Merkmale der Chordatiere und Wirbeltierklassen

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Chordatiere (Chordata)

Allgemeine Merkmale

  • Sie besitzen eine dorsale Stützstruktur, die Chorda dorsalis genannt wird.
  • Bei den meisten Wirbeltieren wird die Chorda durch die Wirbelsäule ersetzt.
  • Sie haben einen dorsalen, röhrenförmigen Nervenstrang.
  • Sie besitzen Kiemenbögen im Embryonalstadium. Diese entwickeln sich bei aquatischen Wirbeltieren zu Kiemen und bei Landwirbeltieren zu anderen Strukturen (z.B. Teile des Ohrs, Mandeln, Thymus, Nebenschilddrüsen).
  • Sie haben im Embryonalstadium einen postananalen Schwanz, der sich hinter dem Anus erstreckt.

Wirbellose Chordatiere

Allgemeine Merkmale

  • Die Chorda wird nicht durch eine Wirbelsäule ersetzt.
  • Sie sind einfacher gebaute Chordatiere.
  • Sie werden in die Unterstämme Urochordata (Manteltiere oder Seescheiden) und Cephalochordata (Lanzettfischchen) unterteilt.

Merkmale: Cephalochordata (Lanzettfischchen)

  • Ihre Form ähnelt einem Skalpell (Lanzette).
  • Sie leben im Wasser.
  • Sie sind Filtrierer.
  • Die Chorda erstreckt sich vom Kopf bis zum Schwanz.

Merkmale: Urochordata (Manteltiere)

  • Sie sind Meeresorganismen.
  • Sie stoßen Wasser durch den Ausstromsiphon aus.
  • Sie haben einen sackartigen Körper mit einer festen Wand (Mantel).
  • Die Larven sind bilateral symmetrisch und durchlaufen eine Metamorphose.
  • Erwachsene Tiere sind sessil (festsitzend) und haben einen Einstrom- und einen Ausstromsiphon.
  • Sie sind Filtrierer.

Wirbeltiere (Vertebrata)

Allgemeine Merkmale

  • Die Chorda wird durch die Wirbelsäule ersetzt.
  • Die Wirbelsäule ist stark, flexibel und zeigt die Segmentierung der Wirbeltiere.
  • Das Skelett wächst mit dem Tier mit. Es besteht aus Knochen oder Knorpel.
  • Das Skelett schützt die inneren Organe und dient als Ansatzpunkt für die Muskeln.
  • Sie besitzen typischerweise zwei Paar Gliedmaßen.
  • Ein Schädel schützt das Gehirn.
  • Es gibt einen hohen Grad an Cephalisation (Kopfbildung) mit spezialisierten Funktionen und gut entwickelten Sinnesorganen.
  • Sie haben eine große Leibeshöhle (Coelom) und ein gut entwickeltes Verdauungssystem.
  • Die Entwicklung von Kiefern ermöglichte vielfältige Strategien zum Nahrungserwerb.
  • Das Blut zirkuliert in Blutgefäßen (geschlossener Blutkreislauf).
  • Das Atmungssystem besteht aus Kiemen oder Lungen.
  • Die Nieren regulieren den Wasserhaushalt des Körpers.
  • Sie sind meist getrenntgeschlechtlich mit sexueller Fortpflanzung.

Fische (Pisces)

Allgemeine Merkmale

  • Sie sind Wasserlebewesen.
  • Sie atmen mit Kiemen.
  • Sie haben typischerweise Flossen und einen mit Schuppen bedeckten Körper.
  • Sie sind ektotherm (wechselwarm), d.h., ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab.

Merkmale: Kieferlose Fische (Agnatha)

  • Hierzu gehören Schleimaale (Inger) und Neunaugen.
  • Sie sind zylindrisch und haben kein knöchernes Skelett.
  • Schleimaale sind Aasfresser.
  • Einige Neunaugen sind Filtrierer, andere leben parasitisch.

Merkmale: Kiefermäuler (Gnathostomata) - Fische

  • Die Kiefer sind Knochen des Kopfes, die Zähne tragen können.
  • Man nimmt an, dass sich die Kiefer aus dem ersten Kiemenbogen der ursprünglichen Agnatha entwickelten und der zweite Kiemenbogen zu einer Stützstruktur für die Kiefer wurde.
  • Man nimmt an, dass Kiefermäuler (Gnathostomata) und Panzerfische (Placodermi) die Vorfahren der ersten Haie waren.
  • Sie werden unterteilt in Knorpelfische, Strahlenflosser (eine Gruppe der Knochenfische) und Fleischflosser (Lappenflosser).

