Management-Kontrolle, Prüfungsnachweise und Audit-Risiko: Ein Überblick
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Instrumente der Management-Kontrolle
Planung
Die Planung etabliert Programme, Aktionslinien und Verantwortlichkeiten in einer Organisation zur Erreichung der Unternehmensziele. Sie wird durch spezifische Programme ausgeführt und im Haushaltsplan (Budget) verankert.
Budgetierung
Das Budget dient dazu, die Ziele präzise festzulegen, Beträge anzugeben und Verantwortlichkeiten zuzuweisen. Das auf die unmittelbare Zukunft angewandte Budget wird als operative Planung bezeichnet. Diese wird für einen Zeitraum von Tagen oder Wochen durchgeführt, umfasst vollständig quantitative Variablen und erfordert die direkte Einbindung der einzelnen Abteilungen.
Ursachen von Abweichungen (Soll-Ist-Vergleich)
Abweichung
Die Abweichung ist der Unterschied, der sich beim Vergleich der erwarteten (geplanten) Daten mit den tatsächlichen Daten ergibt.
Häufige Ursachen für Abweichungen
- Fehler bei der Schätzung des Umfelds: Betrifft beispielsweise den geschätzten Umsatz, Vertriebskosten und Gemeinkosten.
- Methodenfehler: Dazu gehören geringe Dezentralisierung, mangelhafte temporäre Koordination zwischen Buchhaltung und Bilanzen usw.
- Fehler in der Zweck-Mittel-Relation: Beispielsweise zu ehrgeizige Zahlen oder der falsche Einsatz der Mittel.
Prüfungsnachweise und Wesentlichkeit
Hinreichende Prüfungsnachweise
Dies bezeichnet das Niveau der Nachweise, das der Prüfer durch seine Prüfungsunterlagen erhalten muss, um angemessene Schlussfolgerungen über den Jahresabschluss ziehen zu können.
Materielle Prüfungsnachweise und Verfahren
Ziel der Prüfungshandlungen ist es, erhebliche Ungenauigkeiten in den Jahresabschlüssen festzustellen. Die Verfahren beziehen sich auf Mengen und sind von zweierlei Art:
- Analytische Prüfungstechniken
- Tests der Einzelheiten von Transaktionen und Salden
Relative Bedeutung (Wesentlichkeit)
Die Wesentlichkeit beschreibt die Größe oder Art eines Fehlers in den finanziellen Informationen, der – entweder einzeln oder in der Summe und unter Berücksichtigung der Begleitumstände – die Entscheidungen eines vernünftigen Adressaten des Jahresabschlusses beeinflussen könnte.
Arten von detaillierten Prüfungsverfahren
- Physische Prüfung: Inventur und Zählung von Bargeld.
- Dokumentarische Prüfung: Überprüfung von Rechnungen, Gutschriften, Bestellungen, Verträgen und anderen Dokumenten.
- Bestätigungen (Zirkularisierung): Bankbestätigungen, öffentliche Register.
- Testimonial (Aussagen): Fragebögen, informelle Treffen und Interviews.
- Analytische Prüfung: Arithmetische Tests (z. B. Abschreibungen und Rückstellungen), Indizes und Kennzahlen.
- Registrierung (Buchführung): Überprüfung von Journalen, Haupt- und Nebenbüchern.
- Internes Kontrollsystem (IKS): Interne Kontrollfragebögen, Flussdiagramme usw.
- Darstellungen: Schriftliche Erklärungen des Managements.
Prüfungsrisikomodell (Audit-Risiko)
Das Prüfungsrisiko setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen:
- RDAud (Prüfungsrisiko): Die Gefahr, dass ein falsches Prüfungsurteil abgegeben wird, obwohl die Jahresabschlüsse wesentliche Fehler enthalten.
- RDInh (Inhärentes Risiko): Die Möglichkeit, dass ein bestimmtes Konto wesentliche Fehler enthält, unabhängig von der Existenz interner Kontrollen.
- RDCon (Kontrollrisiko): Das Risiko, dass die Rechnungslegung und die internen Kontrollen das Vorhandensein eines signifikanten Fehlers nicht verhindern oder diesen nicht zeitnah erkennen und korrigieren.
- RDDet (Entdeckungsrisiko): Das Risiko, dass der Prüfer wesentliche Fehler durch die durchgeführten materiellen Tests nicht entdeckt.