Menschenrechte, Dialogethik und Gerechtigkeit nach 1945
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Die Geburt der Dialogethik nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Katastrophen des Zweiten Weltkrieges und die Auswirkungen des jüdischen Holocaust durch die Nationalsozialisten führten zur Entstehung einer neuen Ethik, die auf Dialog und Kommunikation basiert. In diesem Zusammenhang ist auf Jürgen Habermas hinzuweisen, der eine Pflichtenethik vertritt, in der – im Gegensatz zu Kant – die Universalität durch Dialog erreicht werden muss.
Diese Regeln akquirieren universelle Gültigkeit, wenn ihre Bearbeitung durch diesen Kommunikationsprozess erreicht wird oder wenn alle Betroffenen daran teilnehmen. In der Dialogethik legen Sprecher und Hörer Moralvorstellungen im Konsens fest, die die Grundlage für ein gerechtes und angemessenes Verhalten der Beteiligten bilden.
Vor diesem Hintergrund weisen einige Philosophen, wie die spanische Muguerza, auf eine wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation hin. Gerade der Dissens und nicht nur der Konsens ermöglicht den moralischen und sozialen Fortschritt.
Die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls
Der amerikanische Philosoph John Rawls veröffentlichte seine Theorie der Gerechtigkeit, in der er ein moralisch akzeptables Verhalten darlegte, das die Einhaltung bestimmter Werte, genannt Prinzipien der Gerechtigkeit, voraussetzt. Diese Prinzipien der Gerechtigkeit sind grundlegend für die größtmögliche Freiheit der Meinungsäußerung und die soziale Gerechtigkeit.
Grundlagen und Generationen der Menschenrechte
Was sind Grundrechte und Freiheiten?
Freiheiten sind garantierte Rechte, die Menschen besitzen. Sie können, müssen aber nicht, durch das Gesetz garantiert werden und zielen darauf ab, Schutz und Sicherheit für alle Bürger zu gewährleisten. Sie sind die Regeln, die unser Zusammenleben in der Gesellschaft regeln, und wir sind verpflichtet, sie einzuhalten.
Grundrechte sind jene Bedingungen, die jeder Mensch allein durch sein Menschsein besitzt. Ihre wirksame Realisierung ist für die ganzheitliche Entwicklung aller Männer und Frauen unerlässlich.
Individuelle und soziale Rechte
- Die Rechte des Einzelnen: Sie sind grundlegende Anforderungen der Person. In der Vergangenheit konzentrierten sie sich auf Freiheit, das Wahlrecht, Privilegien für Leben und die Freiheit der Meinungsäußerung.
- Soziale Rechte: Sie umfassen generische Werte wie Gleichheit und Solidarität.
Die drei Generationen der Menschenrechte
- Erste Generation: Betraf die bürgerlichen und politischen Rechte des Individuums.
- Zweite Generation: Umfasste die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte.
- Dritte Generation: Ähnliche Rechte und Solidaritätsrechte.
Historische Grundlagen und internationale Organisationen
Die Erklärung von Virginia (1776)
Die Erklärung von Virginia entstand im Kontext des Unabhängigkeitskrieges zwischen den USA und England. Sie nannte zwar die „Rechte der Bürger“, schloss jedoch alle aus, die nicht grundsätzlich zu dieser Kategorie gehörten (z. B. Sklaven).
Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (Frankreich, 1789)
Die französische Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte stellt eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr dar, da sie einen universellen Charakter besitzt und für die Gleichberechtigung der Menschenrechte kämpft.
Die Vereinten Nationen (UN)
Die UN entstand aus der Konferenz in San Francisco am Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie ist eine internationale Organisation, deren Prinzipien die Rechte der Person, die Erhaltung des Friedens, das Recht auf Selbstbestimmung der Völker und die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Ländern umfassen.
Charakteristika und Durchsetzung von Menschenrechten
Wesentliche Merkmale der Rechte
- Universell: Gültig für alle Personen.
- Unveräußerlich: Individuell und können nicht übertragen werden.
- Nicht verhandelbar: Sie sind alle gleichermaßen wichtig.
Mechanismen zur Durchsetzung
- Bündnisse (Pakte): Beispiele sind der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte.
- Gremien: Sie sind zahlreich und wurden teilweise im Rahmen der UNO aus der Charta oder unter verschiedenen Verträgen geschaffen.
- Foren: Ein Beispiel ist das Ständige Forum für indigene Fragen.
- Internationale Gerichtshöfe: Gerichte für internationale Justiz oder Sondergerichte (die bei eklatanten Verletzungen der Menschenrechte geschaffen werden).