Merkmale und Gattungen der populären Literatur

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Merkmale der populären Literatur

Die populäre Literatur (Volksliteratur) ist in der Regel anonym und hat eine langsamere Entwicklung als die Hochkultur kultiviert. Wesentliche Merkmale:

  1. Sie ist traditionell sowie konservativ und wird während der gesamten Kulturbewegung bewahrt.
  2. Sie wird mündlich von Generation zu Generation übertragen.
  3. Sie hat keinen bekannten Autor oder ist zeitlich nicht definiert; im Laufe der Zeit entstanden jedoch verschiedene Varianten durch die Interpreten.
  4. Sie ist instabil und präsentiert verschiedene Fassungen.
  5. Es handelt sich um ein internationales Phänomen, das von einem Land zum anderen wandert, indem es die jeweilige Sprache annimmt.

Populäre Poesie

Die populäre Poesie ist Lyrik, die von Menschen aus der Notwendigkeit heraus geschaffen wurde, die menschliche Erfahrung zu erklären. Diese Poesie wurde mündlich überliefert und gesungen. Es gibt eine Vielfalt der Genres:

  • Weihnachten: Lieder über die Geburt Christi (neixament).
  • Corrandes: Kurze Liebeslieder.
  • Tamburin-Lieder: Ähnlich wie Corrandes, unterscheiden sich jedoch in der Melodie.
  • Freuden (Goigs): Religiöse Poesie.
  • Lieder von Gesetzlosen: Dieses Genre des Banditentums (bandolerisme) war zu jener Zeit sehr beliebt.

Die populäre Erzählung

Märchen und Legenden sind hierbei die wichtigsten Gattungen.

Das Märchen (Tale)

Eine Kombination von realen Elementen in einem fantastischen Raum. Es nutzt eine unbestimmte, einfache (mündliche) Sprache und richtet sich an ein kindliches Publikum, oft mit einer moralischen Absicht.

Die Legende

Teil einer Erzählung, in der historische Fakten und tatsächliche Ereignisse nicht verfälscht, sondern mit wunderbaren Elementen sowie Orts- und Zeitangaben angereichert werden.

Tradition

Kleine mündliche Erzählungen, die den Ursprung eines bestimmten Ortes erklären.

Das Volkstheater

Hierbei wurden Formen mittelalterlicher religiöser oder profaner Inhalte perfektioniert. Es handelte sich um kurze Stücke, welche die Sitten der Epoche beschrieben und von Musik sowie Liedtexten begleitet wurden. Die Aufführungsorte befanden sich in Tempeln, Innenräumen, Straßen oder auf Plätzen. Es gab eine komplette Inszenierung, bei der Dialoge gesungen wurden.

Religiöse Zyklen

Die Thematik entwickelte sich vor allem in religiösen Zyklen:

  1. Weihnachtszeit (Hirtenstücke).
  2. Osterzyklus.
  3. Marienzyklus (z. B. das Mysterium von Elche).

In der Mitte des 18. Jahrhunderts, als der demografische Aufschwung begann, erlebte das Laientheater (teatre d'aficionats) in Andalusien ein spektakuläres Wachstum. Berühmt waren auch Theaterstücke für Wohn- und Schlafzimmer; dabei handelte es sich jedoch eher um Komödien oder tränenreiche Dramen.

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