Makroökonomie: AD, Fiskalpolitik und Multiplikatoren
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Grundlagen der Makroökonomie (T13)
Die Aggregierte Nachfrage (AD) setzt sich zusammen aus: AD = C + I + G + XN (Konsum + Investitionen + Staatsausgaben + Nettoexporte).
Konsum, Sparen und Verfügbares Einkommen
Das verfügbare Einkommen wird für privaten Konsum (C) und private Ersparnis verwendet. Die Marginale Konsumneigung (PMC) ist der Anteil des Konsums am verfügbaren privaten Einkommen. Wenn C steigt, sinkt der Anteil des verfügbaren privaten Einkommens, der gespart wird.
Staatliche Steuern werden als Nettosteuern (T) betrachtet.
Die keynesianische Konsumfunktion erklärt den privaten Konsum (C) als abhängig vom aktuellen verfügbaren Einkommen. Andere Theorien besagen, dass Konsumentscheidungen stärker von zukünftigen Erwartungen beeinflusst werden.
Vermögensentscheidungen: Real- vs. Finanzaktiva
Man muss entscheiden, wie Ersparnisse angelegt werden: in Realaktiva (ActReals) oder Finanzaktiva (ActFina).
Finanzmärkte und Vermögensbildung
Vermögen (Reichtum) ist eine Bestandsgröße (Fonds), die sich erhöht, wenn die Aktiva die Passiva übersteigen. Sparen ist eine Flussgröße.
Das Finanzsystem leitet die Sparfinanzierung über Finanzintermediäre zu Investoren und finanziellen Aktiva.
Finanzaktiva und Preisbildung
- Festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen): Diese neigen zu jährlichen Zinszahlungen. Der Preis der Anleihe sinkt, wenn der Zinssatz (i) steigt.
- Aktien (Variable Wertpapiere): Der Aktienpreis steigt, wenn die Gewinnerwartung steigt, und fällt mit steigendem Zinssatz (i).
Öffentliche Finanzen und Fiskalpolitik
Der Staatshaushalt umfasst öffentliche Einnahmen und Ausgaben. Ein ausgeglichener Haushalt liegt vor, wenn Einnahmen und Ausgaben gleich sind.
- Haushaltsüberschuss (Superavit): Einnahmen > Ausgaben.
- Haushaltsdefizit (Defizit): Einnahmen < Ausgaben.
Bei einem Defizit nimmt der Staat Kredite auf, was zur Staatsverschuldung führt.
Aus buchhalterischer Sicht sind Sparen und Investitionen in der Fiskalpolitik relevant.
Die Fiskalpolitik zielt darauf ab, die sich wandelnden öffentlichen Haushalte zu kontrollieren. Ihre Instrumente sind die Staatsausgaben (G) und die Nettosteuern (T).
Instrumente und Multiplikatoren der Fiskalpolitik
Die Fiskalpolitik ist expansiv, wenn G steigt oder T sinkt, wodurch die Aggregierte Nachfrage (DA) steigt.
Der Staatsausgaben-Multiplikator (G)
Der Multiplikator für Staatsausgaben (G) ist: 1 / (1 - PMC). Ein Anstieg von G führt zu einem Anstieg der DA. Wenn G steigt, erhöhen sich DA, Beschäftigung und privates Einkommen, was wiederum den Konsum-Multiplikator auslöst.
Der Steuermultiplikator (T)
Der Steuermultiplikator ist: -PMC / (1 - PMC). Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die DA aus, aber der Effekt ist geringer als der Effekt einer gleich großen Änderung von G.
Verdrängungseffekt (Crowding-Out)
Eine Variante des Verdrängungseffekts besagt, dass eine Erhöhung von G andere Bestandteile der DA reduziert (z. B. durch steigende Preise oder Zinsen). Dadurch ist die endgültige Wirkung auf das Einkommen (Y) geringer.
Wenn das Aggregierte Angebot (O) vertikal verläuft (langfristig), ändert eine Zunahme von G das Gesamteinkommen nicht, sondern führt nur zu Inflation.
Automatische Stabilisatoren
Progressive Steuern wirken als automatische Stabilisatoren, da sie die Schwankungen der DA dämpfen.