Marx'sche Theorie: Entfremdung, Infrastruktur und Klassenkampf verstehen
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Entfremdung: Die menschliche Erfahrung
Entfremdung: Die Entfremdung beschreibt die menschliche Erfahrung und ihre Beziehungen zur Welt und zur eigenen Existenz, wobei soziale und historische Aspekte beleuchtet werden. Unsere visuelle Welt, Einschätzungen, Aktionen sowie moralische, rechtliche und wirtschaftliche Ziele dienen der Rechtfertigung dieser Zustände. Nach Marx verbirgt sich im Kapitalismus eine ideologische Verzerrung, die die menschliche Entfremdung durch die Rolle der falschen Ideologie verschleiert und sublimiert.
Infrastrukturen und Überbau
Infrastrukturen: Marx geht davon aus, dass zu jedem Zeitpunkt der Geschichte die soziale Integration zweier Teile eines Produktionsmodus besteht: dem ökonomischen Teil, der Struktur oder Infrastruktur, und den ideologischen Bedingungen, der Überbau (Gainegitura). Die Produktionskräfte und die Produktionsverhältnisse bilden die Infrastruktur, die den Wandel und die Auswirkungen auf den Überbau bedingt.
Die Bourgeoisie als neue Klasse
Bourgeoisie: Die Bourgeoisie ist die soziale Klasse, die im Zuge der Industrialisierung und der Zerstörung des Feudalismus schrittweise die ökonomische Macht der Aristokratie übernahm. Mit der Französischen Revolution erlangte sie die politische Macht, um den Kapitalismus zu steuern. Marx definiert die Bourgeoisie als die soziale Klasse, die im Klassenkampf die Produktionsmittel und die Produktion besitzt. Für Marx ist die Geschichte des Klassenkampfes der Kampf zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat in der kapitalistischen Gesellschaft.
Der Überbau (Gainegitura)
Gainegitura (Überbau): Dialektisch bedingt die Infrastruktur eine Veränderung des Überbaus. Der Überbau umfasst das „Bewusstsein“, die Schaffung von Ideen, Vorstellungen, sowie die rechtliche, politische und soziale institutionelle Integrität.
Geschichtliche Entwicklung nach Marx
History (Geschichte): Nach Marx ist die Geschichte die Fortsetzung der Produktion. Die Geschichte ist die reale Produktion. Wenn die bestehenden Produktionsverhältnisse im Widerspruch zu den gesellschaftlichen Produktivkräften stehen, beginnt die soziale Revolution. Langsam und schnell verändert sich so die ökonomische Basis und folglich auch der Überbau. Gesellschaftliche Veränderungen führen zum Auftreten eines neuen Produktionsmodus, einem neuen fortschrittlichen Schritt in der Geschichte.
Ideologie und falsches Bewusstsein
Ideologie: Im Allgemeinen ist die Ideologie das System zur Äußerung von Gedanken innerhalb der sozialen Realität, eine Reihe von Ideen, die für den Menschen notwendig sind, da er immer in einer Realität denkt. Marx kritisiert jedoch die falsche Ideologie, die eine Reihe von Gedanken verbreitet, welche die tatsächlichen Bedingungen des menschlichen Lebens und der Wirklichkeit verschleiern und die überwunden werden müssen.
Die soziale Revolution
Die soziale Revolution: Dies ist ein historischer Moment, der die Zerstörung der bestehenden Produktionsverhältnisse und die daraus resultierende Veränderung des Überbaus bewirkt. Wenn sich die Produktionskräfte ändern, müssen sich auch die Produktionsverhältnisse ändern. Die Revolution fördert den Übergang, in dem das Proletariat die gesamte Gesellschaft grundlegend verändert.
Kommunismus und Materialismus
Kommunismus: Der Kommunismus ist die sozio-politische Organisationsform, die auf der Gemeinschaft von Gütern basiert. Er lehnt Privateigentum und Klassenunterschiede ab. Marx sah die historischen Klassenbewegungen als auf die Errichtung des Kommunismus gerichtet.
Marxistischer Materialismus
Marxistischer Materialismus: Der Materialismus von Marx betrachtet die gesamte Wirklichkeit, die menschliche Natur und die Natur als Ergebnis des produktiven Handelns. Dieser Prozess der dialektischen Verwirklichung von Natur und Mensch führt Marx dazu, die Dialektik auf die Geschichte anzuwenden.
Praxis und Veränderung
Praxis: Die Praxis ist das menschliche Handeln. Der Mensch gelangt durch theoretische Erkenntnis und Klärung der Wirkungsweisen zum praktischen Handeln. Marx nutzt die Philosophie und Theorie, um die Welt aktiv zu verändern.
Produktionsfaktoren
Die produktiven Kräfte: Dies sind die menschlichen oder arbeitsbezogenen Produktionskapazitäten. Dazu gehören wissenschaftliche Theorien, Werkzeuge, Technologie und geistige Fähigkeiten, die bei der Produktion eingesetzt werden. Im historischen Prozess verändern sich die Produktionskräfte und führen zu neuen Produktionsweisen.
Beziehungen der Produktion: Dies sind die spezifischen Verhältnisse, die zwischen den Produzenten im Rahmen der Produktionsmöglichkeiten bestehen. Diese Verhältnisse schaffen soziale Konflikte zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft.
Produktionsmittel: Dies sind die ökonomischen und infrastrukturellen Elemente, die die historische Integrität einer jeden ökonomischen und politischen Struktur ausmachen, welche die ideologische oder soziale Integrität der Gesellschaftsformationen bildet.
Das Proletariat und der Mehrwert
Proletariats: Das Proletariat ist die soziale Klasse, die durch die kapitalistische Gesellschaft geschaffen wird und der Bourgeoisie gegenübersteht. Es besitzt keine Produktionsmittel und kein Privateigentum und ist daher gezwungen, seine Arbeitskraft gegen Lohn zu verkaufen. Laut Marx ist diese Klasse die Ursache für die Abschaffung der herrschenden Klasse und führt zum Kommunismus.
Plusvalia (Mehrwert): Der Mehrwert ist der Teil der Arbeitsfrüchte, den sich der Kapitalist vom Arbeiter aneignet. Dieser Mehrwert bildet die Grundlage für die kapitalistische Akkumulation.