Martin Luther, die Reformation und die Gegenreformation
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1. Martin Luther
Martin Luther wurde 1483 in Eisleben in Sachsen geboren. Er trat in den Augustinerorden ein, nachdem er in einem Sturm dem Tode nahe war. Er studierte an der Universität Erfurt und promovierte später in Wittenberg. Zu dieser Zeit begann der Verkauf von Ablässen, um Geld für den Bau des Petersdoms (San Pietro) zu sammeln. Diese Ablassbriefe waren Titel, die das Heil garantierten für jene, die zum Bau der Basilika beitrugen. Gegen diese Praxis des Ablasses schlug er an der Universität Wittenberg seine 95 Thesen an (1517), welche sich durch den Buchdruck rasch verbreiteten. Auf dem Reichstag zu Worms (1521) wurde er von den kirchlichen Behörden verurteilt und exkommuniziert. Hier wurde der Begriff Protestant geboren. In seiner späteren Zeit im Exil übersetzte er die Bibel ins Deutsche.
Dass frühe deutsche Fürsten Luther schützten und gegen Karl V. kämpften, eröffnete einen Zeitraum innerer Kriege in Deutschland zwischen Katholiken und Protestanten. Das Ende dieser Kämpfe kam mit dem sogenannten Augsburger Religionsfrieden (1555), in dem festgestellt wurde, dass jedes Gebiet die Religion des jeweiligen Herrschers annimmt. Die lutherische Lehre besagt: „Ewige Verdammnis für jene, die auf Ablässe vertrauen.“ Es ist allein der Glaube, der rettet, nicht die Werke. Sie erlaubt die freie Auslegung der Bibel und erkennt nur zwei Sakramente an: die Taufe und die Eucharistie. Abgelehnt werden der Kult der Jungfrau Maria und der Heiligen.
2. Andere Reformen
- Calvinismus: Gründer war Johannes Calvin. Die Basis der Doktrin ist die Prädestination. Jeder Mensch wird mit einer Bestimmung von Gott geboren, gegen die wir nichts tun können. Reichtum auf Erden gilt als Zeichen göttlicher Erwählung. Diese Lehre verbreitete sich in der Schweiz und Frankreich (wo die Anhänger Hugenotten genannt wurden).
- Die anglikanische Reformation: Heinrich VIII. wollte seine zweite Frau Anne Boleyn heiraten, doch der Papst weigerte sich, seine frühere Ehe mit Katharina von Aragon zu annullieren. Ungehorsam gegenüber dem Papst erklärte sich Heinrich VIII. mit Zustimmung des Parlaments durch den Act of Supremacy zum Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Er wurde zum religiösen und politischen Führer Englands und verfolgte jene, die seine Lehre ablehnten (wie etwa Thomas Morus).
3. Das Konzil von Trient
Das Konzil wurde von Paul III. im Jahre 1545 in der Stadt Trient einberufen. Das Ziel war es, auf die protestantische Reformation zu reagieren. Die Lehre von Trient wurde mit folgenden Aussagen gefestigt:
- Glaube und Werke sind zum Heil notwendig.
- Es gibt sieben Sakramente.
- Die endgültige Zahl der Bücher der Bibel wurde auf 72 festgelegt.
- Es wurde eine einheitliche Liturgie eingeführt.
- Bischöfe müssen in ihrer Diözese residieren.
- Seminare für die Ausbildung von Priestern wurden eingerichtet.
- Ein katholischer Katechismus wurde veröffentlicht.
- Die Verehrung der Jungfrau Maria und der Heiligen wurde empfohlen.
Der Barock wurde zur Kunst der Gegenreformation (der Erneuerung der katholischen Kirche), die durch Prozessionen, Heiligenverehrung und Wallfahrten zur Volks-Evangelisierung beitrug. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, die Christen wieder zu vereinen; stattdessen wurden die Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken betont.
4. Die Kunst des Barock
Der Barock entwickelte sich zwischen den Jahren 1600 und 1750. Er wurde von den katholischen Christen gefördert, um die Desorientierung der Menschen angesichts der Reformation zu verhindern. Merkmale: Ein Realitätsansatz, der versucht, das Leben in all seiner Rohheit auszudrücken. Er wollte den gewöhnlichen Menschen die Ergebnisse von Trient näherbringen. Es war eine klare, direkte und leicht verständliche Kunst, die darauf abzielte, die Andacht zu fördern. Bilder und Darstellungen sollten den Menschen so nahe wie möglich sein (Heilige als Spiegelbild der damaligen Zeit).
Wichtige Vertreter:
- Musik: Bach, Vivaldi.
- Literatur: Quevedo, Góngora.
- Architektur und Skulptur: Bernini.
- Malerei: Velázquez, Murillo, Rubens.
5. Die Missionen
Papst Alexander VI. legte die Evangelisierung in die Hände der Herrscher der Iberischen Halbinsel. Dies schuf das Patronat: Es oblag den Königen von Spanien und Portugal, folgende Aufgaben zu erfüllen:
- Missionierung der neuen Länder.
- Bau und Organisation von Kirchen.
- Ernennung von Bischöfen für christliche Gemeinschaften.
- Etablierung neuer Missionsorte und Entsendung von Missionaren.
Ab dem 17. Jahrhundert lag die Missionsführung nicht mehr allein in den Händen von Spanien und Portugal. Es wurde die Kongregation für die Verbreitung des Glaubens (Propaganda Fide) geschaffen, mit der alles rund um die Missionen von Rom aus verwaltet wurde. In Paris wurde ein Ausbildungszentrum für Missionare gegründet. Es gab zwei Wege der Evangelisierung: Einerseits das Modell, das europäische Christentum aufzuerlegen, und andererseits jene Missionare, welche die Botschaft Jesu mit den ursprünglichen Kulturen und Traditionen in Einklang zu bringen wussten.