Maison Carrée: Ein römischer Tempel
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Maison Carrée
Hintergrund
Die Maison Carrée wurde im Auftrag von Marcus Vipsanius Agrippa erbaut. Zu dieser Zeit hatte jeder eine Aufgabe. Agrippa war für den Bau dieses Gebäudes verantwortlich, während das *Imperium Romanum* wuchs. Er war auch für den Straßenbau und andere Gebäude verantwortlich. Er öffnete das *Imperium*.
Formale Beschreibung
Der Tempel ist ein rechteckiger, pseudoperipteraler Hexastyl mit sechs korinthischen Säulen an der Front. Die seitlichen Säulen sind an die Wände der Cella angelehnt. Das Dach ist ein Satteldach (zwei "Gewässer"). Die Säulen sind 17 Meter hoch. Der Tempel steht auf einem Podium, was einen etruskischen Einfluss zeigt. Es gibt nur einen Eingang an der Hauptfassade, zu dem man über eine Treppe gelangt, die sich vor der Veranda befindet.
Das Gebälk besteht aus einem dreiteiligen Architrav. Der Fries ist mit pflanzlichen Motiven verziert, obwohl die genaue Dekoration nicht mehr vollständig bekannt ist. Der dreieckige Giebel ist schmucklos; jegliche Dekoration ist verloren gegangen. Die Säulen, auch die seitlichen, sind korinthisch. Das Innere der Cella ist ein einziger, ungeteilter Raum. Es ist ein heiliger Tempel. An den Außenseiten befinden sich 20 angelehnte Säulen.
Bedeutung und Funktion
Der Tempel hatte eine religiöse und *kommemorative* Funktion. Er war ein religiöser Tempel, den Agrippa den Göttern Roms widmen wollte. Es wird auch gesagt, dass er den Enkeln und Adoptivsöhnen des Kaisers Augustus, Gaius und Lucius Caesar, gewidmet war, die Söhne Agrippas waren. Die Widmung an den Kaiser diente auch dem Gedenken an die kaiserliche Familie.
Funktion im Laufe der Zeit: Im Mittelalter wurde der Tempel in eine Kirche umgewandelt. Heute ist der Tempel ein Museum für antike Kunst.
Vorbilder und Einflüsse
Römische Tempel wurden stark von griechischen Tempeln beeinflusst, zum Beispiel in der rechteckigen Form und den architektonischen Ordnungen. Von den Etruskern übernahmen sie das Podium, das die Bedeutung der Hauptfassade mit einem *Portikus* und einer vorgelagerten Treppe betonte. Während bei den Griechen alle Seiten gleich wichtig waren, ist es für die Römer die Vorderseite, was bedeutet, dass die Gebäude von vorne betrachtet werden sollen.
Ab der Herrschaft des Kaisers Augustus wurde die korinthische Ordnung die hauptsächlich verwendete. Die ionische und dorische Ordnung wurden nur noch zur Dekoration verwendet. Obwohl von der Dekoration nur wenig erhalten ist, können wir Einflüsse kurz nach dem Bau der Ara Pacis (Altar des Friedens) feststellen.
Die Gestaltung dieses Altars ist von der Maison Carrée beeinflusst. Die Verwendung der korinthischen Ordnung und die Bedeutung des *Portikus* hatten großen Einfluss auf die Renaissance, zum Beispiel bei der Kirche La Madeleine in Paris.