Merkmale und Struktur wissenschaftlicher und technischer Texte

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A) Wissenschaftliche und technische Texte

1. Allgemeine Merkmale

  1. Sachlichkeit: Konzentration auf Fakten und die Realität.
  2. Universalität des Inhalts und des Ausdrucks. Die Sprache versucht, sprachübergreifende Unterschiede auf ein Minimum zu reduzieren.
  3. Klarheit: Die Sprache ist ein Werkzeug, um den allgemeinen Zugang zu Wissen zu erleichtern.
  4. Erleichterung des Zugangs zu Wissen von großer Komplexität. Die Suche nach dem höchsten Grad an Genauigkeit.
  5. Überarbeitetes Lexikon, das Begriffe neu generieren soll.

2. Pragmatische Aspekte

  1. Prävalenz von Referenzfunktionen (Objektivität) und metasprachlichen Funktionen (überarbeitetes Lexikon). Manchmal kann auch die konative Funktion (in Lehrtexten) vorhanden sein.
  2. Überwiegende Textsorten: Argumentation, Exposition, Beschreibung und Anweisung (Rezept). Dies umfasst Theorien, Beschreibungen technischer Fragen und technische Anweisungen.
  3. Unterscheidung der Rezipientenfunktion: Fachtexte und informative Texte. Jeder dieser Texte steht im Zusammenhang mit den vier Grundtypen wissenschaftlicher und technischer Texte (wissenschaftliche Demonstration, Erklärung von Begriffen).

3. Morphosyntax

  1. Prävalenz des deklarativen Modus aufgrund des objektiven Charakters der Kommunikation. Der Konjunktiv ist bei der Formulierung hypothetischer Aussagen reduziert. Imperative kommen ausschließlich in instruktiven Texten vor.
  2. Unter den Wortarten ist das Nomen am wichtigsten. Adjektive sind grundsätzlich spezifizierend.
  3. Das Streben nach Objektivität und die Tendenz zur Verschleierung des Sprechers durch folgende Mittel:
    • Verwendung von unpersönlichen, passiven, reflexiven und periphrastischen Passivsätzen.
    • Nominalisierung: Präferenz für die Verwendung nominaler Strukturen anstelle persönlich relevanter Verben.
    • Um Bescheidenheit auszudrücken, wird das Verb oft durch ein abstraktes Nomen ersetzt.
    • Verwendung des Plurals (Pluralis Auctoris): Wir verweisen, anstatt: Ich meine.
  4. Verwendung des gnomischen Präsens (zeitloses Präsens), um Gesetze von universellem Wert darzustellen.
  5. Um größere Klarheit zu erreichen, gibt es viele erklärende Konstrukte:
    • Relativsätze, die zwischen Kommas, Gedankenstrichen oder Klammern eingefügt werden.
    • Erklärende koordinierende Marker, eingeführt durch: das ist, das heißt, nämlich.
  6. Tendenz zu möglichst umfangreichen und gut abgegrenzten Absätzen.
  7. Im Hinblick auf die Klarheit in allen wissenschaftlichen Texten gibt es eine Fülle von logischen Diskursmarkern (Opposition, Folgerung, Ursache usw.).

4. Lexikosemantische Aspekte

  1. Verwendung einer gehobenen Sprachebene und formalen Registrierung.
  2. Verwendung von Techniken, die eine eindeutige und universelle Terminologie schaffen (Variationen zwischen verschiedenen technischen Sprachen sind minimal). Einige Verfahren zur Erstellung technischer Begriffe sind:
    • Komposition, insbesondere durch Wurzeln und Suffixe aus dem Griechischen und Lateinischen.
    • Nominale Ableitung (Derivation).
    • Akronyme und Abkürzungen.
    • Lehnwörter.
    • Spezialisierung von Wörtern der gewöhnlichen Sprache.
    • Eponyme.
  3. Verwendung von universellen, formalisierten Sprachen oder Symbolen.
  4. Verwendung einer rein denotativen Sprache.

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