Miguel de Cervantes: Analyse der Novelas Ejemplares und Don Quijote

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Die Novelas Ejemplares: Realismus und Idealismus

Die Beispielhaften Novellen (*Novelas Ejemplares*) werden von Literaturkritikern in zwei Hauptgruppen klassifiziert: den realistischen und den idealistischen Charakter. Diese Klassifizierung basiert darauf, ob die Werke soziale Szenen und die Unterwelt realistisch darstellen oder ob sie fiktionale und poetische Stimmungen des Idealismus betonen.

Realistische Novellen

Diese Werke reproduzieren soziale Szenen und die Unterwelt:

  • Rinconete y Cortadillo
  • Die betrügerische Ehe
  • Die eifersüchtige Extremadurin (The Jealous Extremadura)
  • Der Dialog der Hunde
  • Der Lizentiat Vidriera
  • Die berühmte Küchenmagd (La ilustre fregona)

Idealistische Novellen

Diese Werke zeichnen sich durch fiktionale und poetische Stimmung aus:

  • Die englische Spanierin (Die Englisch-Spanisch)
  • Der liberale Liebhaber (El amante liberal)
  • Die zwei Mädchen
  • Die Macht des Blutes (The Power of Blood)
  • Frau Cornelia

Die Handlung von Don Quijote

Der Roman Don Quijote erzählt die Geschichte eines alten Herrn aus La Mancha, der durch die Lektüre von Ritterromanen den Verstand verliert und beschließt, ein fahrender Ritter zu werden. Mithilfe seines Knappen Sancho Panza begibt er sich auf die Suche nach Abenteuern. Die Handlung ist in drei Hauptabschnitte unterteilt:

Die drei Auszüge (Teile) des Romans

  1. Erster Auszug (Teil 1, Beginn)

    Don Quijote wird in einem Gasthaus, das er für ein Schloss hält, zum Ritter geschlagen. Dieser Auszug endet mit einem Kampf gegen einige Händler. Danach kehrt er ins Dorf zurück, wo der Pfarrer und der Barbier seine Bibliothek durchsuchen und alle Bücher verbrennen, die sie für schädlich halten. Dies geschieht in Abwesenheit seines Knappen Sancho Panza.

  2. Zweiter Auszug (Teil 1, Hauptteil)

    Begleitet von Sancho Panza beginnt er seine fiktiven Abenteuer: der Kampf gegen Windmühlen, die er für Riesen hält, und das Treffen mit den Ziegenhirten. Don Quijote zieht sich in die Sierra Morena zurück. Als er einen Brief an seine Dame Dulcinea schickt, wird sein Aufenthaltsort durch Sancho verraten. Der Pfarrer und der Barbier bringen ihn in einem Käfig zurück in sein Dorf.

  3. Dritter Auszug (Teil 2)

    Nach verschiedenen Abenteuern, in denen Realität und Fiktion verschmelzen, reisen Don Quijote (DQ) und Sancho Panza (SP) nach Aragon und gelangen an den Hof eines Herzogs, der Sancho verspottet und seine Ambitionen ausnutzt. Später reisen sie nach Barcelona, wo DQ vom Ritter vom Weißen Mond besiegt wird. Dieser Ritter ist in Wahrheit der Bachelor Sansón Carrasco, ein Freund Don Quijotes. Nach der Niederlage kehrt DQ nach Hause zurück und beschließt, ein Pfarrer zu werden, wobei er die Figuren des Schäferromans als Vorbild nimmt. Kurz darauf erkrankt er, widerruft seine ritterlichen Studien und stirbt.

Wesentlicher Unterschied zwischen Teil 1 und Teil 2

Der wesentliche Unterschied zwischen dem ersten Teil (1605) und dem zweiten Teil (1615) liegt in der Haltung der Charaktere gegenüber der Realität Don Quijotes. Im ersten Teil ist es Don Quijote selbst, der eine Fantasiewelt erschafft und in ihr lebt. Im zweiten Teil nimmt Don Quijote die Realität zwar wahr, aber die Charaktere um ihn herum (die seine früheren Abenteuer gelesen haben) inszenieren Fantasien und Täuschungen, um seine Verrücktheit aufrechtzuerhalten und ihn zu unterhalten.

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