Miguel Hernández: Liebe, Tod und das Leben

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Die drei Wunden: Liebe, Tod und Leben

Ich komme mit drei Wunden: der Liebe, des Todes und des Lebens.

  • Liebe + Leben = Tod
  • Tod + Liebe = Leben
  • Liebe + Tod = Leben

Die Metapher der Wunde gilt als Erbe der Sprache der leidenschaftlichen Liebe aus den tragischen mittelalterlichen Liederbüchern.

Die Entwicklung der Liebe in der Lyrik

In der ersten Phase zeigt sich, wie der junge Dichter die Einflüsse der Romantiker des 19. Jahrhunderts, wie Bécquer und Espronceda, verarbeitet. In seinen Kompositionen finden wir einen Hang zur Mythologie und Erotik sowie das Thema der platonischen, unerwiderten Liebe. Ein Beispiel für diese Stufe ist das Werk "Perito en Lunas".

Nach dieser Etappe, in der die Dominanz von Erotik und Sexualität spürbar ist, begegnen wir einer größeren Nähe zur religiösen Erfahrung. Dies geschah durch den Einfluss und die leidenschaftliche Lektüre von San Juan de la Cruz sowie durch Ramón Sijé.

Das Hauptwerk: El rayo que no cesa

Das repräsentativste Werk zum Thema Liebe ist "El rayo que no cesa" (Der Strahl, der nicht aufhört). Das zentrale Thema ist die Manifestation der Liebe des Dichters: eine leidenschaftliche, machtvolle, aber oft unerfüllte Liebe. Die Präsenz eines Messers ist Teil einer mythischen Vorstellung von romantischer Leidenschaft, die im Symbol des Strahls gipfelt – ein Sinnbild für die Liebe des Dichters und sein Schicksal.

Die Gewalt der Symbole erzeugt ein leidenschaftliches und metaphysisches Klima. Das Schicksal des Dichters führt ihn fatalistisch in eine Welt der Liebe, die mit düsteren Vorahnungen gefüllt ist. Dies zeigt sich im wiederkehrenden Schwarz, das im Bild des Stieres gipfelt. Der Dichter ist durch seine leidenschaftliche Liebe zum Tode gezeichnet.

Beziehungen und Inspirationen

Seine Erfahrung der Liebe ist auf drei Themen aufgebaut: die klagende Wunde, die Geliebte und die Liebe als ausweichender Tod. Der Liebende erlebt die Leidenschaft als Folter. Die Geliebte erscheint stets unzugänglich, während sich der Dichter unterwürfig zeigt.

Im August 1932 lernte Miguel Hernández Josefina Manresa kennen und erklärte ihr seine Liebe; zwei Jahre später wurde die Verlobung formalisiert. Die Beziehung kühlte jedoch im Frühjahr 1935 ab. In dieser Zeit näherte sich Miguel anderen Frauen an, wie der Künstlerin Maruja Mallo. Laut dem Biografen José Luis Ferris war diese kurze, aber intensive Beziehung die Inspiration für "El rayo que no cesa".

Eine weitere Frau, für die er Zuneigung empfand, war María Cegarra, die er bei einer Hommage an Gabriel Miró in Orihuela traf. Ihr widmete er das Manuskript des Sonetts "Wird dieser Strahl mich leben lassen?". Ende 1935 musste er jedoch feststellen, dass María nicht auf seine Briefe reagierte. Anfang Februar 1936 bat Miguel Josefinas Vater um Vergebung, um die Beziehung zu seiner Tochter wiederherzustellen.

Die vier Symbole des Liebenden

In seinem Werk differenziert Hernández vier verschiedene Arten, wie er sich in der Liebe sieht:

  1. Die reine Darstellung: Die individuelle Liebe gegenüber Josefina Manresa.
  2. Der Stier: Ein edles Symbol für Leidenschaft, Männlichkeit, Tapferkeit und Wert.
  3. Der Schlamm: Der Verlust der eigenen Identität; eine personifizierte Bescheidenheit und Niedrigkeit.
  4. Der Ochse: Das gelehrige und zahme Tier, das den Wünschen der Geliebten gehorcht, um Liebe und Aufmerksamkeit zu erhalten.

Politisches Engagement und Bürgerkrieg

Mit dem Aufkommen des Spanischen Bürgerkriegs öffnet Miguel Hernández eine neue Etappe in seiner Poesie, die von persönlichem Engagement geprägt ist. Er meldete sich im November in Madrid zum 5. Regiment der republikanischen Armee und wurde Teil einer Brigade für kulturelle Arbeit unter dem kubanischen Journalisten Pablo de la Torriente.

Hernández bereiste mehrere Fronten und erlebte die Grausamkeit des Krieges aus erster Hand, während sein soziales und politisches Engagement für die Republik und die Kommunistische Partei wuchs. Am 9. März 1937 heiratete er Josefina in Orihuela. In seinen späteren Werken wie "Viento del pueblo" (Wind des Volkes) sowie in "Lieder und Balladen von Fehlzeiten" finden wir den Mann identifiziert mit dem vollen Licht der Sonne und die Frau mit fruchtbarer Macht.

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