Merkmale und Gattungen literarischer Texte
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Merkmale literarischer Texte
- Originalität: Literarische Sprache ist ein bewusster Schöpfungsakt des Autors mit dem Anspruch auf Originalität. Sie soll unverbraucht, besonders und einzigartig sein.
- Künstlerische Absicht: Die Sprache wird mit einer künstlerischen Absicht verwendet, um ein Kunstwerk zu schaffen. Dies wird als ästhetische Funktion bezeichnet.
- Besondere kommunikative Absicht: Die kommunikative Absicht ist nicht primär praktisch, sondern ästhetisch.
- Abweichung (Deviation): Dieses Konzept bezeichnet die Wiederholung sprachlicher Einheiten auf verschiedenen Ebenen innerhalb eines kurzen Textes. Es beschreibt ein statistisch häufigeres Vorkommen einer Einheit im Vergleich zur „normalen“ Sprache.
- Konnotation: Literarische Sprache ist wesentlich konnotativ. Sie ist offen für Assoziationen und Anregungen, die durch die Nebenbedeutungen von Wörtern entstehen. Jeder Leser und jeder Autor kann neue Konnotationen schaffen, die bei jeder Lektüre neu entstehen. In diesem Sinne spricht man von Mehrdeutigkeit.
- Eigene Welt: Die literarische Botschaft erschafft ihre eigenen fiktionalen Welten. Die darin enthaltenen Referenten müssen nicht zwangsläufig der äußeren Realität entsprechen. Der Leser erschließt diesen Kontext erst beim Lesen.
- Bedeutung des Signifikanten: In einer literarischen Nachricht kann der Signifikant (die Form des Zeichens) motiviert sein, z. B. durch Musikalität, Alliteration oder Lautsymbolik. Allgemein spricht man von der Bedeutung der Form.
- Poetische Funktion: Die Sprache erfüllt eine ästhetische oder poetische Funktion, wenn sie die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise lenkt, wie etwas gesagt wird. Der literarische Text zeichnet sich durch die besondere Aufmerksamkeit aus, die der Botschaft selbst zuteilwird.
Die literarische Sprache
Literarische Sprache ist eine besondere Form des Sprachgebrauchs, die eine ästhetische Funktion hat: die Schaffung literarischer Texte.
Haupteigenschaften
- Sie ist wesentlich polysemisch (mehrdeutig), da viele Wörter und Ausdrücke mehrere Interpretationen zulassen.
- Sie ist eine konnotative Sprache, da Wörter zusätzliche Bedeutungen annehmen, die ihnen der Autor verleiht.
- Aufgrund ihres polysemischen und konnotativen Charakters ist die literarische Sprache stets subjektiv.
- Sie kann zwei Formen annehmen: Vers und Prosa. Der Vers entfernt sich weiter von der Alltagssprache als die Prosa und ist durch einen musikalischen Rhythmus gekennzeichnet (Akzente, Reim, Silbenzählung etc.).
- Literarische Sprache weicht vom normalen Sprachgebrauch ab. Autoren verändern den Code auf eine Weise, die in der Alltagssprache unüblich ist, zum Beispiel durch die Veränderung der logischen Wortstellung in einem Satz.
- In der literarischen Sprache ist das Wie der Aussage wichtiger als die Botschaft selbst. Aus diesem Grund werden vielfältige Ausdrucksmittel verwendet, darunter die sogenannten literarischen oder rhetorischen Figuren.
Zusammenfassung der Merkmale
- Spezifischer und gepflegter Sprachgebrauch
- Poetische Funktion
- Konnotative Werte
- Originalität
- Erschaffung fiktionaler Welten
- Wortgetreue Überlieferung (Literalität)
- Auf Dauerhaftigkeit ausgelegt
Literarische Gattungen
Literarische Werke lassen sich in große Gruppen, die Gattungen, einteilen. Selten erscheinen Gattungen in reiner Form; oft finden sich auch Mischformen (Hybrid-Genres).
Lyrik
Sie erlaubt dem Autor, seine Gefühle, seine Subjektivität und sein Inneres auszudrücken. Das vorrangige Ausdrucksmittel ist der Vers, aber auch Prosaformen kommen vor. Zu den lyrischen Gattungen zählen: Ekloge, Elegie, Hymne, Ode, Satire, Epigramm, Madrigal.
Epik (Erzählende Dichtung)
Werden Geschichten in Prosa verfasst, spricht man von erzählender Literatur. Wichtige Formen sind: Roman, Erzählung, Novelle und Legende. Die Bezeichnung Epos wird für Heldengedichte in Versform verwendet, die historische Heldentaten besingen. Weitere epische Formen sind das Heldenlied und die Romanze.
Dramatik
Die Handlung wird durch Dialoge und Aktionen der Figuren auf einer Bühne dargestellt. Die Hauptgattungen der Dramatik sind Komödie, Tragödie und das Schauspiel. Kleinere Formen sind unter anderem das geistliche Spiel, die Farce und das Zwischenspiel (Intermezzo).
Didaktik (Lehrdichtung)
Dieses Genre umfasst Werke, die das Ziel haben, zu lehren oder zu belehren. Dazu gehören: Essay, Fabel, Lehrbrief und Dialog.