkmale des Magischen Realismus

Figuren (Charaktere)

Die Figuren in den Werken dieser Bewegung neigen dazu zu reisen, nicht nur physisch (wie die Charaktere in den kreolischen Werken, um ein Beispiel zu nennen), sondern dieser Wandel von Raum und Zeit erfolgt auch aus ihren Gedanken und ihrem Traumzustand heraus.

Zeitdarstellung

Wir finden vier Positionen der Zeitdarstellung:

  • Chronologische Zeit: Die Handlungen folgen dem logischen Verlauf der Zeit.
  • Bruch der Zeitebenen: Mischung aus Präsens, Präteritum (Regressionen) und Futur (Vorschüsse). (Beispiel: *Nacht oben* von Julio Cortázar)
  • Statische Zeit: Die chronologische Zeit wird angehalten, als ob sie nicht überwunden werden könnte.
  • Widersprüchliche Zeit (Zeitaufwand): Es ist widersprüchlich, einen Tag in der Nacht zu betrachten, wenn wir lesen: „Es war die Morgenröte“, „Es war Nacht“, unter anderem.

Verwandte Einträge: