Das menschliche Verdauungssystem: Funktion, Phasen und Drüsen
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Akzessorische Drüsen des Verdauungssystems
Die Verdauung wird durch mehrere wichtige Drüsen unterstützt:
Speicheldrüsen
Die Speicheldrüsen münden in die Mundhöhle und sind in drei Paaren gruppiert:
- Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotidea): Liegen vor dem Ohr.
- Unterzungendrüsen (Glandula sublingualis): Liegen unter der Zunge.
- Unterkieferdrüsen (Glandula submandibularis): Liegen unter dem Unterkiefer.
Ihre Hauptaufgabe ist es, die Nahrung zu befeuchten und zu schmieren, um den Transport durch den Magen-Darm-Trakt zu erleichtern.
Leber
Die Leber ist die größte Drüse des Körpers. Sie hat verschiedene Funktionen, unter anderem scheidet sie Galle in den Zwölffingerdarm aus. Die Galle wird in der Gallenblase gespeichert und ist ein Stoff, der für die Emulgierung (Auflösung) von Fetten verantwortlich ist.
Bauchspeicheldrüse (Pankreas)
Das Pankreas erfüllt zwei Hauptfunktionen:
- Endokrine Funktion: Sie ist verantwortlich für die Produktion von Insulin zur Steuerung des Blutzuckerspiegels.
- Exokrine Funktion: Sie produziert Pankreassaft, der zusammen mit der Galle in den Zwölffingerdarm gelangt und maßgeblich am Verdauungsprozess beteiligt ist.
Funktionsweise des Verdauungssystems
Verdauung ist der Prozess, bei dem komplexe, unlösliche Nahrungsbestandteile in einfache, lösliche Stoffe umgewandelt werden, die der Körper aufnehmen kann.
Phasen der Verdauung
1. Kauen (Mechanische Zerkleinerung)
Dies ist ein mechanischer Vorgang, bei dem die Zähne die Nahrung zerkleinern und diese mit Speichel vermischt wird. Dabei entsteht der Speisebrei (Bolus). Bereits im Mund beginnt die chemische Verdauung, da der Speichel das Enzym Ptyalin (Amylase) enthält, welches Stärke (Polysaccharid) zu Maltose (Disaccharid) abbaut.
2. Schlucken
Der Bolus gelangt unwillkürlich in den Rachen. Dabei hebt sich der weiche Gaumen und verhindert den Kontakt mit den Nasenhöhlen. Gleichzeitig bedeckt die Epiglottis (Kehldeckel) den Eingang der Luftröhre und leitet den Bolus in die Speiseröhre.
3. Magen-Darm-Passage und Magenverdauung
Der Bolus wird durch peristaltische, automatische und unwillkürliche Bewegungen der Speiseröhre in den Magen transportiert. Im Magen verweilt der Speisebrei bis zu fünf Stunden und wird mit Magensaft vermischt, der folgende Stoffe enthält:
- Mucin (Schleim): Wirkt als schützendes Schmiermittel für die Magenwand.
- Salzsäure (HCl): Wirkt bakterizid und unterstützt die Funktion der hydrolytischen Enzyme.
Die Anwesenheit von Nahrung löst intensive peristaltische Kontraktionen aus, welche die Verdauung unterstützen. Die mit Magensaft vermischte Nahrung wird zu einer Art Brei, dem Chymus. Der Chymus verlässt den Magen durch den Pylorus (Pförtner) und erreicht den Zwölffingerdarm (Duodenum).
Prozesse im Zwölffingerdarm (Duodenum)
Im Duodenum treffen verschiedene Substanzen ein:
- Gallensalze: Verantwortlich für die Neutralisierung des sauren Chymus.
- Cholesterin: Bestandteil des Stuhls.
- Gallenfarbstoffe: Sie verleihen dem Stuhl seine charakteristische Farbe.
Der Chymus vermischt sich mit Galle und Pankreassaft und bildet den Chylus.
4. Absorption (Nährstoffaufnahme)
Die Aufnahme der Nährstoffe findet hauptsächlich im Dünndarm statt, unterstützt durch die Zotten und Mikrovilli. Sie tritt vor allem im Jejunum (Leerdarm) und Ileum (Krummdarm) auf.
5. Ausscheidung (Entsorgung)
Alle für den Körper unverwertbaren Nahrungsbestandteile gelangen in den Dickdarm, wo sie Zersetzungsprozessen durch Bakterien ausgesetzt sind. Durch diesen Prozess und die Peristaltik wird der Stuhl durch den Dickdarm transportiert und schließlich über das Rektum (Mastdarm) und den Anus ausgeschieden.