Merkmale der Barock-Architektur und -Skulptur: Eine Übersicht

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Merkmale der Barock-Architektur

  1. Der Stil ist geprägt von Gegensätzen (Kontrasten), sowohl chromatisch (verschiedene Materialien) als auch in der Beleuchtung (wechselnde Bereiche von Licht und Schatten). Es besteht ein starkes Interesse an der Darstellung von Bewegung, sowohl in den Grundrissen als auch in den Ansichten der einzelnen Elemente.
  2. Die Grundrisse der Gebäude verlieren ihre traditionellen Formen und werden nun oval, mixtilinear usw. Dennoch werden Basilika- und Zentralbauten weiterhin genutzt, sind aber von der geschwungenen Linie dominiert: elliptische, kreisförmige und gemischte Grundrisse.
  3. Im Gegensatz zur Norm werden Wände *aufgerissen* und *durchbrochen*, Giebel und Gebälk sind zerbrochen. Es gibt eine Häufung von gekrümmten Formen, die ein ständiges Ein- und Ausgehen erzeugen, sowie die Verwendung der gewundenen Säule (Salomonische Säule).
  4. Die Dekoration spielt eine wichtige Rolle und nimmt allmählich zu, bis kaum noch eine Fläche frei von Ornamentik bleibt. Es entsteht eine *plastische Symbiose* zwischen Architektur, Skulptur und Malerei.
  5. Das am häufigsten verwendete Material ist Stein, aber einige Gebäude, insbesondere im Innenraum, verwenden Marmor in verschiedenen Farben.
  6. Es gibt ein endloses Repertoire an Kurven: Ellipsen, Parabeln, Spiralen. Die Säulen sind nun in gewundenen Spiralen verdreht (Salomonische Säulen), die Giebel sind geschwungen und mixtilinear. Die Wände sind gekrümmt, um neue Perspektiven und Lichteffekte zu erzeugen.
  7. Malerei, Skulptur und Architektur verschmelzen zu einem Ganzen, sodass man in der visuellen Wahrnehmung kaum unterscheiden kann, wo das eine beginnt und das andere endet.
  8. Es werden Bögen, Tonnen- und Kreuzgratgewölbe verwendet, aber auch Sternengewölbe und Kuppeln, die außen oft vervielfacht werden.
  9. Die Kuppel wird in ihrer äußeren Erscheinung betont, aber im Inneren oft durch Stuck oder Malerei versteckt oder aufgelöst.
  10. Die grundlegenden architektonischen Strukturen werden durch Stuckarbeiten und *durchbrechende* Reliefs, die illusionistische Himmelsdarstellungen zeigen, verborgen.
  11. Die Fassaden der Kirchen sind zunehmend bewegt und reich an Hell-Dunkel-Kontrasten, mit konkaven und konvexen Wänden. Sie beziehen sich auf den städtischen Raum und werden unter Berücksichtigung des Blickwinkels des Betrachters gebaut, um flüchtige Perspektiven und diagonale Achsen zu erzeugen. Die Fassaden sind mit Skulpturen gefüllt, die Säulen lösen sich von der Wand, was den Eindruck von größerer Fülle und Bewegung vermittelt.
  12. Ein ausgeprägter Geschmack für Inszenierung und Illusion, erzeugt durch kühne Perspektiven und skulpturale Dekoration.
  13. Die Entwicklung des städtischen Raums soll den Reisenden Freude bereiten (durch Plätze, Brunnen und Achsen).
  14. Die Verbindung und Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenraum, wobei gekrümmte Oberflächen diesen Dialog ausdrücken.
  15. Die neuen Gebäude erweitern den architektonischen Bereich (durch innovative Formen und Techniken).
  16. Chronologisch wird die Barock-Architektur zwischen 1630 (mit den Werken der italienischen Architekten Bernini und Borromini) und 1750 angesetzt, bevor sie dem Rokoko und den ersten Manifestationen des Neoklassizismus weicht.

Merkmale der Barock-Skulptur

  1. Es wird der Wunsch nach Bewegung betont.
  2. Die Bewegung wird nach außen getragen; Gliedmaßen der Figuren und Vorhänge werden *dynamisch* projiziert.
  3. Die Gewänder sind mehrfach gefaltet und wirbeln. Der Bildhauer versucht, die Bewegung des Stoffes ebenso hervorzuheben wie die Formen der menschlichen Figur.
  4. Im Gegensatz zur skulpturalen Auffassung der Renaissance entsteht ein neuer Charakter, der ein malerischeres Erscheinungsbild anstrebt, das über die reine Realität hinausgeht. Es besteht der Wunsch, Texturen und Qualitäten vorzutäuschen, im Gegensatz zu glatten Oberflächen.
  5. Es wird eine Steigerung des Gefühls und des theatralischen Ausdrucks angestrebt. Barock-Bildhauer stellen oft mystische Verzückung dar, was stark im Einklang mit den Richtlinien der Gegenreformation (Konzil von Trient) steht.
  6. Die Barock-Skulptur ist eine *wirkungsvolle* Skulptur, die oft versucht, den Betrachter zu beeindrucken, insbesondere bei Grabmälern.

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