Minimale und Maximale Ethik: Gerechtigkeit, Glück und Bürgerbeteiligung

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Minimale und Maximale Ethik

Die Minimale Ethik (Bürgerethik)

Die Minimale Ethik beinhaltet die Mindestanforderungen an Gerechtigkeit und Glück, die absolut notwendig sind, um sicherzustellen, dass Bürger in Frieden leben und jeder die Möglichkeit hat, seine eigenen Ideen zu entwickeln. Diese Ethik wird auch Bürgerethik oder Ethik der Bürgerbeteiligung genannt. Sie setzt voraus, dass die Bürger wissen, wie man fair handelt. Ihre fünf Prinzipien müssen eingehalten werden:

  • Freiheit und Autonomie:
    • Moralische Autonomie: Die Fähigkeit, moralische Entscheidungen zu treffen.
    • Politische Autonomie: Die Möglichkeit, ohne Zwang an politischen Institutionen teilzunehmen.
  • Gleichheit (Gleichstellung): Beseitigung von Herrschaft. Jeder muss Zugang zu einem angemessenen Maß an Gütern haben, um ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. Dies beinhaltet minimale soziale und kulturelle Wertschätzung sowie Chancengleichheit und Selbstbestimmung.
  • Solidarität: Die Unterstützung der Schwachen, um ihnen zu größtmöglicher Autonomie und Selbstverwaltung zu verhelfen. Dies beinhaltet die Entwicklung der eigenen Talente, um anderen zu helfen.
  • Toleranz: Bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern aktiven Respekt. Es muss die Möglichkeit gegeben werden, Gelegenheiten zur Verständigung zu schaffen.
  • Dialog: Kein Monolog. Impliziert Fairness (Gleichbehandlung im Dialog) und Empathie (die Fähigkeit, die Perspektive eines anderen einzunehmen).

Die Maximale Ethik (Glücksethik)

Die Maximale Ethik zielt darauf ab, dass jeder Bürger sein persönliches Glück erreicht. Diese Ethik wird auch Glücksethik genannt. Sie impliziert, dass jeder Bürger weiß, wie er glücklich sein kann. Das Streben nach dem Glück aller Bürger ist ohne die vorherige Umsetzung der Bürgerethik (Minimalen Ethik) unmöglich.

Wichtige Begriffsbestimmungen in der Ethik

  • Ethik: Ein Zweig der Philosophie, der die Untersuchung von Moral, Tugend, Pflicht, Glück und dem Guten beinhaltet.
  • Moral: Eine Reihe von Überzeugungen, Normen und Umständen, die bestimmen, ob eine Person in ihrem sozialen Leben als guter Mensch gilt und welchen Beitrag sie zur Gruppe leistet.
  • Sokratische Ethik: Die Notwendigkeit, Menschen zu leiten, die Wahrheit zu erkennen und ihr zu folgen, oft durch die Maieutische Methode (Dialog). Diese Methode umfasst drei Stufen: Ironie, Ratlosigkeit und Maieutik.
  • Die goldene Mitte (Mittelweg): Das Wissen um den Unterschied zwischen Tugend und Laster, das vom Weisen erreicht wird.
  • Maximaler Hedonismus: Die moralische Pflicht, Freude zu suchen und Schmerz zu vermeiden.
  • Moralisches Ziel des Utilitarismus: Das größte Glück, die größte Freude oder der größte Nutzen für die größtmögliche Anzahl von Menschen.
  • Kategorischer Imperativ: Ein praktisches Gesetz, das vorschreibt, wie sich der vernünftige Mensch verhalten muss, um als Mensch des Guten zu handeln.
  • Universalitätsprinzip (Habermas): Eine Norm ist gültig, wenn alle Betroffenen die Folgen und Nebenwirkungen, die sich aus der allgemeinen Einhaltung ergeben, frei akzeptieren.
  • Prinzip der Diskursethik (Habermas): Die Regeln des Dialogs werden von allen Beteiligten als gleichberechtigte Teilnehmer akzeptiert.
  • Minimale Ethik (Zusammenfassung): Beinhaltet die Anforderungen an Gerechtigkeit und Glück, die notwendig sind, um ein friedliches Zusammenleben und die individuelle Entfaltung der Bürger zu gewährleisten.
  • Maximale Ethik (Zusammenfassung): Zielt darauf ab, dass jeder Bürger sein persönliches Glück erreicht.

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