Meisterwerke der Spanischen Mittelalterlichen Literatur: Epik, Prosa und Theater

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Die Lyrik und Epik des Spanischen Mittelalters

Wichtige Werke der Poesie

  • Cancionero-Poesie: Umfasst thematische, didaktische, moralische und liebevolle Abschnitte. Oftmals abstrakte und schwer verständliche Poesie.

El Cantar de Mio Cid

Das Epos erzählt die Taten von Rodrigo Díaz de Vivar. Es besteht aus etwa 3700 Zeilen mit syllabischen Unregelmäßigkeiten.

Struktur und Themen

  • Drei Teile: Lied vom Exil (Cantar del Destierro), Lied von der Hochzeit (Cantar de las Bodas) und Lied der Schande von Corpes (Cantar de la Afrenta de Corpes).
  • Zentrales Thema: Die Wiederherstellung der Ehre des Protagonisten.
  • Stil: Bekannt für seinen Realismus, seine Zurückhaltung und den optimistischen Tenor seiner Argumentation.

Jorge Manrique: Coplas por la muerte de su padre

Jorge Manrique war ein kastilischer Ritter und Dichter. Er schrieb Liebesgedichte und Verse, die dem Tod seines Vaters, Rodrigo Manrique, gewidmet sind.

Die Elegie

Die Coplas (Strophen) sind eine Elegie in Erinnerung an seinen Vater und bestehen aus 40 Strophen (Coplas de pie quebrado oder Manriqueñas).

  • Drei Teile: Reflexion über den Tod, Schilderung historischer Figuren und der Tod von Meister Rodrigo.
  • Themen: Die Macht des Todes, die Vergänglichkeit des Lebens (Vanitas Vanitatum) und die nostalgische Beschwörung des Ubi sunt? (Wo sind sie?).
  • Form: Einfache, erzählende Sechszeiler-Strophe.

Mittelalterliche Prosa (13. bis 15. Jahrhundert)

Entwicklung der Volkssprache

Die kastilische Prosa erschien im 13. Jahrhundert. Die volkssprachliche Prosa diente zunächst als Zwischenschritt für Übersetzungen aus dem Arabischen ins Lateinische.

  • Förderung: Gefördert durch Alfonso X. den Weisen und die Schule der Übersetzer von Toledo, später durch Don Juan Manuel.

Alfonso X. der Weise

Alfonso X. formte die kastilische Sprache. Seine Werke (Übersetzungen aus dem Lateinischen und Arabischen) bereicherten Vokabular und Syntax. Während seiner Herrschaft wurde Spanisch in offiziellen Dokumenten und Gesetzen verwendet.

Don Juan Manuel: El Conde Lucanor

Don Juan Manuel, Neffe von König Alfonso X., schrieb didaktische Werke, darunter El Conde Lucanor (oder Buch des Patronio).

Ziel und Struktur

Das Werk verbindet Bildung und Unterhaltung. Es besteht aus 51 Exempla (Beispielen), Sprichwörtern und einer Abhandlung über das Seelenheil. Es lehrt, wie Ehre, Reichtum und Status gesichert und verbessert werden können.

  1. Struktur der Geschichten: Erster Dialog (Rahmenhandlung).
  2. Erzählung der Geschichte (das Exemplum).
  3. Anwendung der Geschichte auf den Fall.
  4. Intervention von Don Juan Manuel (Moral).

Sein Stil ist individualistisch; er verweist nicht auf andere Autoren und legt Wert auf die Wahrscheinlichkeit (Realismus) der Darstellung.

Triumph der Fiktion

Im späten Mittelalter triumphierten der Sentimentale Roman und der Ritterroman. Letztere beschreiben heroische und außergewöhnliche kriegerische und amouröse Abenteuer eines Ritters. Ein Beispiel ist Tirant lo Blanc.

Das Mittelalterliche Theater

Frühe Formen und Dramatiker

  • Auto de los Reyes Magos: Das älteste erhaltene dramatische Stück (12. Jahrhundert).
  • Dramatische Aktivität: Konzentrierte sich stark auf religiöse Feiertage (Weihnachten und Ostern).
  • Juan del Encina: Schrieb kurze dramatische Stücke, sogenannte Pastoralen, die religiöse Themen behandelten.

La Celestina (Fernando de Rojas)

Fernando de Rojas, geboren in Toledo, studierte Jura in Salamanca. Er fand den ersten Akt des Werkes und beschloss, es fortzusetzen.

Editionen und Titel

  • Erste Ausgabe (1499): Comedia de Calisto y Melibea (16 Akte).
  • Spätere Ausgabe: Tragicomedia de Calisto y Melibea (21 Akte).
  • Endgültiger Titel: Schließlich bekannt als La Celestina aufgrund der zentralen Bedeutung der Figur der Kupplerin.

Handlung und Intention

Die zentrale Handlung ist die Liebesgeschichte von Calisto und Melibea, vermittelt durch Celestina. Das Werk endet mit dem Tod der Liebenden und der alten Kupplerin.

  • Hauptthemen: Liebe, Glück und Tod. Die Ereignisse werden glaubwürdig dargestellt, wobei der Tod eine Atmosphäre der Tragödie schafft.
  • Absicht: Das Ziel ist eindeutig moralisierend, geprägt von Erotik und existenziellem Pessimismus.
  • Form: Geschrieben in Dialogform, präsentiert es eine innovative, humorvolle Komödie (oder Tragikomödie).

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