Manrique und der Mondstrahl: Eine Legende der Illusion
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Der einsame Dichter und die Sterne
Manrique war ein junger Dichter, der die Einsamkeit liebte. Ein Mönch des Klosters hatte ihm gesagt, dass die Sterne andere Welten seien, und er träumte, dass er Frauen, die dort lebten, gesehen hatte.
Die geheimnisvolle Erscheinung am Templerkloster
Nahe Soria, bei einer Brücke, die zum Templerkloster führte, ging Manrique eines Nachts spazieren. Als er zum Kloster ging, sah er den weißen Umriss einer Frau, die in der Nähe winkte. Er dachte, dies sei die Frau, die er suchte, und folgte ihr auf Schritt und Tritt. Als er den Punkt erreichte, wo er sie gesehen hatte, war sie bereits verschwunden.
Eine nächtliche Verfolgung
Er suchte mehrere Stunden lang, manchmal glaubte er sie zu sehen, manchmal zu hören, bis er den Fuß des Felsens erreichte, auf dem die Kirche San Saturio steht. Er kletterte hinauf, um sich umzusehen. Dort sah er ein Boot auf dem Duero, das mit allen Rudern auf die andere Seite zusteuerte. Er glaubte, in diesem Boot die Frau zu erkennen, die er beim Templerkloster gesehen hatte, und rannte los, um sie einzuholen.
Die Suche nach dem Haus der Frau
Er konnte das Boot nicht erreichen. Doch die Leute wiesen ihm den Weg zum Haus der Frau. Bald darauf fiel ein Lichtstrahl aus einem Haus, der sich im gegenüberliegenden Haus spiegelte. Sofort dachte er, es sei das Haus der Frau, die er gesehen hatte, und er sah sogar einen Balkon, auf dem das Licht brannte. Dort blieb er die ganze Nacht, um auf die Frau zu warten.
Die Enttäuschung und die Erkenntnis
Im Morgengrauen kam ein Knappe, der, nachdem er von Manrique befragt worden war, sagte, in dem Haus lebe eine Frau, aber es sei Alonso de Valdecuellos, der krank sei. Manrique stellte sich diese Frau mit blauen Augen, schwarzem Haar, groß und schlank, mit leiser Stimme vor; er dachte, sie denke wie er...
Zwei Monate später, in einer anderen Nacht, sah er sie wieder. Als er sie fand, brach er in schrilles Lachen aus, denn es war klar, dass es nur Mondlicht war, das durch die Bäume gefiltert wurde, wenn der Wind die Zweige bewegte.
Die Philosophie des Mondstrahls
Einige Jahre waren vergangen. Manriques Mutter riet ihm, die Liebe zu suchen, doch er flüsterte, dass die Liebe ein Mondstrahl sei. Ein Knappe forderte ihn auf, in den Krieg zu ziehen, um Ruhm zu erlangen, doch er flüsterte, dass Ruhm ein Mondstrahl sei. Jeder hielt ihn für verrückt, außer Bécquer, der behauptete, ihn zu verstehen.