Migration in Spanien: Historische Emigration und aktuelle Zuwanderung
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Spanische Emigration nach Europa
Phase 1: Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts (Knapp und saisonal)
Bis zur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war die Emigration aus Spanien nach Frankreich gering und saisonal. Sie bestand hauptsächlich aus Bauern, Bauarbeitern und einheimischen Mädchen sowie politischen Flüchtlingen aus dem Bürgerkrieg (Levante-Region).
Phase 2: Der Höhepunkt der Auswanderung (1950–1973)
Der Zeitraum zwischen 1950 und 1973 markierte den höchsten Gipfel der spanischen Auswanderung nach Europa. Diese Ausreise war überwiegend dauerhaft und hatte verschiedene Ursachen:
Ursachen der Massenauswanderung
- Europäische Seite: Der rasche wirtschaftliche Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg begünstigte ein breites Beschäftigungsangebot.
- Spanische Seite: Die Auswanderung wurde stimuliert durch:
- Starkes Bevölkerungswachstum.
- Überschuss an landwirtschaftlicher Bevölkerung aufgrund der Mechanisierung.
- Scheitern der Industrialisierung, die den Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht absorbieren konnte.
Merkmale der Auswanderung
Die Herkunftsregionen weiteten sich auf alle Regionen aus, insbesondere Andalusien und Galicien. Hauptziele waren Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz.
Das Profil der Migranten waren junge, schlecht ausgebildete Erwachsene.
Phase 3: Rückgang seit 1973
Ab 1973 ging die Emigration aufgrund der Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit stark zurück. Seitdem verharrt die spanische Emigration in Europa auf niedrigem Niveau. Aktuell ist sie meist saisonal und befristet und besteht hauptsächlich aus männlichen Arbeitskräften aus Andalusien und Galicien.
Folgen der spanischen Emigration
- Demografisch: Verringerung des Bevölkerungswachstums in Spanien.
- Wirtschaftlich: Die Emigration erleichterte die Bewältigung des starken natürlichen Wachstums und der Arbeitslosigkeit. Die Rücküberweisungen der Migranten trugen zur Finanzierung der wirtschaftlichen Entwicklung und zur Senkung des Defizits bei.
- Sozial: Die Migranten erlebten Entwurzelung und Schwierigkeiten bei der Integration in Gesellschaften, deren Sprache und Gebräuche unbekannt waren. Das Leben war oft hart, fernab der Familie, gekennzeichnet durch schlechte Wohnqualität und niedrige Löhne. Nach der Krise waren Migranten oft die Ersten, die von Entlassungen betroffen waren, und mussten neue Herausforderungen (Arbeitssuche, Wohnungssuche) bewältigen.
Zuwanderung von Ausländern nach Spanien
Ausländer in Spanien lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen:
- Nationalisierte Ausländer: Erhalten nach mehrjährigem Aufenthalt die spanische Staatsbürgerschaft.
- Legale Einwanderer: Besitzen eine Aufenthaltsgenehmigung, behalten aber ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit.
- Illegale Einwanderer: Schwerer zu quantifizieren; nach der letzten Regularisierung betrug ihre Zahl über 200.000.
Ursachen der Zuwanderung
Die Gründe für die Zuwanderung sind vielschichtig:
- Spanische Seite:
- Bedarf an manuellen Arbeitskräften (auch illegale Beschäftigung).
- Familienzusammenführung.
- Spaniens Nähe zu Afrika und das mediterrane Klima.
- Seite der Zuwanderer:
- Wirtschaftliche Gründe (Arbeitsplätze).
- Politische Gründe (Verfolgung).
Herkunft und Zielregionen
Herkunft: Länder der Europäischen Union, Osteuropa, Afrika, Lateinamerika, Asien.
Zielregionen: Katalonien, Madrid, Andalusien, die Autonome Gemeinschaft Valencia (C. Valencia), Lager, die Kanarischen Inseln und Murcia.
Profile der Einwanderer
- EU-Einwanderer: Oft Rentner oder Erwachsene, die von Arbeitsplätzen und Unternehmensgründungen angezogen werden.
- Nicht-EU-Einwanderer: Meist Jugendliche, die aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen nach Spanien kommen.
Folgen der Zuwanderung
- Demografisch: Zuwanderer tragen wesentlich zum Bevölkerungswachstum bei, auch direkt durch die Erhöhung der Geburtenrate.
- Wirtschaftlich: Die Zuwanderung erhöht die aktive Bevölkerung und trägt zum BIP-Wachstum bei. Probleme sind der erhöhte Druck auf die Löhne und das Außenhandelsdefizit durch Überweisungen in die Herkunftsländer.
- Sozial: Es kommt zu fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen. Die Einwanderung wird von manchen als „Invasion“ betrachtet. Viele Migranten leiden unter harten Arbeitsbedingungen. Integrationsschwierigkeiten entstehen aufgrund kultureller Unterschiede, Sprache und Religion.