Miguel de Cervantes' Don Quijote: Analyse, Inhalt und Struktur
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Veröffentlichung und Struktur von Don Quijote
Die erste Ausgabe von Don Quijote erschien im Jahr 1605, obwohl es bereits 1604 eine frühere Version gab. Angesichts des Erfolgs und der Veröffentlichung einer unautorisierten Fortsetzung beschloss Cervantes, die Abenteuer des Don Quijote fortzusetzen. Der zweite Teil wurde 1615 veröffentlicht.
Das Werk ist in zwei Teile gegliedert und die Handlung, die sich um Alonso Quijano dreht, ist um die drei Auszüge des Don Quijote organisiert. Der erste Teil erzählt von den ersten beiden Auszügen, der zweite Teil vom letzten Auszug.
Teil I: Der Verlust der Vernunft und die erste Ausfahrt
Im ersten Teil verliert der Ritter Don Alonso Quijano seinen Verstand durch das ständige Lesen von Ritterromanen. Er beschließt, als Don Quijote auf Abenteuerreise zu gehen, um Unrecht rückgängig zu machen und die Liebe seiner Dame Dulcinea zu gewinnen. Dulcinea ist in Wirklichkeit ein Mädchen aus einem nahe gelegenen Dorf namens Aldonza Lorenzo.
Die erste Ausfahrt:
- Don Quijote wird in einem Gasthaus, das er für ein Schloss hält, zum Ritter geschlagen.
- Er befreit einen jungen Mann, der von seinem Herrn misshandelt wird.
- Schließlich kehrt er in sein Dorf zurück, wo der Pfarrer und der Barbier seine Bibliothek verbrennen, da sie die Bücher für seinen Zustand verantwortlich machen.
Die zweite Ausfahrt:
Don Quijote wird nun von seinem Knappen, dem Bauern Sancho Panza, begleitet. Sancho Panza ist sein Nachbar und bereichert das Werk durch den Dialog mit dem Protagonisten. Die Sinne täuschen Don Quijote ständig, obwohl sein Knappe oft versucht, ihn zur Vernunft zu bringen. Sie erleben viele Abenteuer, bis der Pfarrer und der Barbier ihn finden und ihn in einem Käfig in seine Heimat zurückbringen.
Teil II: Spott, Realität und das Ende des Ritters
Im zweiten Teil vermischt Don Quijote nicht nur aus eigener Verwirrung Realität mit Fiktion, sondern es treten auch Charaktere auf, die die Gelegenheit nutzen, den Ritter zu verspotten. Der Handlungsraum ist breiter, da die Charaktere bis nach Aragon und Barcelona reisen.
In Barcelona wird der Protagonist vom Ritter vom Weißen Mond besiegt, bei dem es sich in Wirklichkeit um seinen Freund Samson Carrasco handelt. Dieser zwingt Don Quijote, in sein Dorf zurückzukehren. Dort erholt er sich von seinem Wahn, stirbt jedoch kurz darauf.
Erzähltechnik und Perspektive
Cervantes verwendet den literarischen Kunstgriff des Manuskripts, um seiner eigenen Arbeit mehr Glaubwürdigkeit und Autonomie zu verleihen. Er schreibt die ursprüngliche Geschichte des Don Quijote einem arabischen Historiker zu. Im Kapitel VII erkennt er an, dass er die Geschichte der Schlacht zwischen Don Quijote und dem Basken nicht fortsetzen konnte, weil seine Quelle erschöpft war. Erst als er auf einem Markt in Toledo einige Handschriften findet, kann er die Geschichte fortsetzen.
Der Erzähler verwendet die allwissende dritte Person. Gelegentlich wendet er sich direkt an den Leser (zweite Person). Die erste Person erscheint, wenn die Protagonisten kurze Geschichten erzählen.
Hauptcharaktere
Alonso Quijano / Don Quijote
Ein Mann aus La Mancha, der seinen Verstand aufgrund seiner Vorliebe für Ritterbücher verliert. Von diesem Moment an bewegt er sich in der Verwirrung zwischen Realität und Fiktion. Er kämpft für Ideale wie Gerechtigkeit, Edelmut und Ehre. In seinen Gedanken ist immer Dulcinea del Toboso präsent. Don Quijote wurde zum Symbol des Idealismus und des Kampfes für die Verbesserung der Welt. Don Quijote wird von seinen Sinnen getäuscht, während Sancho Panza von anderen getäuscht wird.
Sancho Panza
Ein naiver Bauer von jovialer Natur, der über große Volksweisheit verfügt. Er strebt danach, die ihm von seinem Meister versprochene Insel zu regieren, und wird vom Wahnsinn Don Quijotes infiziert.
Dulcinea del Toboso / Aldonza Lorenzo
Sie ist eine Erfindung des quijotesken Geistes. Die reale Aldonza Lorenzo ist ein vulgäres Mädchen aus der Umgebung, das nichts mit der süßen Dame zu tun hat, die der Gentleman erfindet.
Sprache, Stil und Dualität
Cervantes ist in der Lage, die rhetorische und bombastische Sprache der Ritterbücher zu verwenden, während Sancho sich in einer vulgären Sprache ausdrückt. Der Dialog bereichert das Werk und bietet die Möglichkeit, zwei Blickwinkel auszutauschen:
- Der idealistische Blickwinkel von Don Quijote.
- Der realistische Blickwinkel von Sancho Panza.
Humor und Ironie sind ebenfalls Konstanten in dem Buch.
Interpretationen und Themen
Don Quijote ist ein Spiegelbild der Gesellschaft seiner Zeit: Herr Alonso Quijano will der Realität entfliehen, findet sie aber ständig wieder. Das Werk wird auch als Konflikt zwischen Mensch und Wiedergeburt sowie als Ausdruck der barocken Dichotomie von Fiktion und Realität interpretiert.