Miguel Hernández: Liebe, Leben und Tod in der Lyrik

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Liebe, Leben und Tod in der Poesie von Miguel Hernández

Die Poesie von Miguel Hernández ist geprägt von reinem Vitalismus. Sie manifestiert sich in seinem Leben, seinem Blut, seiner Leidenschaft sowie in Krieg und Liebe in all ihrer Intensität. Währenddessen wird der Tod als ein fester Bestandteil des Lebens begriffen.

Perito de Lunas: Hommage an die Ästhetik

"Perito de Lunas" ist eine Hommage an Góngora und eine Stilübung in der Art der Generation von ’27, die damals in Mode war. In diesem Werk erscheinen Liebe, Leben und Tod noch nicht mit ihrer späteren, vollen Intensität.

El rayo que no cesa: Die Komplexität der Liebe

In "El rayo que no cesa" (Der nimmermüde Blitz) ist das Thema der Liebe äußerst komplex. Es ist gekennzeichnet durch Symbole des Leidens, in denen die Abwesenheit der Geliebten Schmerz verursacht. Die Liebe wird zu einem wesentlichen Bestandteil des Mannes in seiner Einsamkeit, wobei Leidenschaft und Lust die Oberhand gewinnen. Auf der anderen Seite existiert eine Dualität zwischen der Reinheit der Geliebten und einer „poetischen Unreinheit“ – ein katholisches Erbe, wie es im Gedicht "Ich warf eine Zitrone" deutlich wird ("das Blut schlief auf seinem Hemd und wandte sich an den porösen und einer goldenen Truhe spitz und blendenden Satz") sowie in "Mein Name ist Schlamm, aber nennt mich Miguel". Liebe und Leben werden durch den Tod bedroht, was den tragischen Ton dieser Arbeit charakterisiert, der im Stier verkörpert wird. Der liebende Impuls ist konstant und steht in unmittelbarer Nähe zum Tod.

Vientos del pueblo: Poesie des Kampfes

"Vientos del pueblo" (Winde des Volkes) ist ein Kriegsbuch, das während des Krieges geschrieben wurde, um die Soldaten zu ermutigen. Hier begegnen sich Leben und Tod in einem absoluten, epischen Sinne. Der Tod wird als täglicher Begleiter auf verschiedene Weise dargestellt, stets verbunden mit der endgültigen Verherrlichung des Lebens und dem Kampf für die Freiheit. Manchmal wird der Tod als heroische Tat begriffen, die mit Stolz vollbracht werden muss: "Wenn ich sterbe, sterbe ich mit erhobenem Haupt." Ein Highlight ist die Integration des Menschen in die Natur; das Leben wird als etwas verstanden, das über die individuelle Subjektivität hinausgeht. Der Mensch ist Teil des Kosmos, in dem Schweiß, Blut, Arbeit und Boden eins sind. Der politische Vitalismus wird zu einer grundlegenden Frage, besonders in "Hands" (Hände) und "Sweat" (Schweiß).

El hombre acecha: Die Schatten des Krieges

In "El hombre acecha" (Der Mensch lauert) weicht der optimistische, heroische Vitalismus einer dunklen Wahrnehmung. Die Natur wird durch die Niederlage im Krieg von einem „Pantheismus des Todes“ erfüllt, der alles durchdringt und die Menschen voneinander trennt: "Heute ist die Liebe der Tod; und der Mensch lauert dem Menschen auf." Die Feinde des Menschen entfernen sich von der Vitalität. Die Verwundeten sind von Dunkelheit erfüllt, doch das Leben geht in der gesamten Natur weiter und bleibt gerechtfertigt. Der Dichter preist die Nation durch die Vereinigung von Mensch und Erde als eine Gemeinschaft der Lebenden und Toten, wie in "Mutter Spanien" ersichtlich.

Cancionero y romancero de ausencias: Intimität

In "Cancionero y romancero de ausencias" (Lieder- und Romanzenbuch der Abwesenheiten) verschmelzen Leben und Poesie endgültig. Nach dem Krieg und im Gefängnis dient die Poesie als Mittel, um das Leben in Worte zu verwandeln und den innersten Gefühlen einen Kanal zu geben. Der Tod ist näher als je zuvor (sein erstes Kind starb im Gefängnis). In einigen Fällen ist der Tod mit dem „Ich“ des Dichters und der Kürze des Lebens verbunden. In anderen drückt der Verlust seines Sohnes die dramatischen Gefühle des Dichters aus: "In meinem Haus ein Körper. Zwei Überfluss in unserem Haus benötigt." Die Liebe wird zu einer physischen Vision des Körpers, frei von Sünde, und bildet den Sinn von Leben und Tod. Der Fokus liegt auf der Frau und dem Kind im Mutterleib. Die Liebe ist kein leidender Stier mehr, sondern der Dichter besingt den Schoß seiner Frau mit tiefer Ergriffenheit. Die kosmische Dimension dieser Vision zeigt sich im Gedicht "Kind aus Licht und Schatten", wo sich Fleisch und Kosmos in der Figur der Frau und des Kindes vereinen. Es ist eine Liebeserklärung an das Fleischliche: "Außer deinem Körper ist alles verwirrend." Die Bedeutung des Lebens liegt letztlich im Kind der Liebe.

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