Masaccio: Die Dreifaltigkeit
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Die Dreifaltigkeit von Masaccio
Die Dreifaltigkeit von Masaccio: Die Arbeit stellt die Dreifaltigkeit (Gott Vater, Jesus am Kreuz und der Heilige Geist in Taubenform) mit Maria und Johannes unter dem Kreuz sowie den Geber‑Kaufmann und seine Frau kniend dar. Wir können uns die Überraschung der Florentiner beim Anblick dieses Wandgemäldes vorstellen, als ob ein Loch in der Wand wäre, durch das man eine neue Kapelle im modernen Stil Brunelleschis sehen konnte.
Vielleicht war ich mehr beeindruckt von der Einfachheit und des Umfangs der Abbildung. Statt der schwierigen internationalen Gotik sehen wir schwere und solide Figuren; statt glatter Kurven starke, eckige Formen; und statt kleiner Details wie Blumen und Edelsteinen eine majestätisch strenge Architektur. Vielleicht waren die Figuren weniger angenehm für das Auge der Gewohnheitlichen, doch sie wirkten viel aufrichtiger und emotional.
Die einfache Geste der Jungfrau, die auf den Sohn am Kreuz deutet, ist sehr beredt und beeindruckend, da sie die einzige Bewegung in der feierlichen Versammlung darstellt. Seine Figuren erinnern allerdings an Statuen; der Bildrahmen wird durch die perspektivische Umgebung verstärkt. Es scheint, als könnten wir spielen, und dieses Gefühl macht die Figuren und ihre Botschaft neu und unmittelbarer für uns.
Eine große Anzahl von Studien über die Trinität von Masaccio schreibt ihr verschiedene Bedeutungen zu, etwa wie seine Beleuchtung und seine Perspektive die Malerei mit der realen Welt verknüpfen. Masaccio beabsichtigte offenbar, den Stifter auf eine niedrigere Stufe zu stellen, um anzuzeigen, dass sie sich auf unserer Seite der Mauer befinden, gerade innerhalb des Raums und im Licht des Schiffs.
Die Architektur wird vom Licht des Schiffs aus dem Südwesten beleuchtet; dort überwiegt das Licht im Inneren. In bildlichen Begriffen ist der einzige mögliche Spalt, der den Durchgang des Lichtes in der Kapelle der Dreifaltigkeit simulieren könnte, der Bogen, durch den wir das Fresko sehen. Dadurch könnte der Eindruck entstehen, dass die Lichtquelle außerhalb liege. Neu war in diesem Fall das Konzept, die bildnerische Kirche als eine Erweiterung des äußeren Lichts zu verstehen, sodass der Raum nicht beliebig frei erscheint, sondern durch die Distanz zur Öffnung konditioniert wird.
Masaccio konzentriert sich daher darauf, das Licht in den Figuren hervorzuheben, die im Inneren der Kapelle aus einer schweren Düsternis hervortreten, die von der architektonischen Perspektive dominiert wird. Die Virtuosität des Daches erregt die Aufmerksamkeit des Zuschauers und lenkt den Fokus auf die Figuren selbst, deren blasse Haut das Licht absorbiert.
Die polychrome Terrakotta erscheint in Rosa und Blau in den Kassetten der Kuppel. Durch die Verbindung dieser Farben mit rosa, roten und dunkelblauen Gewändern schafft Masaccio ein Gleichgewicht — nicht abstrakt, sondern verwurzelt in materiellen Dingen: Kleidung, Stein und Terrakotta.