Marktmodelle: Vollkommener und unvollkommener Wettbewerb

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Einführung in die Marktmodelle

In den verschiedenen Marktmodellen analysieren wir das Konzept der Marktstruktur, welche die Anzahl der Unternehmen auf einem Markt und deren relative Größe beschreibt. Diese Struktur zeigt die Fähigkeit der Unternehmen auf, den Marktpreis zu beeinflussen. Dies wird als Maß an Macht bezeichnet. Je nach Grad dieser Macht kann man den Markt in die folgenden Typen einteilen:

  • a) Vollkommener Wettbewerb: Ein Markt, in dem kein einzelner Gewerbetreibender den Preis beeinflussen kann.
  • b) Unvollkommener Wettbewerb: Ein Markt, in dem die Verkäufer den Preis beeinflussen können.

Die Einteilung erfolgt zudem nach der Anzahl der Akteure:

  • Monopol: Eine Person bzw. ein Unternehmen
  • Oligopol: Wenige Unternehmen
  • Monopolistische Konkurrenz

Vollkommener Wettbewerb

Ein Markt mit vollkommenem Wettbewerb liegt vor, wenn eine große Zahl von Bietern und Nachfragern existiert und kein Anbieter den Preis beeinflussen kann. Damit ein vollständiger Wettbewerb vorliegt, müssen vier Bedingungen erfüllt sein:

  • Es müssen viele Käufer und Verkäufer zusammenkommen.
  • Das Produktangebot ist homogen, das heißt, es gibt keinen Unterschied zwischen den verkauften Produkten.
  • Es herrscht vollkommene Information, das heißt, Käufer und Verkäufer verstehen die Marktbedingungen und das Produkt.
  • Es gibt keine Hindernisse für den Ein- und Austritt aus dem Markt, das heißt, Unternehmen können den Markt frei betreten oder verlassen.

Die Umsetzung dieser vier Bedingungen ist in der Realität sehr schwierig, weshalb es nur sehr wenige Märkte mit vollkommener Konkurrenz gibt. Die wichtigsten Beispiele sind:

  • Landwirtschaftliche Märkte (Bauernmärkte)
  • Die Wertpapierbörse (Aktienmarkt)

Auf dem Gesamtmarkt bestimmen Angebot und Nachfrage den Gleichgewichtspreis. Jedes Unternehmen entscheidet dann, wie viel es zu diesem Preis anbietet. Daher nennt man diese Unternehmen Preisakzeptanten.

In diesem Markt können Unternehmen kommen und gehen, wie sie wollen. Wenn es Gewinnmöglichkeiten gibt, treten neue Unternehmen in den Markt ein. Dies führt dazu, dass Unternehmen langfristig nur in der Lage sind, zum Gleichgewichtspreis ohne (außerordentlichen) Gewinn oder Verlust zu verkaufen.

Unvollkommener Wettbewerb

Unvollkommener Wettbewerb herrscht auf Märkten, auf denen Verkäufer den Marktpreis beeinflussen können.

Das Monopol

Dies ist ein Markt, in dem es nur einen Anbieter gibt, der die volle Macht hat zu entscheiden, wie viel produziert wird und zu welchem Preis. Monopolisten wissen, dass Preissenkungen den Absatz erhöhen. In der Regel bietet ein Monopol eine geringere Menge zu einem höheren Preis an als ein Markt mit vollkommenem Wettbewerb. Ein Monopol kann aus vier Gründen entstehen:

  • Exklusive Kontrolle über einen Rohstoff oder Produktionsfaktor.
  • Das Bestehen eines Patents, welches das ausschließliche Recht zur Herstellung eines Produkts verleiht.
  • Die Erteilung einer staatlichen Lizenz (Verwaltungskonzession), durch die gesetzlich festgelegt wird, dass nur ein Unternehmen eine Ware oder Dienstleistung für eine bestimmte Zeit anbieten darf.
  • Die Existenz natürlicher Monopole. Diese entstehen in Märkten, in denen die Bereitstellung einer Dienstleistung so hohe Fixkosten (Infrastruktur und Investitionen) erfordert, dass es nur rentabel ist, wenn sehr große Mengen produziert werden.

Da Monopole oft missbräuchlich handeln, indem sie überhöhte Preise festsetzen, kann der Staat auf drei Wegen reagieren:

  • Vermeidung der Schaffung neuer Monopole.
  • Aufspaltung bestehender Monopole in zwei oder drei Unternehmen, um Wettbewerb zu erzeugen.
  • Regulierung bestehender Monopole durch Festlegung von Preisobergrenzen und Anwendung besonderer Gesetze.

Das Oligopol

Ein Markt, auf dem es nur wenige Verkäufer gibt, die eine gewisse Kontrolle über die Preise ausüben. Sie sind voneinander abhängig, das heißt, die Handlung eines Unternehmens beeinflusst die anderen. Wenn ein Oligopol besteht, ergeben sich zwei Situationen:

  • Die Unternehmen sind sich nicht einig: In diesem Fall entstehen Preiskriege oder eine Preisführerschaft, bei der man genau das Gleiche tut wie der Marktführer.
  • Die Unternehmen einigen sich auf den Preis oder teilen den Markt untereinander auf. Wenn sich Unternehmen in einem Oligopol absprechen, nennt man dies ein Kartell. Ein Kartell ist ein informeller Zusammenschluss von Unternehmen, um den Wettbewerb auf dem Markt zu reduzieren oder auszuschalten.

Monopolistische Konkurrenz

Ein Markt, auf dem es viele Unternehmen gibt, die Produkte verkaufen, die fast gleich sind, sich aber durch Design und Marken unterscheiden. Unternehmen nutzen Werbung, um Kunden zu binden oder neue zu gewinnen. Es heißt monopolistische Konkurrenz, da jedes Unternehmen durch die Verwendung einer eigenen Marke ein kleines Monopol für sein spezifisches Produkt besitzt.

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