Merkmale: Knorpelfische (Chondrichthyes)

  • Haie, Rochen und Chimären gehören zu dieser Klasse.
  • Das Skelett besteht aus Knorpel, nicht aus Knochen.
  • Sie haben fünf bis sieben Paar Kiemenspalten auf beiden Seiten des Rachens.
  • Ihr Körper ist mit Placoidschuppen (Hautzähnchen) bedeckt.

Merkmale: Knochenfische (Osteichthyes) - Strahlenflosser

  • Die Flossen (Strahlenflossen) sind fächerförmig und werden von dünnen Knochenstrahlen gestützt.
  • Sie sind Filtrierer, Räuber oder Allesfresser.
  • Die Kiemen öffnen sich nicht einzeln nach außen, sondern sind von einem Kiemendeckel (Operculum) bedeckt.
  • Sie besitzen eine Schwimmblase, einen mit Gas gefüllten Sack, dessen Druck reguliert werden kann, um den Auftrieb und die Schwimmtiefe zu steuern.
  • Sie haben einen einfachen, geschlossenen Blutkreislauf.
  • Gehirn und Nervensystem sind gut entwickelt; komplexe Verhaltensweisen sind häufig.
  • Die Geschlechter sind meist getrennt; die Befruchtung erfolgt überwiegend äußerlich.

Merkmale: Fleischflosser (Sarcopterygii)

  • Sie haben fleischige Flossen, die von Knochen gestützt werden.
  • Einige dieser Fische können mit Lungen atmen (Lungenfische).
  • Es wird angenommen, dass sie die Vorfahren der Amphibien sind.

Amphibien (Amphibia)

Allgemeine Merkmale

  • Sie leben sowohl im Wasser als auch an Land.
  • Sie sind Tetrapoden (Vierfüßer).
  • Ihre Vorfahren sind die Fleischflosser, erkennbar an der anatomischen Ähnlichkeit der Extremitätenknochen.
  • Sie werden in drei Ordnungen unterteilt: Froschlurche (Anura: Frösche, Kröten), Schleichenlurche (Gymnophiona: Blindwühlen) und Schwanzlurche (Urodela: Salamander, Molche).
  • Innere und äußere Befruchtung kommen vor.
  • Die meisten legen ihre Eier (Laich) ohne feste Schale, oft von einer Gallerthülle umgeben, ins Wasser.
  • Die Larven (z.B. Kaulquappen) atmen mit Kiemen.
  • Sie durchlaufen eine Metamorphose.
  • Becken- und Schultergürtel sind für die Fortbewegung an Land entwickelt.
  • Die Sinnesorgane sind gut an das Landleben angepasst.
  • Erwachsene Tiere haben oft relativ kleine Lungen; die Atmung wird durch Hautatmung ergänzt.
  • Sie haben ein Herz mit drei Kammern (zwei Vorhöfe, eine Herzkammer).
  • Ihre Haut ist glatt, feucht, drüsenreich und meist schuppenlos; sie dient dem Wasserhaushalt, der Atmung und der Temperaturregulation.
  • Sie besitzen oft eine spezialisierte Zunge zum Beutefang, Augenlider zum Feuchthalten der Augen und einen Kehlkopf zur Lauterzeugung.
  • Die überwiegende Mehrheit sind Fleischfresser.
  • Sie sind ektotherm (wechselwarm) und bevorzugen oft Lebensräume ohne extreme Temperaturschwankungen.

Merkmale: Froschlurche (Anura)

  • Erwachsene Tiere haben keinen Schwanz.
  • Der Kopf ist direkt mit dem Rumpf verbunden (kein Hals).
  • Die Hinterbeine sind oft zum Springen verlängert.
  • Gliedmaßen- und Rumpfmuskulatur sind kräftig entwickelt.

Merkmale: Schleichenlurche (Gymnophiona)

  • Sie haben keine Gliedmaßen.
  • Sie sind wurmförmig und oft blind oder haben zurückgebildete Augen.

Merkmale: Schwanzlurche (Urodela)

  • Sie haben einen länglichen Körper, meist zwei Paar Gliedmaßen und einen langen Schwanz.
  • Die Befruchtung erfolgt meist innerlich. Das Männchen setzt eine Spermatophore (Samenpaket) ab, die vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen wird.

