Merkmale der romanischen Malerei auf der Halbinsel

Eingeordnet in Musik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,09 KB

Merkmale der romanischen Malerei

Die romanische Malerei betrachtet ihre Arbeit als integralen Teil des Gebäudes; sie ist der Architektur untergeordnet. Die Apsis stellt dabei den idealen Ort für die bildliche Dekoration dar.

Stilistische Merkmale und Ausdruck

  • Antinaturalismus: Dieser äußert sich in der Symbolik und abstrakten Formen; eine klare Perspektive existiert nicht.
  • Expressive Kraft: Es wird mehr Wert auf den ausdrucksvollen Gesichtsausdruck als auf die Schönheit der Formen gelegt.
  • Archaismen: Wie in der Bildhauerei bleiben Merkmale wie Frontalität, Hieratik, Ungleichgewichte sowie der längliche und stilisierte Kanon bestehen.
  • Didaktik: Die Malerei dient neben der Dekoration didaktischen Zwecken. Es wird versucht, einfache, aber beeindruckende Kompositionen zu schaffen, die unmittelbar erfassbar sind.

Themen und Ikonografie

Die Themen entsprechen fast immer denen der Bildhauerei:

  • In den Apsiden: Der Pantokrator in der mystischen Mandorla, umgeben von Evangelistensymbolen, Engeln oder Heiligen sowie die Jungfrau Maria als Gottesgebärerin (Theotokos), die als Thron des Herrn die Gaben der Heiligen Drei Könige empfängt.
  • An den Wänden: Apostel, Heilige und andere biblische Szenen.
  • Altartafeln: Diese sind vertikal in drei Abschnitte unterteilt: Zentral der Pantokrator, die Jungfrau oder ein Heiliger; an den Seitenrändern Szenen aus dem Leben der Heiligen.

Technik und visuelle Gestaltung

Die Hintergründe sind oft glatt, farbig gestreift oder weisen gelegentlich Naturelemente auf. Die Schattierung erfolgt schematisch auf Basis paralleler Linien. Die Modellierung der Gesichter wird durch runde, rote Flecken auf Wangen, Stirn und Bart erreicht.

Die Zeichnung ist dick und stark konturiert; jede Farbfläche wird durch einen Strich getrennt. Die Figuren sind mit sehr dicken schwarzen Linien gezeichnet. Es werden reine Farben ohne Mischung verwendet, die aus natürlichen Erden gewonnen werden.

Es herrscht ein Mangel an Tiefe und Licht. Die Figuren sind in parallelen Positionen auf einer Ebene angeordnet und werden oft auf einem monochromen Hintergrund oder in horizontalen Streifen hervorgehoben. Das Licht erzeugt kein Volumen; die Farbe ist flach und zweidimensional.

Angewandte Techniken

  • Wandmalerei: Mischtechnik aus Fresko und Secco, stets in kleinen Bereichen aufgrund der geforderten Arbeitsgeschwindigkeit.
  • Holztafeln: Hier wird die Tempera-Technik angewendet.

Schulen auf der Iberischen Halbinsel

  • Katalanische Schule: Beispiele sind die Apsis von St. Clemens von Taüll und Santa Maria de Taüll.
  • Schule von Kastilien und León: Das Pantheon der Könige von San Isidoro de León, San Baudelio de Berlanga sowie die Kirche des Heiligen Kreuzes von Maderuelo.

Verwandte Einträge: