Das Magische Viereck und die Konjunkturpolitik

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Das Magische Viereck

Das magische Viereck beschreibt vier Ziele, die zur Verwirklichung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts angestrebt werden. Der Begriff „magisch“ rührt daher, dass diese Ziele nicht immer gleichzeitig erreicht werden können. Beispielsweise ist es schwierig, ein stabiles Preisniveau zu halten, wenn gleichzeitig Vollbeschäftigung herrscht.

Die vier Hauptziele des Magischen Vierecks:

  • Stabiles Preisniveau: Die Preise sollten weder zu stark steigen noch fallen. Ziel ist eine Inflationsrate von maximal 2%.
  • Hoher Beschäftigungsstand: Alle Menschen sollen nach Möglichkeit Arbeit haben. Ziel ist Vollbeschäftigung.
  • Außenwirtschaftliches Gleichgewicht: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Exporten und Importen.
  • Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum: Ziel ist ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3-4% jährlich.

Erweiterung zum Magischen Sechseck

Zusätzlich zu den vier Hauptzielen werden oft noch zwei weitere Ziele genannt, die das magische Sechseck bilden:

  • Umweltschutz
  • Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung

Konjunktur und Konjunkturpolitik

Konjunktur bezeichnet die wirtschaftliche Lage eines Staates. Konjunkturschwankungen beschreiben die zyklischen Veränderungen dieser Lage, die sich in vier Phasen unterteilen lassen:

  • Aufschwung (Expansion)
  • Hochkonjunktur (Boom)
  • Abschwung (Rezession)
  • Tiefstand (Depression)

Konjunkturpolitik umfasst Maßnahmen, die darauf abzielen, diese Schwankungen zu dämpfen und die Wirtschaft zu stabilisieren.

Ansätze der Konjunkturpolitik:

  • Keynesianischer Ansatz (antizyklische Fiskalpolitik): Der Staat greift aktiv in das Wirtschaftsgeschehen ein. In Krisenzeiten wird die Nachfrage durch staatliche Ausgaben (z.B. Bauprojekte) gesteigert, um Arbeitsplätze zu schaffen. Die Geldpolitik der Zentralbanken wird in diesem Modell als weniger wirksam angesehen.
  • Angebotsorientierte Fiskalpolitik (Friedman): Dieser Ansatz geht davon aus, dass sich der Markt von selbst zum Gleichgewicht findet. Maßnahmen konzentrieren sich auf die Angebotsseite (Unternehmen), um die Wirtschaft anzukurbeln. Geldpolitik und Steuern spielen hier eine zentrale Rolle.

Die Europäische Zentralbank (EZB)

Die EZB ist die Zentralbank der 19 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro eingeführt haben. Sie ist unabhängig von staatlicher Kontrolle.

Aufgaben und Struktur der EZB:

  • Sitz: Frankfurt am Main
  • Funktion: „Bank der Banken“, da nationale Banken dort ihre Konten führen.
  • Hauptaufgabe: Sicherung der Preisstabilität.
  • Weitere Aufgaben: Gelddrucken, Unterstützung des Wirtschaftswachstums, Verwaltung der Währungsreserven.

Instrumente der EZB zur Erreichung ihrer Ziele:

  • Zinspolitik: Festlegung von Leitzinsen, zu denen sich Geschäftsbanken Geld bei der EZB leihen oder anlegen können. Ein niedriger Leitzins macht Kredite billiger und soll die Wirtschaft ankurbeln.
  • Mindestreservepolitik: Banken müssen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einlagen bei der EZB hinterlegen.
  • Offenmarktgeschäfte: Kauf oder Verkauf von festverzinslichen Wertpapieren (z.B. Staatsanleihen) durch die EZB, um die Geldmenge im Umlauf zu beeinflussen.

Wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Zinsen:

  • Leitzins: Der Zinssatz, zu dem sich nationale Zentralbanken Geld bei der EZB leihen oder anlegen.
  • Sollzins: Der Zinssatz, den man für Kredite zahlen muss.
  • Habenzins: Der Zinssatz, den man für Guthaben auf Sparkonten erhält.

Organe der EZB:

  • EZB Direktorium
  • EZB-Rat
  • Erweiterter EZB-Rat

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