Maria Christina von Habsburg: Regionalismus, Republikaner, Nationalismus
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Regentschaft Maria Christina und politische Opposition
Die Regentschaft von Maria Christina von Habsburg und die Opposition: Parteien, das System, Regionalismus und Nationalismus. Ihre politische Position: Nicht alle Parteien akzeptierten die Monarchie; marginalisierte Gruppen forderten eine Systemwiederherstellung oder grundlegende Reformen.
Republikaner: Fragmentierung und soziale Basis
Die Republikaner waren gekennzeichnet durch Fragmentierung: mehrere republikanische Parteien existierten nebeneinander. Ihre Grundsätze umfassten die Verteidigung der Republik und die Trennung von Kirche und Staat. Soziale Unterstützung fanden sie vor allem in der Mittelschicht und unter städtischen Arbeitern.
Die Arbeiterbewegung
Die Arbeiterbewegung war zunächst beschränkt, entwickelte sich jedoch in den ersten liberalen Regierungen weiter, die ihr Wachstum begünstigten. Unterschiedliche Strömungen verfolgten verschiedene Strategien und Ziele.
Anarchismus
- Der Anarchismus wurde in Spanien besonders in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts relevant; er forderte die Abschaffung der kapitalistischen Gesellschaft.
- Strategie und Taktiken kombinierten direkte Aktion, Gewerkschaftsarbeit, Streiks, Protestaktionen und Propaganda sowie gelegentlich Sabotageakte (z. B. Anschläge auf führende Persönlichkeiten wie Canovas).
- Ziel war die Beseitigung starker politischer Strukturen und die Schaffung basisdemokratischer Alternativen.
Sozialismus
- Der Sozialismus basierte auf marxistischer Theorie mit einer kombinierten Strategie aus Klassenkampf (lucha) und politischer Einflussnahme.
- Wichtige Organisationen waren die PSOE und die UGT mit Wurzeln bei Pablo Iglesias, besonders aktiv in Madrid, Asturien und in Teilen von PV.
Nationalismus und Regionalismus
Der Aufstieg des Nationalismus und Regionalismus in Spanien hatte vielfältige Ursachen: kulturelle, historische und sprachliche Besonderheiten sowie die Reaktion auf den zentralistischen Staat und die rapide Industrialisierung mit erheblicher Binnenmigration.
Katalanischer Nationalismus und Regionalismus
- Ursachen: Kulturelle, historische und sprachliche Besonderheiten Kataloniens sowie die Reaktion auf den zentralistischen Staat.
- La Renaixença: Eine kulturelle und literarische Wiederbelebung der katalanischen Sprache und Kultur, die den Aufstieg einer katalanischen politischen Bewegung begünstigte.
- Es entstanden bürgerliche Bewegungen und Gewerkschaften mit katalanistischer Ausrichtung. Der Prozess gipfelte in der Gründung der Lliga (Lliga Regionalista) im Jahr 1901.
- Der Regionalismus entwickelte sich als politische Alternative zu den dynastischen Parteien und erhielt soziale Unterstützung aus dem Bürgertum und dem industriellen Mittelstand.
Baskischer Nationalismus
- Gründe: Historische, kulturelle und sprachliche Besonderheiten des Baskenlandes; Reaktion auf Zentralisierung und Eingriffe in traditionelle Rechte, die 1876 teilweise abgeschafft worden waren.
- Die rasche Industrialisierung und die damit verbundene Zuwanderung spanischsprachiger Bevölkerungsteile veränderte die soziale Struktur und führte zu wachsender Arbeiterbewegung und Identitätskonflikten.
- 1895 gründete Sabino Arana die PNV (Partido Nacionalista Vasco). Er befürwortete die Ablehnung der Modernisierung in spanischem Sinne, die er als Bedrohung der traditionellen baskischen Nation ansah.
- Die Verteidigung der baskischen Identität basierte laut Arana auf ethnischen Merkmalen, Sprache, katholischem Glauben und dem Streben nach mehr Autonomie oder Unabhängigkeit.
Anmerkung: Diese Darstellung fasst die wichtigsten politischen Entwicklungen während der Regentschaft Maria Christinas zusammen: die fragmentierten republikanischen Strömungen, die vielfältige Arbeiterbewegung mit anarchistischen und sozialistischen Einflüssen sowie den Aufstieg regionaler und nationaler Bewegungen in Katalonien und im Baskenland.