Miguel de Unamuno und Ortega y Gasset: Spanische Philosophie des 20. Jahrhunderts

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Einflüsse auf die Spanische Philosophie: Krausismus und Regeneration

Ein Teil des Einflusses auf das Leben der spanischen Philosophie ist dem Jesuitenorden zuzuschreiben, der die Dynamik des Regenerationismus und des europäischen Krausismus vererbte. Gefördert wurde dies von Autoren der Krausismus-Generation von 1898, überwiegend an der Universität Madrid in den Jahren von Ortega y Gasset.

Die philosophische Entwicklung von Ortega y Gasset

Ortega y Gasset wurde stark von dem deutschen Philosophen Immanuel Kant beeinflusst, unterschied sich jedoch von idealistischen Denkern wie Hegel und Unamuno.

Ortegas Reaktion auf die Europäisierung

Ortega y Gasset bewirkte die stärkste Reaktion auf die Europäisierung. Er studierte in Deutschland an der Schule von Marburgo, die mit den nekantischen Schulen gleichgestellt war.

Er selbst beschrieb seine frühe Phase mit den Worten:

"Jahrelang lebte ich in der Gedankenwelt, atmete eine kantische Atmosphäre. Es war sowohl meine Geburt als auch mein Gefängnis."

Ratio-Vitalismus und Lebensphilosophie

Sein Unternehmen nannte er Ratio-Vitalismus. Dies war der Versuch, die reine Vernunft Kants in seiner Jugend in eine lebendige Vernunft umzuwandeln.

Er las Nietzsche und wohnte der Lebensphilosophie von Ferdinand von Schopenhauer und dem Perspektivismus bei. Auch Einflüsse des Phänomenalismus und Subjektivismus der ersten Phase Edmund Husserls waren präsent, wobei er sich gegen objektivistische Einflüsse wandte.

Husserl und Ortega: Der Blick auf die Dinge
  • Husserls Motto war: "Zu den Dingen selbst gehen".
  • Ortega formulierte ähnlich: "Salvémonos auf die Dinge".
Weitere Einflüsse und Analysen

In seinen Texten ist auch der Historismus Wilhelm Diltheys mit seiner Sicht auf die Geschichte und die historische Vernunft erkennbar. Darüber hinaus wurde er von anderen beeinflusst, wie Ernest Renan und Arnold J. Toynbee.

Martin Heidegger erkannte bei Ortega, dass dieser nicht die Tiefe in der Analyse des Daseins erreichte, die menschliche Existenz als Projekt und Qualen. Dennoch finden sich Echos Heideggers in Ortegas Aussage: "Das Leben in Freiheit als Verhängnis".

Ortegas Einfluss und die Madrider Schule

Sein Einfluss war immens bei der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie der Relativitätstheorie und der Psychoanalyse. Er beeinflusste auch die Kunst, den Roman und die Technik der Stierkämpfe. Zusammen mit Unamuno zählt er zu den großen Philosophen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Spanien.

Die Madrider Schule

Mit Ortega y Gasset entstand die sogenannte Madrider Schule. Mehrere Vertreter teilten die Notwendigkeit einer Philosophie in kastilischer Sprache, um die Geschichte Spaniens in die Philosophie und die intellektuelle Randlage Spaniens zu legitimieren.

Exil und Rezeption

Einige von Ortegas Einflüssen emigrierten nach dem Bürgerkrieg. Ortega selbst arbeitete auf der anderen Seite des Atlantiks, aber auch in Deutschland, Frankreich, Holland und Portugal. Spanien ignorierte ihn jedoch mehr oder weniger, was ihn hart traf.

Die Bewertung von Ortegas Beitrag zur spanischen Kultur ist heute überwiegend positiv, obwohl er Kritik von seiner aristokratischen Elite und außerhalb Spaniens erhielt. Dennoch ist er der beliebteste und berühmteste Philosoph Spaniens.

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