Miguel Hernández: Leben, Tod und Leid in seiner Poesie

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Miguel Hernández: Leben und Tod in seiner Poesie

Das Leben und Werk von Miguel Hernández sind untrennbar miteinander verbunden. Seine Biografie prägt seine lyrische Schöpfung maßgeblich: Seine Poesie durchläuft verschiedene Phasen, beginnend mit einem sorgenfreien Leben, dessen Schicksal sich tragisch entwickelt. Seine Existenz ist geprägt vom Dualismus von Leben und Tod, die sich in Werken wie dem Cancionero y romancero de ausencias (Songbook und Romanzen der Abwesenheiten) vermischen und trennen.

Dualismus von Leben und Tod: Riquelmes Perspektive

Laut Jesús Riquelme in seinem Buch Miguel Hernández: Leben und Tod sind diese beiden Konzepte auf zweierlei Weise verbunden:

  • Der Existenzialismus des Philosophen Heidegger.
  • Das Gefühl der Solidarität des „Todes-Samens“.

Frühe Werke: Optimismus und fiktiver Tod

Die Jugendgedichte von Hernández sind von einem natürlichen Optimismus geprägt. Der Dichter betrachtet die Dinge, als wären sie noch lebendig, selbst „den bedrohlichen Stein“. In dieser Phase identifiziert er den Tod mit dem Einbruch der Dämmerung und preist seine Liebe zur Natur, selbst zu den unscheinbarsten Elementen. Man findet Anklänge an Eklogen, die seine Lehrer imitierten. Das Interesse an Leben und Tod ist hier noch fiktiv, bis der Tod Menschen in seinem nahen Umfeld erreicht.

Melancholie in „Perito en lunas“

Trotz der Verherrlichung der Natur schleicht sich in Perito en lunas (Experte in Monden) eine Melancholie ein. Dieses Werk enthält einen Hauch von Tod, doch der Tod als integraler Bestandteil des Lebens ist hier noch nicht präsent.

Leid und Tod als zentrale Themen (ab 1934)

Von 1934 bis zu seinem Tod ist seine Poesie von Leid geprägt, sei es durch Liebe, Krieg oder die Trennung von seinen Liebsten. Blut wird zum zentralen Symbol seines Schaffens. Hernández verarbeitet die Wunden des Lebens, die Liebe und den Tod in El rayo que no cesa (Der Strahl, der nicht aufhört). Der tatsächliche Tod wird zu einem poetischen und tragischen Thema.

Krieg und Tod in „Viento del pueblo“

In Viento del pueblo (Wind des Volkes) wird der Tod Teil des Kampfes und des Lebens. Mit fortschreitendem Krieg schwindet die Hoffnung auf den Sieg. Ein Zug in Bewegung, der in schrecklicher nächtlicher Stille ohne Halt durchfährt, symbolisiert den lauernden Tod. Dies ist ein symbolisches Bild des menschlichen Lebens, das unaufhaltsam dem Tod entgegengezogen wird.

Gefängnis, Krankheit und der Tod des Sohnes

Als der Krieg endet, verdunkeln Gefängnis, Krankheit und Verzweiflung die Gedichte und Romanzen des Cancionero y romancero de ausencias (Songbook und Romanzen der Abwesenheiten). Der Tod seines neun Monate alten Sohnes Manolillo wird zu einem unvergesslichen Drama.

Hoffnung und Überwindung durch Liebe

Die Stimme des Dichters ist dennoch voller Hoffnung. Er spricht das lebendige Kind in den „Zwiebel-Nanas“ an seine Frau und seinen Sohn an, sowie in dem Gedicht von Licht und Schatten, das die Liebe offenbart. In dieser Endphase bleibt der geliebte Sohn ein ständiges Thema. Laut Juan Cano Ballesta bleibt das Problem des Todes in der Poesie von Miguel Hernández ungelöst. Dennoch gelingt es dem Dichter, den Tod durch die eheliche Liebe und die Liebe zum Kind zu überwinden.

Symbolik: Stier, Blut und die Überwindung des Todes

Die Dualität von Liebe und Tod scheint untrennbar mit den Symbolen von Stier und Blut verbunden zu sein. Diese beiden Symbole werden durch scharfe Bilder wie Schwert, Messer, Dolche oder Blitz – Instrumente des Schmerzes – miteinander verknüpft. Andere Ausdrücke des Todes sind durch Begriffe wie „sinken“ oder „sterben“ gekennzeichnet. Doch es erscheinen auch regenerierende Bilder wie „Knochen des Lebens“ und „Regen“. In den letzten Gedichten, selbst im Angesicht des Todes, gedeiht das Leben.

Das tragische Ende: Gefangenschaft und Tod

Nach Kriegsende wird Miguel Hernández an der portugiesischen Grenze verhaftet. Von dort beginnt eine komplizierte Odyssee, die ihn mit einer schweren Lungenentzündung konfrontiert. Nach Aufenthalten in verschiedenen spanischen Gefängnissen wird er nach Alicante verlegt, wo er im Alter von 32 Jahren stirbt. Seine letzten Zeilen schreibt er an die Wand: „Lebt wohl, Brüder, Genossen, Freunde / verabschiedet mich von der Sonne und dem Weizen.“

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