Manuel de Falla: Leben und Werk des spanischen Komponisten
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Manuel de Falla: Wegbereiter der spanischen Moderne
Manuel de Falla prägte die drei wesentlichen Trends der spanischen Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Nationalismus, Neoklassizismus und Impressionismus. Geboren 1876 in Cádiz, verstarb er 1946 in Argentinien. Er tat sich schnell als Pianist hervor und begann bald, sich für die Komposition zu interessieren. Nach seinem Umzug nach Madrid komponierte er Zarzuelas, einige davon in Zusammenarbeit mit Amadeo Vives. In kürzester Zeit kontaktierte Falla Felipe Pedrell, dessen Einfluss ein Vorher und Nachher in seinem ästhetischen Design markierte.
Die frühen Jahre und der Aufenthalt in Frankreich
1. Phase: Er begann mit der Arbeit an La Vida Breve (ein Werk, mit dem er einen Wettbewerb gewann), das acht Jahre später dank des Interesses von Debussy in Frankreich uraufgeführt wurde. Das Werk zeichnet sich durch eine realistische, tiefe Atmosphäre sowie folkloristische und symbolische Züge aus. Das Schaffen von Falla enthält wesentliche Merkmale: melodische und rhythmische Klarheit sowie eine erreichte Perfektion in der Orchestrierung.
In Frankreich: Er verbrachte dort sieben Jahre und pflegte enge Verbindungen zu Ravel und Debussy. Er hatte mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, die sein Gemüt belasteten. In dieser Zeit schrieb er die Cuatro piezas españolas und bereitete Teile von Noches en los jardines de España (Nächte in spanischen Gärten) sowie die Siete canciones populares españolas (7 Volkslieder) vor. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs verließ er Frankreich und kehrte unter dem Einfluss von Strawinsky nach Madrid zurück.
Die Madrider Phase und der Impressionismus
Madrider Zeit: Er vollendete Noches en los jardines de España, bestehend aus drei Nocturnes für Klavier und Orchester. Es stellt Fallas maximales Konzept des Impressionismus dar, sowohl in der pianistischen Schreibweise als auch in den orchestralen Teilen. Die Siete canciones populares españolas basieren auf Folklore und zeigen verschiedene Möglichkeiten der Bearbeitung populärer Melodien – von der fast direkten Neuschöpfung bis zur totalen Überarbeitung der instrumentalen Begleitung.
Falla wurde für seine Arbeit an der Folklore bekannt und wurde ausgewählt, das Werk El amor brujo (Der Liebeszauber) zu schreiben, das 1915 ohne großen Erfolg uraufgeführt wurde. Es spiegelt die Musik, die Thematik und die Ästhetik des Komponisten wider. Ein Jahr später wurde das Stück überarbeitet und die Instrumentierung reduziert, doch keine der beiden Versionen erreichte zunächst den späteren Erfolg. Er schrieb zudem ein Werk für Sergei Diaghilew und dessen russisches Ballett, doch der Weltkrieg verzögerte das Debüt.
Der Dreispitz und die Fantasía Bética
Herausragend ist auch El sombrero de tres picos (Der Dreispitz), das ein großer Erfolg wurde – teils dank der Mitarbeit von Picasso und dem wachsenden Ruf Fallas. Dieses Werk passt zum spanischen Neoklassizismus, ist eng mit Strawinsky verbunden und weist eine konservativere musikalische Ästhetik auf als frühere Werke. Ebenfalls in Madrid komponierte er die Fantasía Bética, die heute aufgrund ihrer technischen Perfektion und melodischen Inspiration als ein Höhepunkt von Fallas Klaviermusik gilt.
Die Zeit in Granada und das Spätwerk
Granadiner Phase: Er zog aus gesundheitlichen Gründen um. Seine erste Komposition in dieser Zeit war Homenaje a Debussy, ein Stück für Gitarre. Ebenfalls bedeutend ist El retablo de Maese Pedro (Meister Pedros Puppenspiel) nach Texten aus Don Quijote. Das Werk verbindet das Auftreten von Puppen und Sängern; diese Kammeroper markiert einen Wendepunkt in seinem Schaffen. Er arbeitete über drei Jahre an seiner nächsten Produktion, dem Concerto für Cembalo und fünf Instrumente, welches die innovativen Merkmale seiner Schreibweise hervorhebt: reduziert auf das Wesentliche, abstrakt und der Folklore fern.
Seine anhaltende Unfähigkeit, neue Kompositionen zu beginnen, fiel mit dem Spanischen Bürgerkrieg zusammen. Nach dessen Ende ging er nach Argentinien, wo er verstarb. Er hinterließ die unvollendete Kantate Atlántida, ein Werk, das nach vielen Jahren der Arbeit von seinem Schüler vervollständigt wurde. Fallas Persönlichkeit prägte nicht nur seine direkten Schüler, sondern alle spanischen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.