Das Menschenproblem und historischer Materialismus

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3) Das Problem des Menschen

3) Das Problem des Menschen Die marxistische Anthropologie der Entfremdung beschreibt eine historische Situation als Folge einer bestimmten sozioökonomischen Ordnung. Diese Organisation im Zusammenhang mit der Arbeit ist die menschliche Essenz. Merkmale:

  1. Der Mensch ist ein natürliches Wesen und hat natürliche Bedürfnisse zur Subsistenz. Die Arbeit dient dazu, diese Bedürfnisse zu befriedigen.
  2. Der Mensch ist nicht nur ein isoliertes Produkt; die Arbeit ist nicht von der Natur getrennt. Der Mensch setzt sich mit der Natur auseinander, um sie zu verwandeln und für seine Zwecke nutzbar zu machen.
  3. Die Betrachtung der Arbeit als bloße Tätigkeit verkennt die natürliche Transformation früherer anthropologischer Vorstellungen und die Rolle der Vernunft. Das Wesen des Menschen wird durch die Arbeit humanisiert; der Arbeiter projiziert sein Produkt als Objektivierung, und diese Objektivierung ist zugleich Realisierung.
  4. Der Mensch ist ein historisches Wesen; er ist Subjekt der Geschichte und Ergebnis historischer Traditionen.
  5. Er ist ein universelles, allgemeines Wesen. Durch die Herstellung von Werkzeugen und die Umgestaltung der Natur passt er diese an seine Bedürfnisse an; der Mensch ist nicht ein rein individuelles, sondern ein soziales Wesen. Er ist kein isoliertes Tier.

B) Human

B) Human: Der humanistische Ansatz ist darauf ausgerichtet, die Verwirklichung historisch-politischer Ziele zu erreichen: die Transformation der Gesellschaft jenseits des Kapitalismus und der Entfremdung und die Schaffung einer sozialen Ordnung, in der der Mensch sich realisieren kann. Die Priorität liegt darin, das Phänomen der Entfremdung zu beenden. Marx stellt den Menschen in den Mittelpunkt der Realität, weil es keine transzendenten Realitäten gibt; nur die Menschen geben der Geschichte Sinn. Veränderung durch Arbeit bedeutet, die Produktionsweisen und damit die Geschichte zu verwandeln.

Der historische Materialismus ist die marxistische Wissenschaft der Geschichte und erfordert die Bejahung des Menschen als Protagonist der Geschichte. Er behauptet zwei grundlegende Ideen: Die Beziehungen, die Menschen zur Natur und zueinander haben, sind materielle Verhältnisse. Die Menschen „nehmen“ die Natur in Besitz (z. B. Bergwerke, Eisenfelder, Weizenfelder etc.) und produzieren sowie tauschen materielle Güter, um ihre materiellen Bedürfnisse (Essen, Trinken, Wohnen usw.) zu befriedigen. Marx nennt dies die soziale Produktion des Lebens. Diese Beziehungen sind es schließlich, die Ideologie und die rechtlich-politische Struktur des Staates hervorbringen. Daher spricht man von dialektischem und historischem Materialismus. Der marxistische Materialismus behauptet, dass Produktion, Distribution, Austausch und Konsum materieller Güter die Grundgesetze bilden, welche Menschen eine bestimmte Mentalität geben und bestimmte gesellschaftliche Formen hervorbringen. Der historische Materialismus interpretiert die Geschichte durch das Materielle: das Materielle erzeugt durch einen dialektischen Prozess Geschichte. Das 'Faktische' ist das System der Produktion materieller Güter oder die wirtschaftlichen Produktionsverhältnisse. Der historische Materialismus bedeutet daher, dass die Produktionsverhältnisse und die Produktionsweise des materiellen Lebens die sozialen, politischen und geistigen Formen bedingen. Materialismus ist eine wissenschaftliche Theorie über Entstehung und Entwicklung der Gesellschaft; die Entwicklung der Gesellschaft lässt sich aus der wirtschaftlichen Produktion materieller Güter erklären. Die Grundlage aller gesellschaftlichen Ordnung ist die Produktion; so erklärt sich die ganze Geschichte: Produktion ist die Tätigkeit, in der materielle Güter geschaffen werden, um zu leben. Faktoren der Produktion sind jene Elemente, die an der Produktion beteiligt sind: 1. Der Arbeitsprozess ist der Vorgang, durch den ein Gegenstand in ein nützliches Produkt verwandelt wird. Er besteht aus:

  • dem Arbeitsgegenstand (Rohstoffe)
  • den Arbeitsmitteln (Werkzeuge)
  • der Arbeitskraft: menschliche Energie, die eingesetzt wird
2. Die sozialen Produktionsverhältnisse sind die Beziehungen zwischen den Eigentümern der Produktionsmittel und den Arbeitskräften. Diese Beziehungen sind:
  • Konflikt: Werktätige vs. Ausbeuter (Herr–Sklave, Kapitalist–Arbeitnehmer). Die Ausbeutung entsteht, weil die Arbeiter ihre Arbeitskraft verkaufen müssen zu dem Preis und unter den Bedingungen, die die Eigentümer der Produktionsmittel festlegen.
  • Antagonismus: Einige verteidigen das Privateigentum an Produktionsmitteln als etwas Besonderes, während andere die Nutzung als kollektiv verteidigen.
Die wirtschaftliche Infrastruktur ist die Gesamtheit der Produktionsverhältnisse. Ein Wirtschaftssystem ist der Prozess der globalen wirtschaftlichen Produktion, Distribution, des Austauschs und des Konsums. Der Überbau umfasst alle Ideen, Überzeugungen, Institutionen und Regeln; er bildet die Form des sozialen Bewusstseins. Dazu gehören:
  • rechtlich-politische Sphäre: Institutionen und Normen, die die Gesellschaft als Ganzes regeln
  • ideologische Sphäre: ein Gefüge von Ideen, Überzeugungen und Gewohnheiten

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