Miguel Hernández: Leben, Liebe und Tod in seiner Lyrik

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Die drei Wunden des Miguel Hernández: Leben, Liebe und Tod

Die Lyrik von Miguel Hernández dreht sich um drei Hauptthemen: das Leben, die Liebe und den Tod. Diese Trias spiegelt sich in seinem gesamten Werk wider, am deutlichsten in seinem berühmten Zitat: „Mit drei Wunden komme ich: die des Lebens, die des Todes und die der Liebe.“ Diese Passage wurde zum Symbol für die hernandianische Existenz. Wir stellen fest, dass das Leben und das Werk von Miguel Hernández untrennbar miteinander verbunden sind; das eine ist das Spiegelbild des anderen und umgekehrt.

Frühe Werke und Lebensfreude

In seinen frühen Gedichten herrscht noch eine unbeschwerte Lebensfreude vor. Zum Beispiel zeigt Perito en lunas eine Leidenschaft, die eng mit der Natur verbunden ist und sich zu einem brennenden Gefühl entwickelt.

Die gequälte Leidenschaft in „El rayo que no cesa“

Nach dieser sinnlichen Lebendigkeit erscheint El rayo que no cesa (Der Blitz, der nicht aufhört) als die Stimme des Dichters. Er verkörpert die Verletzungen durch den „Blitz“ und das „blutbefleckte Messer“, Symbole für Liebe und Leben. Die Liebe ist nun eine gequälte Leidenschaft, eine unerfüllte und frustrierte Sehnsucht nach Besitz. Die Wunde der Liebe wird in der Gestalt des Stieres verkörpert, der Männlichkeit repräsentiert – ein Liebhaber im schmerzhaften Kampf, der unwiederbringlich zum Tode führt.

Politische Dichtung und der Spanische Bürgerkrieg

Das Umfeld der Republik und des Spanischen Bürgerkriegs (1936) veranlasste Miguel Hernández dazu, eine Poesie des Zeugnisses und des Engagements zu schreiben. Ein zentrales Thema ist die Solidarität, wie in seinem Werk Vientos del pueblo (Winde des Volkes) deutlich wird. Dies markiert den Beginn einer engagierten Poesie mit mündlichem Charakter, der Verwendung von Achtsilbern und der Romantik. Es ist eine „Poesie der Notfälle“, deren reifer Ausdruck unverkennbar ist – voll von Ideologie, heroischer Erregung, Sarkasmus und sozialem Kampf. Das Thema der Liebe vermischt sich mit dem Kampf und ist von den politisch-sozialen Umständen abhängig (Lied des Soldaten-Mannes). Im Jahr 1937 erscheint sein zweites Buch, in dem der Tod präsent ist: „Heute ist die Liebe der Tod / und der Mensch belauert den Menschen.“

Gefangenschaft und das „Liederbuch der Abwesenheiten“

Während des Krieges und in der anschließenden Gefangenschaft leidet er unter Krankheit und grausamster Verzweiflung. Die Gedichte verdunkeln sich durch Enttäuschung und Traurigkeit. Im Gefängnis verfasst er ein Tagebuch, sein Cancionero y romancero de ausencias (Liederbuch und Romanzen der Abwesenheiten). Hier schließt sich der Kreislauf von Leben und Tod wieder zur Liebe, weil keine Rettung möglich ist, wenn nicht durch die Liebe. Seine Gedichte handeln von einem verwundeten Mann: vom Tod, von seinem Kind, von der Abwesenheit seiner Frau und seinem zweiten Sohn, den er nie in Freiheit kennenlernte. Das Wort Freiheit hat hier eine bittere Bedeutung, weil es zumindest in seinem Fall niemals Fleisch werden konnte: „Ich bin frei. Fühle mich frei. Nur für die Liebe.“

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