Merkmale der romanischen Architektur

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Die romanische Architektur wird in zwei Bereiche unterteilt: den zivilen und den religiösen Bereich. Wir betrachten hier vor allem die gemeinsamen Merkmale der romanischen Baukunst. Neue Techniken und Entwicklungen konzentrieren sich primär auf Masse und Volumen. Es dominieren massive Mauern mit kleinen Fenstern, was das Innere sehr dunkel macht – im Gegensatz zur späteren gotischen Kunst, die durch große Buntglasfenster (Vidrieras) sehr hell wirkt.

Es werden keine klassischen tragenden Materialien mehr verwendet; die neuen Konstruktionen lösen sich fast vollständig von der antiken Welt. Das tragende Element bleibt das Rückgrat jeder Konstruktion, unabhängig von der Größe oder Proportion. Die Säulen sind oft glatt oder mit dekorativem Laub verziert. Die Kapitelle sind mit Pflanzenmotiven, Tierfiguren, menschlichen Gestalten oder Fantasiewesen geschmückt. Zudem dienten sie der Evangelisierung, indem sie biblische Szenen bildlich für Analphabeten darstellten.

Religiöse Architektur: Die romanische Kirche

Der religiöse Stil prägt romanische Kathedralen, Kirchen und Klöster. Das Phänomen der Wallfahrten förderte den Bau zahlreicher Gotteshäuser, deren Struktur eng mit ihrer Funktion und Symbolik verknüpft war. Sie wurden von Osten nach Westen orientiert, sodass die ersten Sonnenstrahlen durch die Apsis fielen.

Das Querschiff besteht aus einem oder mehreren Schiffen, die senkrecht zur Längsachse verlaufen und so eine Kreuzform bilden. Diese konnte als griechisches Kreuz (gleichlange Arme) oder als lateinisches Kreuz ausgeführt sein, wie man es beispielsweise an der Kathedrale von Zamora sieht. Neben der halbrunden Apsis wurde der Chorumgang (Ambulatorium) entwickelt – ein halbkreisförmiger Korridor, der die Seitenschiffe um die Rückseite des Heiligtums herum verlängert und zu kleinen Apsiden führt. Dieser Korridor erleichterte den Pilgerstrom innerhalb der Kirche.

Im Inneren wurde das Hauptschiff von einem Tonnengewölbe bedeckt, das durch Gurtbögen verstärkt wurde. Außen fingen Strebepfeiler den Druck der schweren Gewölbe ab, welche die alten Holzböden ersetzten. Die Seitenschiffe wurden meist durch Kreuzgewölbe gedeckt. An den Wänden, welche die Schiffe trennen, finden sich zwei Ebenen: die Arkadenbögen und die Empore (Galerie), wobei der Rundbogen am häufigsten verwendet wurde.

Die Klostergemeinschaft

Nach denselben baulichen Parametern wurden Klöster errichtet. Ein Kloster war als eine in sich geschlossene Stadt konzipiert. Alle wichtigen Räumlichkeiten wurden um den Kreuzgang, einen zentralen Innenhof, angeordnet:

  • Kirche
  • Kapitelsaal
  • Dormitorium (Schlafsaal)
  • Refektorium (Speisesaal)
  • Küche
  • Bibliothek

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