Reptilien (Reptilia)

Allgemeine Merkmale

  • Sie sind zur Fortpflanzung nicht an Wasser gebunden.
  • Sie haben innere Befruchtung und legen meist Eier mit einer schützenden Hülle (Amnioten-Ei).
  • Diese Eier ermöglichen die Entwicklung an Land.
  • Man nimmt an, dass sie sich aus Amphibien entwickelten, mit Ursprüngen im Karbon/Perm.
  • Die meisten haben eine dicke, trockene, verhornte und wasserdichte Haut mit Schuppen.
  • Sie besitzen Krallen an den Zehen.
  • Die Haut verhindert Wasserverlust, muss aber meist regelmäßig gehäutet werden.
  • Sie haben weiter entwickelte Lungen als Amphibien; die Atmung erfolgt durch Erweiterung des Brustkorbs.
  • Sie haben ein Herz mit meist einer nur unvollständig geteilten Herzkammer (Ausnahme: Krokodile).
  • Sie sind ektotherm (wechselwarm).
  • Sie werden in Ordnungen unterteilt: Schildkröten (Testudines/Chelonia), Schuppenkriechtiere (Squamata: Echsen, Schlangen) und Krokodile (Crocodilia).

Merkmale: Schildkröten (Testudines)

  • Zu dieser Ordnung gehören die Schildkröten.
  • Sie haben keine Zähne (Hornscheiden).
  • Ein Panzer umgibt den Körper.
  • Die Gliedmaßen sind kurz, oft paddel- oder säulenförmig.
  • Sie schlüpfen aus Eiern (ovipar).

Merkmale: Schuppenkriechtiere (Squamata) - Echsen

  • Sie haben meist einen langen Schwanz, vier gut entwickelte Beine und einen langgestreckten Körper.
  • Beispiele sind Leguane, Eidechsen, Geckos etc.
  • Das Maul ist nicht dehnbar; die Zunge ist oft gespalten.
  • Meist eierlegend (ovipar).

Merkmale: Schuppenkriechtiere (Squamata) - Schlangen

  • Zu dieser Unterordnung gehören die Schlangen.
  • Sie haben einen zylindrischen, beinlosen Körper.
  • Die Zunge ist lang, oft gegabelt und dient als Sinnesorgan (Jacobson-Organ).
  • Sie verschlingen ihre Beute ganz; der Kiefer ist sehr dehnbar.
  • Sie bewegen sich durch Schlängeln.
  • Sie häuten sich.
  • Sie sind eierlegend (ovipar) oder lebendgebärend (ovovivipar).

Merkmale: Krokodile (Crocodilia)

  • Hierzu gehören Krokodile, Alligatoren, Kaimane und Gaviale.
  • Sie haben kräftige Kiefer mit Zähnen.
  • Der Rumpf ist robust, die Beine kurz, der Schwanz kräftig.
  • Sie sind eierlegend (ovipar).
  • Die Jungtiere sind beim Schlüpfen gut entwickelt.

Vögel (Aves)

Allgemeine Merkmale

  • Sie sind eine auffällige Wirbeltiergruppe, oft durch Gesang, Farbenpracht und Flugfähigkeit faszinierend.
  • Man nimmt an, dass sie sich aus zweibeinigen Reptilien (Dinosauriern) entwickelten; Schuppen an den Beinen und die Federn (modifizierte Schuppen) deuten darauf hin.
  • Es gibt flugfähige Vögel (z.B. Adler, Enten) und flugunfähige Vögel (z.B. Emus, Strauße, Pinguine).
  • Sie werden u.a. nach Schnabelform, Beintyp, Lebensraum und Verhalten klassifiziert.
  • Die Vordergliedmaßen sind zu Flügeln umgebildet.
  • Die Atmung ist sehr effizient, da die Lungen mit Luftsäcken verbunden sind.
  • Die Luftsäcke ermöglichen einen unidirektionalen Luftstrom durch die Lungen, wodurch ein kontinuierlicher Gasaustausch stattfindet.
  • Sie verringern zudem das spezifische Gewicht des Körpers und machen die Knochen leichter (Pneumatisation).
  • Der Hornschnabel ersetzt die Zähne.
  • Der Hals ist oft lang und beweglich, der Körper kompakt.
  • Das Brustbein (Sternum) hat oft einen prominenten Kiel als Ansatz für die Flugmuskulatur.
  • Sie haben ein vierkammeriges Herz, das sauerstoffreiches und sauerstoffarmes Blut vollständig trennt.
  • Vögel sind endotherm (gleichwarm) und erzeugen ihre Körperwärme selbst.
  • Sie haben keine Harnblase und scheiden Harnsäure als halbfesten Brei aus.
  • Für den Flug sind gut entwickelte Sinnesorgane und ein leistungsfähiges Nervensystem notwendig.
  • Sie besitzen ausgezeichnete Muskelreflexe und Koordination.

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