Die Mancomunitat de Catalunya: Katalanismus und Restauration (1914–1925)

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Katalanismus und die Restauration (1901–1925)

Während der zweiten Phase der Restauration gelang es dem Katalanismus in Katalonien, den Caciquismo (lokale politische Korruption) zu verbannen und ein erstes Regierungswerk zu schaffen: die Mancomunitat de Catalunya (Gemeinschaft Kataloniens) (1914–1925).

Ideologische Grundlagen und Parteien

Die wichtigste ideologische Grundlage für die politische Formierung der katalanischen Nationalität lieferte Enric Prat de la Riba mit seinem Werk La Nacionalitat Catalana (1906). Er erklärte, dass Katalonien als Nation das Recht auf einen eigenen Staat habe, verteidigte jedoch die Einheit Spaniens und die föderale Gliederung Kataloniens.

Die Lliga Regionalista und Abspaltungen

Die politischen Parteien in Katalonien wurden hauptsächlich durch die konservative katalanische Regionalistenliga (Lliga Regionalista, 1901) repräsentiert, die aus dem Centre Nacional Català und der Unió Regionalista hervorging. Die Liga erlitt zwei Abspaltungen:

  • Eine führte zum Centre Nacionalista Republicà (1906).
  • Die andere führte zur Gründung der Acció Catalana (1922).

Die Liga wurde von Enric Prat de la Riba bis zu seinem Tod (1917) und später von Francesc Cambó geleitet.

Der Katalanismus hatte einen Präzedenzfall in der Figur von Domènec Martí i Julià, einem Arzt und Politiker, der die Unió Catalanista leitete und die nationale und soziale Befreiung Kataloniens verteidigte. Die Gründung der Katalanischen Republikanischen Partei und des Staates waren die Keimzellen der Esquerra Republicana de Catalunya (Katalanische Republikanische Linke).

Die Mancomunitat de Catalunya (1914–1925)

Die Mancomunitat de Catalunya wurde 1911 auf Initiative von Enric Prat de la Riba, dem Präsidenten des Provinzrates von Barcelona, als Verband der Provinzräte Kataloniens gegründet. Im Jahre 1914 wurde die Gemeinschaft offiziell ins Leben gerufen, und der Führer der Liga, Enric Prat de la Riba, wurde ihr erster Präsident.

Erfolge und Einschränkungen der Mancomunitat

Die Befugnisse der Gemeinschaft waren stark eingeschränkt, da der Staat weder Ressourcen noch Dienstleistungen übertrug. Die Mancomunitat war lediglich ein Versuch, die Verwaltungskompetenzen der katalanischen Provinzen in bestimmten Bereichen zu bündeln. Obwohl die Finanzierung sehr gering war, war die Arbeit der Gemeinschaft dank des Engagements von Enric Prat de la Riba (bis 1917) und dann von Josep Puig i Cadafalch außerordentlich.

Hervorzuheben sind die pädagogische und kulturelle Arbeit, insbesondere im Bildungsbereich:

  • Schaffung der Sommerschule für Lehrer.
  • Bau zahlreicher Schulzentren.

Das Ende: Primo de Riveras antikatalanischer Putsch

Der Staatsstreich von Primo de Rivera (1923) war zutiefst undemokratisch und antikatalanisch. Er führte zu erheblichen Einschränkungen, darunter:

  • Das Verbot des öffentlichen Gebrauchs der katalanischen Sprache.
  • Das Verbot des Zeigens der Flagge.
  • Das Verbot des Tanzens der Sardanas.

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