Merkmale und Kontext der romanischen Architektur
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Historischer Kontext der Romanik
Die romanische Kunst entwickelte sich im christlichen Abendland zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. Sie bezieht sich auf historische Prozesse, die gleichzeitig in Europa stattfanden:
- Terror um das Jahr 1000: Das 10. Jahrhundert war von einem Klima der Angst geprägt, bedingt durch muslimische und normannische Invasionen sowie die Einfälle der Ungarn, was als das Ende der Welt interpretiert wurde.
- Wallfahrten: Die Bedeutung einiger Klöster und die Tatsache, dass sie Reliquien von Heiligen besaßen, machten sie ab dem 10. Jahrhundert zu Wallfahrtsorten. Ein Beispiel ist Santiago de Compostela nach der Entdeckung des Grabes des Apostels.
Merkmale der romanischen Kirchenarchitektur
Die repräsentativsten Bauten sind die Pilgerkirchen.
Grundriss und Aufbau
Der Grundriss ist ein Längsbau in Form eines lateinischen Kreuzes, das von Ost nach West ausgerichtet ist und 3 oder 5 Schiffe hat. Das Langhaus endet im Chor mit Kapellen. Das Mittelschiff ist breiter und höher als die Seitenschiffe. Unter dem Altar befindet sich die Krypta, ein kreisförmiger, gewölbter Raum, in dem die Reliquien der Heiligen aufbewahrt wurden. Beispiele sind St. Martin von Tours und die Kathedrale von Santiago de Compostela. Die Kirchen hatten einen basilikalen Grundriss wie die römischen Basiliken.
Gewölbe und Decken
Die vorherrschenden Deckenkonstruktionen waren Tonnengewölbe, die eine starke Verstärkung durch Gurtbögen erforderten. Diese Bögen unterteilen das Gewölbe in Abschnitte und stützen sich auf Pfeiler. Quadratische Räume sind mit Kuppelgewölben bedeckt, die auf Trompen ruhen. Die Apsiden sind mit Kalotten überwölbt.
Mauern und Beleuchtung
Das wichtigste tragende Element ist die Mauer, die sehr stark sein muss, um das Dach zu tragen. Die Öffnungen sind wenige und klein, was die Innenbeleuchtung erschwert.
Säulen und Pfeiler
Die Säule hat einen zylindrischen Schaft, der glatt oder mit pflanzlichen Motiven verziert sein kann. Die Kapitelle sind vielfältig mit Pflanzen, Tierfiguren oder religiösen Szenen dekoriert. Kreuzförmige Pfeiler sind robuster als Säulen und werden verwendet, um die Hauptlast der Decken zu tragen. Sie können mit anliegenden Säulen versehen sein.
Die Romanik in Europa
- Frankreich: Besitzt die reichsten und vielfältigsten romanischen Kirchen.
- Italien: Die bekanntesten Ensembles sind die Abfolgen von Dom, Baptisterium und Turm.
Die Romanik auf der Iberischen Halbinsel
Die Entwicklung fand hauptsächlich in Katalonien und entlang des Jakobswegs (Camino de Santiago) statt.
- Katalonien: Hier mischten sich französisch-arabische Einflüsse (z. B. die Kirche Sant Joan de les Abadesses) mit lombardischen Einflüssen.
- Jakobsweg: Entlang des Weges wurden mehrere Kirchen gebaut, wobei die Kathedrale von Santiago de Compostela die wichtigste Pilgerstätte ist.