Mechanische Verhütungsmethoden: Kondom, Diaphragma & Kappe

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Mechanische Verhütungsverfahren

Mechanische Verfahren sind Methoden, die als physische Barriere fungieren, um das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter zu verhindern und somit eine Schwangerschaft zu verhüten.

1. Das Kondom

Das Kondom ist eine dünne, elastische Hülle, die über den Penis gezogen wird, um eine Befruchtung zu vermeiden. Es dient als Methode der Empfängnisverhütung und schützt vor der möglichen Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs).

Anwendung

Vor dem Geschlechtsverkehr als Hülle über den erigierten Penis ziehen, bevor der Samen bei der Ejakulation abgegeben wird.

Vorteile des Kondoms

  • Sie sind sehr zugänglich und nicht verschreibungspflichtig.
  • Sie haben keine Nebenwirkungen.
  • Sie können als ergänzende empfängnisverhütende Methode verwendet werden.
  • Sie schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs).
  • Nach dem Absetzen kehrt die Fruchtbarkeit sofort zurück.
  • Es ist keine ärztliche Aufsicht erforderlich. Kann nach Wunsch verwendet werden.

Nachteile des Kondoms

  • Es kann die sexuelle Empfindung für Männer und Frauen beeinträchtigen.
  • Es erfordert eine korrekte Platzierung, damit die Wirksamkeit hoch ist.
  • Die meisten Kondome können nicht verwendet werden, wenn Sie allergisch gegen Latex sind.
  • Der Schutz gegen das Humane Papillomavirus (HPV) ist eingeschränkt, da das Virus nicht nur in Körperflüssigkeiten (Sperma) vorkommt, sondern auch über die Haut im Genitalbereich übertragen wird. (Siehe HPV und Sperma).

2. Das Vaginal-Diaphragma

Das Vaginal-Diaphragma ist eine Kappe aus Gummi oder Silikon mit einem ringförmigen Rand, die in die Vagina eingeführt wird, um den Gebärmutterhals zu bedecken. Es wirkt als Barriere, die das Eindringen von Samenzellen verhindert. Diaphragmen sind in verschiedenen Größen erhältlich und müssen individuell an den Gebärmutterhals der Frau angepasst werden.

Vorteile des Diaphragmas

  • Das Diaphragma kann bereits vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, was die Spontaneität nicht beeinträchtigt.
  • Die Anwesenheit wird beim Sex nicht bemerkt.
  • Es verursacht keine hormonellen Veränderungen.

Nachteile des Diaphragmas

  • Geringe Effizienz (allein).
  • Erhöhtes Risiko von Harnwegsinfektionen.
  • Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs).
  • Die Platzierung kann unbequem sein.
  • Kann bei falscher Anwendung Risiken bergen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

  • Unfähigkeit der Anwenderin zur korrekten Platzierung.
  • Nicht empfohlen als alleinige Verhütungsmethode für Frauen ohne festen Partner.
  • Latexallergie.
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen.
  • Störungen der Anatomie.
Wirksamkeit

80 % bis 90 % (in Verbindung mit einem Spermizid).

3. Die Zervixkappe (Portiokappe)

Die Zervixkappe ist eine kleine, fingerhutartige Kappe aus Kunststoff oder Silikon, die in die Vagina eingeführt wird, um direkt auf dem Gebärmutterhals zu sitzen. Sie wirkt als physische Barriere, die das Eindringen von Spermien verhindert.

Vorteile der Zervixkappe

  • Sie kann bis zu 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, was die Spontaneität nicht beeinträchtigt.
  • Die Anwesenheit wird während des Geschlechtsverkehrs nicht bemerkt.
  • Es verursacht keine hormonellen Veränderungen.

Nachteile der Zervixkappe

  • Geringe Effizienz.
  • Schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs).
  • Schwierige Installation/Platzierung.
  • Erhöhtes Risiko von Harnwegsinfektionen.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

  • Nicht anwenden bei Frauen mit Allergie gegen Latex oder Spermizide.
  • Nicht anwenden bei bestehenden Infektionen.
  • Nicht anwenden in den ersten 6 bis 12 Wochen nach der Entbindung.

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