Mikroorganismen: Arten, Aufbau und Klassifizierung
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Was sind Mikroorganismen? Definition und Aufbau
Ein Mikroorganismus (oder Mikrobe, auch bekannt als mikroskopisches Lebewesen) ist ein lebendiges Wesen, das nur mithilfe eines Mikroskops sichtbar ist. Im Gegensatz zu Pflanzen und Tieren besitzen Mikroorganismen eine grundlegende biologische Organisation.
Die meisten sind einzellige Lebewesen, obwohl einige vielkernige Zellen (Cenocyten) oder sogar mehrzellige Mikroorganismen existieren. Zu den einzelligen Organismen gehören prokaryotische Lebewesen (wie Bakterien) und eukaryotische Lebewesen (wie Protozoen, einige Algen und Pilze). Auch ultramikroskopisch kleine Gebilde wie das Virus werden zu den Mikroorganismen gezählt.
Mikroben weisen verschiedene Formen und Größen auf. Zur Veranschaulichung der Größenunterschiede: Wenn ein Virus die Größe eines Tennisballs hätte, wäre ein Bakterium so groß wie ein halber Tennisplatz und eine eukaryotische Zelle entspräche einem Fußballstadion.
Arten von Mikroorganismen: Bakterien
Bakterien sind Organismen, die aus einer einzigen Zelle bestehen. Ihre Form kann sphärisch, spiralförmig oder andersartig sein. Sie können als einzelne Organismen existieren oder Ketten, Gruppen oder Paare bilden. Bakterien sind die am häufigsten vorkommenden Lebensformen auf der Erde. Sie haben eine Länge zwischen 0,4 und 14 µm und eine Breite zwischen 0,2 und 12 µm. Sie sind daher nur durch ein Mikroskop sichtbar. Bakterien vermehren sich durch DNA-Replikation und anschließende Teilung in zwei unabhängige Zellen. Dieser Vorgang dauert normalerweise 15 bis 30 Minuten.
Viren
Viren sind ultramikroskopische biologische Systeme (nur mit einem Elektronenmikroskop beobachtbar), die Infektionen verursachen und sich nur in Wirtszellen vermehren können. Außerhalb der Wirtszellen liegen Viren in einer inaktiven Form vor. Viren sind von einer Schutzschicht umgeben. Ihre Form kann spiralförmig oder kugelförmig sein. Ihre Größe liegt zwischen 0,02 und 0,009 pm. Da sie kleiner als Bakterien sind, können sie Filter passieren, die Bakterien zurückhalten.
Protozoen (Parasiten)
Protozoen sind einzellige Organismen. Sie zeichnen sich durch einen komplexen Stoffwechsel aus. Sie ernähren sich von festen Nährstoffen, Algen und Bakterien. In mehrzelligen Organismen, wie Menschen und Tieren, können sie parasitär leben. Sie treten oft in Form von Zysten oder Eiern auf. Beispielsweise sind die Eier von Cryptosporidium und Giardia-Zysten häufig in Gewässern zu finden, die von fäkaler Kontamination betroffen sind.
Klassifizierung von Viren nach Wirt und Zielgewebe
Viren können je nach der Art der Organismen, die sie befallen, in sechs Gruppen eingeteilt werden:
- Phytophage: Befallen Pflanzen und verursachen verschiedene Krankheiten.
- Zoophage: Greifen Tiere an.
- Dermatrope: Wirken sich auf die Haut aus (z. B. Pocken, Herpes, Masern).
- Neurotrope/Pneumotrope: Wirken sich auf die Atemwege aus (z. B. Grippe, Lungenentzündung).
- Viszerotrope: Greifen verschiedene innere Organe an (z. B. virale Hepatitis).
- Bakteriophagen: Greifen Bakterienkulturen an.
Die Kategorie der Bakteriophagen ist von großem Interesse, da sie zahlreiche Experimente ermöglichte, die zur Aufklärung vieler Unbekannter im Bereich der molekularen Genetik beitrugen.