Masaccios Zinsgroschen: Meisterwerk der Brancacci-Kapelle

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Der Zinsgroschen von Masaccio

Der Zinsgroschen (Jesus in der Mitte und Apostel vor einem Berg-Hintergrund): Dieses Werk gehört der gesamten Geschichte der Malerei an und schmückt die Brancacci-Kapelle der Familie in der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz. Diese Komposition ist um einen gotischen Altar organisiert und besteht aus mehreren Fresken, von denen sich dieses auf der linken Seite des Altarbildes befindet.

Die biblische Erzählung des Wunders

Es handelt sich um eine der Episoden aus dem Leben Christi nach dem Matthäus-Evangelium. Die Erzählung berichtet von dem Wunder, das geschah, als der Zöllner von Jesus die Zahlung der Steuern verlangte. Jesus befahl dem Apostel Petrus, die Münze zu zahlen, die er im Maul eines Fisches finden würde. Petrus fing den Fisch im Fluss, der in der Szene dargestellt ist – eine Tatsache, die sich so zugetragen haben soll.

Drei Szenen in einer Darstellung

Masaccio stellte in diesem Fresko drei Szenen des Wunders dar, die in einer einzigen Darstellung synthetisiert sind:

  • In der Mitte: Wir sehen Christus, umgeben von seinen Jüngern und dem Zöllner (die Figur von hinten gesehen), während Jesus Petrus anweist, den Fisch zu fangen und die Münze zu entnehmen.
  • Auf der linken Seite: Wir sehen das Wunder selbst; Petrus kniet neben einem Fluss, mit großer Einfachheit gemalt.
  • Auf der rechten Seite: Abseits der Hauptgruppe auf einem architektonischen Hintergrund übergibt Petrus die Münze dem Steuereintreiber.

Die einzelnen Szenen sind durch Gesten verbunden. Diese markieren die Stelle, an der Christus Petrus das Wunder vollbringen lässt, während die Blicke des Sammlers und der Apostel in die andere Richtung weisen.

Perspektive und Landschaftsgestaltung

Die gesamte Komposition ist in einen schematischen Hintergrund aus Bergen mit einigen Bäumen eingerahmt. Dies beeinflusste deutlich den Florentiner Maler Giotto, der als einer der Pioniere der Renaissance gilt. Masaccio meisterte die Einbindung von Figuren im Hintergrund, indem er durch immer kleinere Bäume verschiedene Ebenen schuf. Im Gegensatz dazu stehen die verkürzten architektonischen Konzepte aus der Sicht des Betrachters. Der Kontrast zwischen Landschaft und Architektur lässt die Szene weitläufiger erscheinen. Kompositorische Fragen wurden nach den Regeln der mathematischen Perspektive gelöst, die Brunelleschi dargelegt hatte, was sich als völlig revolutionär für die Welt der Malerei erwies.

Natürlichkeit und Volumen der Figuren

Die Figuren sind mit weichen Linien gemalt und besitzen eine große Natürlichkeit, was eine Abkehr von der mittelalterlichen Steifigkeit bedeutet. Im Vergleich zu anderen Schulen und Künstlern (man denke zum Beispiel an die „Arnolfini-Hochzeit“ von van Eyck) entschied sich Masaccio für einfache, fast strenge und kantige Lösungen. Hierbei griff er erneut auf Giotto zurück, um klassische Formeln neu zu beleben.

Die Charaktere sind in einfache Gewänder gehüllt und überraschen durch ihr Gefühl für Volumen, das ihnen eine mächtige Kraft verleiht. Wenn man diese volumetrische Kraft mit den großen Gesten verbindet, welche die Charaktere in theatralischer Form zeigen, ist das Ergebnis großartig. Michelangelo sollte im nächsten Jahrhundert das Erbe Masaccios antreten und die Stärke des Körpervolumens sowie das Gefühl von Masse weiterentwickeln.

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