Michelangelo: Skulpturen des Cinquecento in Florenz und Rom
Eingeordnet in Religion
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,28 KB
Skulptur des Cinquecento (Michelangelo) Michelangelo, in Florenz ausgebildet, erhielt Einflüsse von Donatello und natürlich von der klassischen Kunst. Er arbeitete sowohl in Florenz als auch in Rom. Er ist ein herausragender Bildhauer, der die Fähigkeit besitzt, die Figur im Steinblock zu sehen. Er sagte: „Der Sitz ist im Stein; ich beschränke mich darauf, das Übrige wegzunehmen.“ Für ihn war die Skulptur als Ganzes zu betrachten, nicht als Summe einzelner Teile. Er war ein Mann mit starkem Charakter, und dieses Merkmal zeigt sich deutlich in seinen Skulpturen. Das ist, was man als terribilità bezeichnet.
Seine Formen sind robust und kraftvoll, fast wie Muskeln, die zu explodieren scheinen; der Eindruck entsteht, als kämpfe der Körper gegen das Gefängnis der Seele. Der titanische Kampf zwischen Körper und Geist verleiht Michelangelos Skulpturen eine beeindruckende Wucht und Intensität.
Klassische Einflüsse und frühe Werke
Klassische Einflüsse sind besonders in Reliefs zu erkennen, etwa in der Schlacht der Kentauren und Lapithen, die deutlich den Einfluss des römischen Klassizismus erkennen lässt. Ein weiteres frühes Werk ist der Bacchus (der trunkene Bacchus), in dem klassische Formen auffallen und das Michelangelo Ruhm und Aufmerksamkeit einbrachte.
Der David in Florenz
In Florenz erhielt er den Auftrag zur Schaffung des David, den er aus einem Marmorblock bearbeiten musste, der zuvor von anderen Bildhauern vorbereitet worden war; das stellte ihn jedoch nicht vor unüberwindbare Schwierigkeiten. Dieser David wird nicht als siegreiche Figur dargestellt, wie es bei Donatello der Fall ist, sondern im Augenblick vor dem Kampf. Teilweise wirken die Proportionen ungewöhnlich, etwa von Kopf, Händen und Füßen, wodurch die Figur eine besondere Spannung erhält.
Pietà und Werke in Rom
In Rom schuf Michelangelo die Pietà für den Vatikan, in der die Jungfrau idealisiert dargestellt wird: Ihr Gesicht zeigt eine süße Melancholie und wirkt deutlich jünger als ihr Sohn. Der Leib Christi besticht durch eine fast perfekte anatomische Ausführung.
Papst Julius II. beauftragte Michelangelo mit dem Grabmal (Grab von Julius II.), das jedoch durch ständige neue Aufträge nicht vollendet werden konnte. Für dieses Projekt entstanden unter anderem die bekannte Statue des Moses und mehrere sogenannte Sklaven.
Späte Werke und veränderte Ausdrucksformen
Michelangelos spätere Werke weisen Merkmale auf, die sich deutlich von seinen frühen Arbeiten unterscheiden: Manche sind dramatisch, andere, wie die Rondanini-Pietà, zeigen reine Spiritualität. Hier wirkt der Stein nicht mehr vollständig ausgearbeitet, sondern nur noch skizzenhaft angedeutet.
Wichtige Werke (Auswahl)
- David (Florenz)
- Pietà (Vatikan)
- Bacchus
- Moses
- Rondanini-Pietà
- Relief: Schlacht der Kentauren und Lapithen
Michelangelo bleibt eine zentrale Figur der italienischen Renaissance: Seine Skulpturen in Florenz und Rom verbinden klassische Vorbilder mit einer einzigartigen persönlichen Vision und haben die Kunstgeschichte nachhaltig geprägt.